TDC

Agenturtypografen beim gemeinsamen Lunch in New York in den 1940er Jahren – das ist der Ursprung des altehrwürdigen Type Directors Club of New York, gegründet 1946, um das Niveau der Typografie und der damit verbundenen grafischen Künste zu heben, Inspiration und Forschung zu fördern und das typografische Wissen zu mehren. Der TDC richtet alle Jahre wieder Typografie-Wettbewerbe aus und verleiht seit 1967 in lockerer Folge die Type Directors Club Medal an Institutionen oder Personen, die sich in besonderer Weise um die Typografie verdient gemacht haben. Hermann Zapf wurde als Erster mit ihr dekoriert, auch Adrian Frutiger hat eine, aber auch das »Rolling Stone Magazin« und seit 2011 Erik Spiekermann.

Als zusätzliche Auszeichnung gilt eine Veröffentlichung typografischer Arbeiten oder Anwendungen im Jahrbuch des Type Directors Club. Inzwischen gibt es TDC-Komitees in Deutschland (eröffnet 1983) sowie in Frankreich, Japan, Großbritannien, Mexiko, Japan, Vietnam und der Schweiz.

PAGE berichtet alle Frühjahre wieder exklusiv von den Auszeichnungen des New Yorker Type Directors Club. Natürlich auch 2017 in unserer exklusiven TDC-Serie mit den Best-Of in den Bereichen Grafikdesign und Typografie.

mehr

Exklusiver erster Blick: TDC 2014 – Part 1

209 Gewinner hat der Type Directors Club 2014 in New York prämiert und wir stellen die Siegerarbeiten exklusiv in den nächsten zwei Wochen vor. Den Anfang machen Buchstaben aus Gemüse, aus U-Bahnplänen und handgemalte Billboards …

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Ogg

Eine Hommage an Oscar Ogg ist die beim TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Schrift Ogg von Lucas Benjamin Sharp.

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Flirt Script

Scriptfont trifft Unterwäsche: die beim TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Flirt Script von Neil Summerour entstand für Victoria’s Secret.

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Columbia Titling

Entstanden für ein Dampfer-Branding entwickelte sich die beim TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Schrift Columbia Titling von Greg Shutters zu einem eigenständigen Displayfont.

mehr

Anzeige

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Medusa

Die beim TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Schrift Medusa von Ramiro Espinoza ist eine Hommage an einen der bekanntesten Meister spanischer Kalligrafie.

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Bungee

Leider noch nicht veröffentlicht, aber schön anzuschauen: die beim TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Schrift Bungee von David Ross.

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Odesta

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Duplicate Ionic

Anzeige

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Marcel

Der bei der TDC Typeface Design Competition ausgezeichnete Scriptfont P22 Marcel von Carolyn Porter beruht auf Briefen aus dem 2. Weltkrieg.

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: Venecia Hebrew

Zu den nicht-lateinischen Schriften, die bei der TDC Typeface Design Competition prämiert wurden, gehört die Venecia Hebrew von Baruch Gorkin.

mehr

TDC 2: Sori von Sebastian Moser

Zu den 24 Gewinnern des Schriftencontest des Type Directors Club New York gehört das innovative Typeface Sori, das lateinische und koreanische Schriftsysteme kombiniert …

mehr

TDC2-Gewinner: Dreimal Monotype

Unter den 24 bei der TDC Typeface Design Competition ausgezeichneten Schriften fanden sich gleich drei aus dem Hause Monotype: Metro Nova, MZhiHei und Pizza Press.

mehr

Anzeige

TDC2-Gewinner: 29LT Azer

Bei der TDC Typeface Design Competition wurde die arabische Displayschrift 29LT Azer von Wael Morcos aus den USA, Ian Party aus der Schweiz und Pascal Zoghbi aus dem Libanon ausgezeichnet.

mehr

TDC 2 Gewinner: Rebranding mit Obama

Zu den nur 24 Gewinnern des Schriftencontest des Type Directors Club New York gehört das Rebranding the USA & FREE Typeface von OCD, das mit Hilfe von Barack Obama zustande kam ...

mehr

Type Directors Club – Typeface Design Gewinner: The Cloud Mountain Type

Die großartige Cloud Mountain Type wurde beim Schriftencontest des Type Directors Club New York augezeichnet. Wir stellen sie exklusiv vor.

mehr

TDC2-Gewinner: Displayfont Lalola

Beim Schriftencontest des Type Directors Club New York wurden dieses Jahr 24 Fonts ausgezeichnet. Wir stellen die Sieger-Schriften exklusiv nach und nach vor. Den Anfang macht der Displayfont Lalola von Laura Meseguer.

mehr

Anzeige

TDC Schau: Best-of Typographie

TDC Show bei Kochan & Partner ...

mehr

Exklusiver erster Blick: TDC 2013 – Part 5

Im letzten Teil unserer Reihe mit den Gewinnerarbeiten des Type Directors Club New York stößt die Grüne Jugend Hessen mit Schampus an und macht ein Designer Sitz …

mehr

 

Diese Arbeiten prämierte der Type Directors Club New York 2017

 

Grundsätzlich prägten auch in diesem Jahr wieder detailreiche und aufwendige Letterings das Bild. Die aktuelle Weltlage und Donald Trump spiegelten sich nur gelegentlich in den Artworks der TDC Communication Design 2017 Gewinner wider. Zum Beispiel bei Mark Fox und Angie Wang aus San Francisco (designisplay.com): In Anlehnung an das von Jesse Reed und Michael Bierut entwickelte H für Hillary Clinton gestalteten die beiden im September 2016 ein Trump-kritisches Plakat, auf dem der Innenraum von vier goldenen T ein Hakenkreuz bildet (siehe Bild unten). Sie hängten es nicht nur in San Franciscos Mission District auf, sondern schickten es auch an Museen in den USA und Europa, drei nahmen es in ihre Postersammlung auf: das Museum für Gestaltung in Zürich, das Plakatmuseum in Warschau und das V&A in London. Natürlich darf und muss Design politisch sein, aber vielleicht nicht immerzu. Es war jedenfalls schön, in die typografische Welt der TDC-Einreichungen einzutauchen und den ganzen politischen Schlamassel für kurze Zeit zu vergessen.

In den Beiträgen aus den USA sieht man nach wie vor viele Typoillustrationen – opulent, sorgfältig ausgeführt und mit einer schier wahnsinnigen Liebe zum Detail.



Ein Best-of der Gewinner 2017:

Street-Art-Wear
Mit eigenwilligen, Graffiti nachempfundenen Mus­tern macht das Label Just Another Unicorn auf sich aufmerksam. Die nur auf Bestellung angefertigten Hoodies bemalt die in New York lebende mexikanische Kalligrafin Mariana Castellanos von Hand – ein schönes Stück tragbare Kunst.


M&M
Markant und dynamisch sollte das Erscheinungsbild des Kunst- und Ausstellungsraums Materia in Québec sein und zugleich die Diversi­tät des Programms widerspiegeln. Die Design­agentur Paprika aus Montréal setzte auf das M: in vielen unterschiedlichen, aber stets monolinearen Varianten sowie in al­len möglichen Anwendun­gen – vom Leit­sys­tem über die Geschäftsausstattung und Website bis hin zu Stofftaschen. Das macht richtig Spaß!


Leicht verwirrt
Das Buch »Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte« des französisch-belgischen Schrifstellers Eric-Emmanuel Schmitt handelt von einer Chinesin, die in ihrer Fantasie zehn Kinder, in Wirklichkeit aber kein einziges hat. Das Cover der türkischen Ausgabe gestaltete Geray Gencer aus Istanbul mit farbigen, an Kinder­zeichnungen erinnernden Elementen, die zugleich eine Reminiszenz an den leicht verwirrten Geist von Frau Ming sind – viel schöner als das deutsche Cover.


Singvögel
Die Hope Singers sind ein Chor schwedischer Indie-Künstler. Ihr Debütalbum erscheint beim Label Sing a Song Fighter als limitierte Vinyl-LP. Die improvisierte Musik visualisierte das Stockholmer Designstudio Bedow mit einem Mix aus IIllustration und handgezeichneter Typo.


M is for many
Rund 30 verschiedene M bilden die Basis des Erscheinungsbilds, das Paul Garbett aus dem australischen Surry Hills für das Postproduktionsstudio Manifold, ebenfalls aus Surry Hills, entwickelte. Verbunden durch die kräftige Farbpalette, verdeutlichen sie das vielfältige Angebot von Manifold.


Großformatig
Mit A3 oder A4 gibt sich die australische Künstlerin Gemma O’Brien, Expertin für Handlettering, Illustration und Typo­grafie, nicht zufrieden. In der Ausstellung »Mrs Eaves 101« im Laguna College of Art + Design zeigte sie letztes Frühjahr live, wie sie großformatige Wandgemälde fertigt. Da blieb manch einem Zuschauer der Mund offen stehen. Wie gut, dass sie anschließend gleich einen Lettering-Workshop gab.


Flower-Power
Seit 100 Jahren fertigt das kolumbianische Unternehmen AutoMundial Autoreifen. Zum Jubiläum startete die Designerin Arutza Rico Onzaga aus Bogotá ein Projekt, das Technik und Kunst ver­bindet und auf einer großen Automobilmesse in Cartagena gezeigt wurde. Das Gummi der Reifen erhielt ein Design, das vom Blumenschmuck der Virgen del Carmen, der Schutzheiligen der Lkw-Fahrer, inspiriert war. Jede Blume enthielt zudem einen Buchstaben der Bitte »Protégeme!« (Spanisch für »Beschütze mich!«) – so entstand ein äußerst ungewöhnliches Rei­fenprofil. Dessen Abdrücke bildeten zudem den Ausgangspunkt für die fröhliche Gestaltung von Postern, des Messestands und einer Microsite.


Industrie-Typo
Lifetime Developments, eine kanadische Immobilienfirma, beauftragte Letteringkünstler Ben Johnston mit zwei Wandgemälden für das Einkaufszentrum Liberty Market in Toronto. Seine Typoillustratio­nen im Vintage-Style fangen die industrielle Geschichte und lebendige Kultur des Stadtteils Liberty Village ein. Der begleitende Hashtag #LoveLibertyTO lieferte Informationen zu Aktivitäten in der Nachbarschaft und regte zu einer Diskussion über den besonderen Charme des Viertels an.


Pflanzenöl
Castrol launchte eine Serie von biosyntheti­schen Ölen, die zu 25 Prozent aus pflanzlichen Rohstoffen bestehen. Nicht der erste Ökoschmierstoff, aber der erste eines weltweit operierenden Konzerns. Um das neue Produkt der um­welt­affi­nen Zielgruppe in den USA, Australien und China nahe­zubringen, entwickelte die Londoner Designagentur Wil­liams Murray Hamm den Claim »The future of engine protection is plants«. Dazu kreierte sie ein Alphabet aus Zuckerrohrblättern und -stämmen, das auf Pla­katen und Werbebannern zum Einsatz kam. Damit gesetzte Begriffe wie »fast«, »power« oder »oil« sollten die Verbindung zwischen der Welt der Autos und der der Pflanzen schaffen und der Kampagne einen grünen Twist geben. Greenoiling statt Greenwashing?


Antiquarisch
Bücher sind ein wichtiger Bestandteil des von Trevett McCandliss und Nancy Campbell aus New York entworfenen Editorial Designs – dabei geht’s eigentlich um Schuhe. Das B2B-Magazin »Footwear Plus« veröffentlichte eine Strecke mit Männerschu­hen, das Model war ein stylisher Intellektueller. Dem würden ein paar Bücher gut zu Gesicht stehen, dachte sich das Designerduo und bildete im Opener einen Stapel alter Bücher ab. Um die Vintage-Stimmung zu betonen, verzierten die beiden die Buchschnitte mit handgeschriebener Typo – so schön, dass die Schuhe fast zur Nebensache werden.


Gut gealtert
Bei den Typoillustrationen von Kevin Cantrell aus Salt Lake City meint man fast, gleich müsste der alte Hemingway mit einem Daiquiri in der Hand auftauchen. Fünf Plakate dieses Stils umfasst die Kam­pagne »The Golden Age Aged Well«, die BBDO New York für Bacardis Premium-Rum Havana Club kreierte und die mit dem Glamour vergangener Zeiten spielt. Zugleich fragt sie, ob man das schöne Leben nicht in eine Flasche abfüllen könnte. Ernest Hemingway hätte sicher nichts dagegen gehabt.


(Autor: Antje Dohmann)


Hier geht’s zu weiteren ausgezeichneten Arbeiten aus unserer Serie »Best-of Grafikdesign und Typografie: Die Gewinner des TDC 2017«

 

Teil 1: 

Grafikdesign, Packaging Design, Plattencover & mehr: Zum Artikel


Teil 2:

Plakatdesign, Streetwear, Brandings & mehr: Zum Artikel


Teil 3:

Grafikdesign, Schriften, Geschäftsreport & mehr: Zum Artikel


Teil 4:

Corporate Design, Typografie, Brandings & mehr: Zum Artikel


Teil 5:

Lettern, Plakatdesign, Videos & mehr: Zum Artikel


Teil 6: Zum Beitrag


Alle Gewinner aus den vergangenen Jahren befinden sich ebenso auf dieser Seite weiter unten. Auch im nächsten Jahr wird PAGE wieder exklusiv über die Gewinnerarbeiten des TDC berichten und ein Best-of an Grafikdesign und Typografie vorstellen.