Pralle Ideen: #FashionTech Berlin

Stoff aus Bakterien, Eheringe aus dem Knochenmark des Liebsten und Tools, mit denen wir 140 Jahre alt werden: re:publica und Seek bringen auf der Fashion Week Mode und Technologie zusammen – in einem umwerfend umfangreichen Programm.



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Die Modemesse Premium/SEEK und die re:publica haben gestern zum ersten Mal die Konferenz #FASHIONTECH BERLIN veranstaltet, in der es in einem prallen Programm um Wearables, Fashion und Technologie ging – und die verschiedenste Ausblicke in die Zukunft gab.

In der neuen Fashion Week Location in der Glashaus Arena an der Spree waren die zahlreichen Sitzreihen fast durchgängig gefüllt während es auf zwei Bühnen um die Zukunft der Mode ging, um interaktive Textilien, Mini-Computer für’s Ohr, Jackets auf denen blinkende Twitter-Nachrichten über den Rücken laufen, es wurden die innovativen Arbeiten des Design Research Lab der Universität der Künste Berlin gezeigt, zu denen Decken, die Nachrichten speichern ebenso gehören wie ein Sensor-Handschuh zur Kommunikation von Taublinden, es wurden Gadgets und Crowdfunding-Methoden vorgestellt, erklärt, warum Instagram die Fashion Industry verändert – und wie Textilien gehacked werden.

Ein pralles Programm, das auch als Vorgeschmack auf die re:publica im Mai diente – und zu dessen Highlights die Talks der Designforscherin Amy Congdon gehörte, die aus Hauzellen Stoffe wachsen lässt, aus gezüchteten Blutbahnen Schmuck designt und von Eheringen schwärmt, die aus dem Knochenmark des Liebsten gewachsen sind. Thomas Andrae vom Technologieriesen 3M hingegen schwärmte von Kontaktlinsen, die den Blutzucker messen, von einem Device, das Diabetiker ohne Nadel mit Insulin versorgt und begeisterte sich für Calico, der Firma ehemaliger Google-Mitarbeiter und Yale-Professoren, die in einem Genome-Phenome-Projekt daran arbeiten, das Menschen irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft 140 Jahre alt werden.

Die Designerin Phoebe Heess, die neben ihrer Arbeit für adidas in ihrer eigenen Kollektion Black Current das absolute Schwarz erforscht, stellte Pullover vor, die Messerstiche abwehren und auch ein wunderbares Cap, das auf Paparazzi mit einer automatischen Blitzvorrichtung reagiert, die jedes Foto »blitzdingst«.

Lernen konnte man ebenfalls, dass das Wake Forest Institute einen Bioinkjet gebaut hat, der Zellen druckt, Sven Schreiber von Progressive 3D aus Potsdam ein 3D PDF entwickelte, das die New Yorker Freiheitsstatue 1875 bereits durch ein Crowdfunding-Projekt entstand und die Firma Fit Bit, die den gleichnamigen Sport-Tracker vertreibt, durch die Aktivität ihrer kunden eher über das letzte Erdbeben bei San Franzisco Bescheid wußte als das seismologische Institut in Kalifornien.

Darüber hinaus gab es jede Menge Tipps, Tools und Ideen für Start-ups. Denn, wie immer wieder von unterschiedlicher Stelle beschworen wurde, ist Berlin spätestens in ein paar Jahren das Silicon Valley Europas. Platz gäbe es genug in Weißensee, Friedrichshain oder Pankow beschwor Thomas Andrae – und Ideen sowieso.

Auf die kann man sich freuen! Ebenso wie auf die re:publica 2015, zu der es am Ende noch einen Call for Papers gab.




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