Beeindruckende Infografik: Das parlamentarische System Deutschlands

Wie man das parlamentarische System Deutschlands beeindruckend radikal herunterbricht, zeigt dieses infografische Plakat von Amelie Kim Weinert, das im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung entstand.



Selbst für Einheimische ist das parlamentarische System Deutschlands nicht leicht zu verstehen – auch wenn es einem im Laufe seiner Schulzeit sicherlich mehrfach begegnet ist. Komplex und kompliziert ist es.

Und um es Zugewanderten einfacher zugänglich zu machen, hat Amelie Kim Weinert gemeinsam mit Leitwerk im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung ein infografisches Plakat gestaltet, das das parlamentarische System Deutschlands erklärt.

Die junge Kommunikationsdesignerin ist genau die Richtige für diese Aufgabe. Bereits mit ihrer Abschlussarbeit in Visueller Kommunikation, Mein Deutschland, einer Kommunikationshilfe für Flüchtlinge, hatte sie großen Erfolg.

Entstanden ist ein DIN A0 Plakat, das sowohl für Willkommensklassen als auch von Schulen genutzt werden kann.

Die große Schwierigkeit dabei war, das komplexe System auf die wichtigsten Punkte zu reduzieren, auch, weil die Zugewanderten noch keine direkten Berührungspunkte zum parlamentarischen System, z.B. durch Wahlen, hatte und deshalb war es wichtig, kein Grundwissen vorauszusetzen.

Dass das infografische Plakat, das gleichzeitig auch eine Wandzeitung ist, so übersichtlich und leicht verständlich geworden ist, liegt an der radikalen Vereinfachung, der durchdachten Strukturierung und den prägnanten Illustrationen und Piktogrammen.

In einem sehr reduzierten Grafikdesign werden Teile, die wichtig für das parlamentarische System sind, dargestellt: das Volk, Parteien, Abgeordnete, Bundestag, Regierung, Bundespräsident und andere. Die dazugehörigen Grundgesetzartikel werden an Ort und Stelle benannt und im unteren Teil des Plakats in den wichtigsten Grundzügen benannt.

Trotz der Reduktion war es natürlich wichtig, dass durch die Verkürzungen keine Fehler entstehen und so verzichtete Amelie Kim Weinert bewusst auf ganze Unterkomplexe wie der Aufsplittung in Erst- und Zweitstimme oder die Entstehung eines Gesetzes im Detail.

Stattdessen wird Grundsätzliches vermittelt, wie z. B. dass es keinen König / Herrscher in Deutschland gibt und dass nicht der »Stärkste« bestimmt, wie es in den Krisengebieten, aus denen die Zugewanderten kommen, häufig der Fall ist und wo sie unter Umständen mit einer »sehr radikalen, gewaltorientierten Regierungsform aufgewachsen sind«, wie Amelie Kim Weinert erklärt.

Genauso wichtig ist die Darstellung der Demokratie: dass das Volk in Wahlen mitbestimmt, dass es in Deutschland ein Parteiensystem gibt und es eine Gewaltenteilung gibt, sich Judikative, Exekutive und Legislative gegenseitig kontrollieren, damit Macht nicht missbraucht werden kann.

Zwei Farbebenen helfen bei der Strukturierung:

Die Parteien sind unterschiedlich eingefärbt und dieses Farbsystem erleichtert auch die Erklärung der Wahl und die Darstellung der Sitzverteilung im Parlament.

Auch die verschiedenen Staatsgewalten sind farblich unterschiedlich unterlegt.

Die Illustrationen sind mit Schlagwörtern wie Bundestag oder Bundeskanzler versehen, damit diese sich einprägen, während komplexere Informationen für Personen mit größerem Grund- und Sprachwissen neben den Illustrationen angeteasert und in Fußblöcken weiter ausgeführt werden.

Das Plakat kann hier kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

 

 


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