Preisgekrönt: Zeitschrift der Straße

Studentenprojekt der Hochschule für Künste erhält drei TDC Awards 2012! Wir sprechen mit den Machern über das Konzept – und die (noch nicht) Feier.



Studentenprojekt der Hochschule für Künste erhält drei TDC Awards 2012! Wir sprechen mit den Machern über das Konzept – und die (noch nicht) Feier.

Tenever ist ein Stadtteil Bremens aus den 70ern, etwas abseits gelegen an der A 27, mit Hochhäusern, 6.000 Bewohnern aus 88 Ländern und einigen Problemen. Die Studenten der Hochschule der Künste in Bremen wählten Tenever als Thema der ersten Ausgabe der »Zeitschrift der Straße«, die beim Type Directors Club Award 2012 mit drei !!! Preisen ausgezeichnet wurde, dem »Certificate of Typographic Excellence«, dem »Student Best of Show Award« und dem »Judge’s Choice«.

Wir sprachen mit den Machern, zu denen u.a. Annika Nagel und Jana Topel gehören.

Wie kam das Projekt der Obdachlosenzeitung zustande?

Man kann sagen, dass der Prof. Dr. Michael P. Vogel, Studiengangleiter des Cruise Industry Management in Bremerhaven, der Initiator ist. Ihm fiel auf, dass es bis dato in der Region Bremen und Bremerhaven, kein eigenes Straßenmagazin gab und sah darin eine Chance für ein studentisches Gemeinschaftsprojekt mit sozialen Mehrwert. Es sollte ein Straßenmagazin entstehen, das von Bremen für Bremen ist, und nicht nur den Verkäufern bessere Verkaufsmöglichkeiten bietet, sondern auch den Studierenden die Möglichkeit gibt, an einem realen Projekt ihre gelernten Strategien im Bereich Marketing einzusetzen. Die Innere Mission Bremen waren dann schnell für eine Mitarbeit gefunden. Da sich die Straßenzeitschrift von den herkömmlichen Straßenblättern in Inhalt und Gestaltung absetzten sollte, wurde Prof. Andrea Rauschenbusch um Mitarbeit gebeten und schließlich entwickelten Studierende der HfK Bremen ein Konzept für »Die Zeitschrift der Straße« – informativ sollte es sein, laut in der Gestaltung aber dennoch elegant, und nicht einzig auf das Mitleid der Käufer abzielen.

Was sind Ihre wichtigsten Kriterien bei der Gestaltung?

Eigene, markante Zeichen, kluger Journalismus, lesbar übersetzt in klarer purer Typografie, gemixt mit junger, lokaler Gegenwartsfotografie – dynamisch und konzentriert zugleich. Die Zeitschrift will durch ihre Gestaltung echte Begehrlichkeit bei den Käufern wecken und nicht nur aus sozialem Gewissen gekauft werden. Schon der Titel, der allein mit Typografie und grafischen Element besteht, ist laut und prägnant. Jede Ausgabe findet ihre Geschichten an einem anderen Ort in Bremen oder Bremerhaven. Dieser Ort ist auch zeitgleich immer Titel der jeweiligen Ausgabe. Ebenso Besonderheit ist das schmale, längliche Format, das der Verkaufssituation angepasst ist. Es lässt sich auf der einen Seite gut halten und ermöglicht auf der anderen Seite dem Leser ein bequemes Lesen auch in der Straßenbahn, oder vollen Cafés und lässt sich selbst in Jackentaschen gut verstauen. Und nebenbei nutzen wir mit den 48 Seiten Umfang zwei Druckbögen komplett aus, wodurch die ZdS durchgängig in einer Maschine verarbeitet werden kann und somit auch noch einem ökologischen Anspruch gerecht wird.

Welche Schriften verwenden Sie? Und warum?

Wir verwenden die Gill Sans MT Pro, die Akzidenz Grotesk Pro und die exklusiv für die »Zeitschrift der Straße« entwickelte Schrift Krana von Lauri Toikka aus Finnland. Die Krana setzen wir auf dem Titel und im Innenteil für die Überschriften ein. Sie zeichnet sich durch ihre Handmade-Optik aus und erscheint laut und kraftvoll. Im Kontrast werden die Notizen und Subheads in der Akzidenz Grotesk Extended gesetzt. Das Zusammenspiel der beiden vermittelt den Eindruck einer offensiven, aber wertvollen Straßenzeitung. Für alle Artikel wird die Gill Sans MT Pro genutzt. Sie wirkt ruhig und sachlich, ihr Grauwert sorgt für Eleganz und sie zeichnet sich durch ihre gute Lesbarkeit in kleinen Schriftgraden aus, in denen wir setzen.

Wie haben Sie von der Auszeichnung erfahren? Und wie haben Sie sie gefeiert?

Ehrlich gesagt fiel die Auszeichnung in eine recht turbulente Zeit, wir bereiteten gerade eine Lesung der »Zeitschrift der Straße« zum einjährigen Bestehen vor, die Präsentation für den Hochschulpreis, im Rahmen der Hochschultage der Hochschule für Künste, standen bevor und die 9. Ausgabe LANGE REIHE wollte auch schon in Angriff genommen werden. Aber natürlich haben wir uns riesig gefreut, als wir von der Auszeichnung erfuhren, und Die Auszeichnung gab unserem Team noch mehr Motivation und Bestätigung an einem gleichermaßen Sozialen wie gestalterisch Wertvollen Projekt mit zu arbeiten.

Und wie haben Sie sie gefeiert?


Zum Feiern blieb bis jetzt leider wenig Zeit, aber das wird nachgeholt.


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2 Kommentare


  1. TypoAutist

    Tolles Projekt – Super umgesetzt Gratulation!


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