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Die besten Kampagnen gegen Plastikmüll

Zum Welttag der Ozeane am 8. Juni: Welche Werbung gegen Plastikmüll zieht, was prallt an uns Umweltsündern ab?

Alles dreht sich seit Monaten nur um Corona, dabei sind die bekannten anderen großen Menschheitsprobleme keineswegs gelöst. Der Kunststoffmüll wird noch durch Millionen Einwegmasken, Schutzkleidung et cetera vermehrt. Ein Thema, das wir keineswegs aus den Augen verlieren dürfen.

Havas Düsseldorf hat für die Deutsche Umwelthilfe eine eindrucksvolle Kampagne entwickelt, die sowohl auf Plakaten, als Anzeigen und in sozialen Medien zu sehen war. Der Grundgedanke: So mancher kaum beachtete Plastikmüll, der bei einem scheinbar historischen Ereignis anfällt, hält letztlich vielleicht länger als die Erinnerung an den Anlass selbst. Hier die vier Motive der Kampagne »Forever Lasting Moments«, zu der es auch eine Microsite gibt.

Schädliche Winzlinge

Sie sind klein, aber wir benutzen einfach zu viele davon: die kleinen Tütchen für Shampoo oder Creme-Pröbchen, für Ketchup zu den Pommes oder Soja-Sauce zum Sushi-to-go. 855 Millionen davon werden Jahr für Jahr verbraucht. Die Organisation A Plastic Planet ruft mit ihrer Kampagne »Sack the Sachet« Gesetzgeber in aller Welt dazu auf, dem ein Ende zu setzen. Agentur war Made Thought aus London.

Neopren aus recyceltem Plastikmüll

Surfer-Klamotten aus Neopren sind eigentlich nichts für Menschen, die angeblich das Meer lieben. Die Surfer-Marke O’Neill bietet jetzt Kleidung aus Recycling-Kunststoff an – und wirbt dafür in diesem Spot der niederländischen Agentur Bas Manders. Hoffen wir, dass die Produkte nicht bloß ein Feigenblatt, sondern ernst gemeint sind.

Stifte nicht wegwerfen, sondern wiederauffüllen!

Noch ein praktischer Vorschlag, diesmal von Linc, einem der wichtigsten Stifthersteller Indiens.

 

Glas- statt Plastikflaschen

Mit der spektakulären Aktion »Trink aus Glas« machte fritz-kola von sich reden. In der Nacht zum 21. Januar hatte der Hamburger Cola-Hersteller an zentralen Orten Guerilla-Installationen aus Plastikmüll aufgebaut: an der Hamburger Reeperbahn, im Berliner Sony Center, am Isartor in München und am Stuttgarter Hauptbahnhof. Eigenwerbung mit »Purpose« (wie man heute sagt), die perfekt zur Indie-Marke passt.

 

Unverpackt mit Jung von Matt

Eigentlich war es ein Grund zur Freude, dass Netto im Oktober endlich auf die Kritik von Vebrauchern reagierte und bei frischem Obst und Gemüse die Plastikverpackung wegließ. Doch die Kampagne, mit der Jung von Matt diesen wichtigen Step bewarb, kam dann auch wieder nicht gut an.

Frauen würden als »Ware« dargestellt, hieß es auf Social Media. Zwar gab es auch ein Motiv mit männlichen Protagonisten, aber vielleicht hat man hier das Motto »Hüllen fallen lassen« von den Lebensmitteln doch allzu direkt auf Adam und Eva übertragen …

 

Plastik-Relikte: fischerAppelt für Greenpeace

Gestalterisch und konzeptionell gelungener finden wir die Kreationen von fischerAppelt für Greenpeace. CGI-Artists waren Carioca aus Rumänien:

 

Plastiktüten zum Abgewöhnen: Rethink für East West Market

Die Agentur Rethink aus Kanada hat sich was ganz Gemeines ausgedacht, damit es den Kunden des East West Market richtig peinlich wird, wenn sie Plastiktüten benutzen – sie versahen die Tüten mit Aufschriften, die auf den Besuch eines Sex-Shops, auf den Einkauf von Produkten gegen Darmbeschwerden oder Warzen hinweisen: 



 

ressourcenmangel mit Kampagne für Bundesministerium

Eher ästhetisch und mit regionalem Wortwitz ging die Berliner Agentur ressourcenmangel das Thema Tüte in einer Kampagne fürs Bundesumweltministerium an:





 

McCann Prag für tschechische App Foodgroot

Für die tschechische App Foodgroot, mit der Kunden im Laden checken können, wie gesund und umweltfreundlich ihre Lebensmittelkäufe sind, entstanden bei McCann Prag diese beiden Motive. Sie erinnern an Bilder von Vögel oder Fischen, in deren Mägen jede Menge Plastikmüll gefunden wurde … Die Digital Artists saßen wieder einmal beim vielfach preisgekrönten Studio Carioca in Rumänien.

 

Plastik-Diät: Kampagne von Grey Singapur für WWF

Wir alle haben unsere Portion Plastik intus, so auch die Botschaft des WWF in der Kampagne von Grey Singapur:

 

Mikrofasern im Wasser: Drastische Kampagne von Metaphora für Marevivo

Speziell um Mikrofasern, die beim Waschen ins Wasser gelangen, geht es bei diesem Motiv der Agentur Metaphora für die italienische Organisation Marevivo, die sich seit 1985 für den Schutz der Meere einsetzt. Manchmal ist es wohl nötig, sehr drastische Verbindungen herzustellen, denn noch denken die Wenigsten schon beim Wäschewaschen an die möglichen Schäden bei Meeresbewohnern:

 

Greenpeace Spot »American Ugly«

Dieser Spot greift eine legendäre Szene aus dem mit fünf Oscars preisgekrönten Film »American Beauty« von 1999 auf. Was damals nach Poesie aussah, stellt sich heute dumm und gefährlich dar:

 

Plastik-Baby: Edeka Spot gegen Verpackungsmüll

Heftiges Geschütz fuhr Edeka in diesem Werbefilm auf – leider geht man noch nicht ganz so drastisch gegen jegliche Plastikverpackung in den Obst- und Gemüseabteilungen vor:

 

Preisgekrönt: 747 Studios & Wings The Agency für Sea Sheperd

Kein Futter mehr – Eisbär, Robbe und Pelikan fangen nur noch Plastikmüll … Für die CGI-Artists von 747 Studios aus Hamburg gab es dafür 2019 einen Epica Silber-Award. Die Agentur war Wings The Agency aus Venezuela:



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Produkt: PAGE Digital 1.2019
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ein Strandbesuch auf Borkum war keine Erholung, weil man sich dem ständigen Anblick auch kleinster Kunstteile nicht erwehren konnte, ob Netz- und Schnurreste, Zigarettenstummel, Plastikbruchstücke etc. Was da angeschwemmt wird, ist sehr oft Schiffsmüll. Aus den Augen aus dem Sinn sollte so nicht mehr funktionieren, daher bitte mehr solche Kampagnen aus der Branche, die den Plastikkonsum bisher ja auch unterstützt hat.

  2. so sieht unser Strand auch aus, so fing alles an, wir haben Fischer
    zugetextet wie man nur seine Lebensgrundlage so verseuchen kann, schreiben unsere Erfahrungen und Ideen in einem Blog, tauschen uns mit Menschen aus anderen Ländern aus. Unsere Erfahrung: Leben ohne Plastik geht schrittweise, oft kleine Schritte. Leben ohne Plastik ist wirtschaftlicher, man spart Geld das man sinnvoller ausgeben kann, man lebt bewuster, mehr Lebensqualität.

  3. OceanCare hat auch gute Werbung bezüglich Plastikmüll. Einfach mal googlen

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