Ciao, Instagram! Bye-bye, Facebook! Bei manchen Social Usern setzt eine Scrolling-Fatigue ein. Das hat Einfluss auf Marken-Reichweiten und Kampagnen-Konzepte. Das Wichtigste erstmal: Zielgruppen durchleuchten und alternative Kanäle identifizieren.
Gestalter:innen sind ständig auf der Suche nach Inspirationen, sammeln Informationen und visuelle Eindrücke für ihre Projekte. Die Social Media Feeds sind – oder waren! – dafür ziemlich gut geeignet. Mittlerweile tritt jedoch bei vielen eine Art Scrolling-Fatigue ein. Dafür gibt es auch den Begriff Doomscrolling. Man scrollt und scrollt und scrollt und letztlich werden einerseits unschöne Bilder angezeigt. Andererseits fühlen sich Gestalter:innen immer weniger davon inspiriert.
Das hat einen ganz einfachen Grund: Man wird tagtäglich überschwemmt von Content. Darunter befinden sich zig KI-generierte Inhalte, die sich schwer von anderen unterscheiden lassen. Ein geschultes Auge erkennt wohl noch die Unterschiede bei KI-Bildern. Aber AI Slops und schlecht umgesetzte Bilder machen das Scrollen eben nicht schöner und schon gar nicht inspirierender.
Menschen ab Mitte 40 löschen Social Accounts
Stimmen aus der Kreativbranche meinen, dass sie müde geworden sind, sich täglich durch ihre Social Feeds durchzuarbeiten. Ein aktuelles Reporting stützt dieses Stimmungsbild teilweise. Der Deloitte’s Media Consumer Trends Bericht 2026 hebt hervor, dass gerade die mittleren und älteren Generationen, sprich ab circa 45 Jahren, dazu neigen, ihre Accounts zu löschen oder sie stark reduziert zu nutzen.
Verlässlich nachhaltig scheint demnach der Stellenwert von Social Media zukünftig nicht zu sein, zumindest hinsichtlich älterer Generationen.
Auf die Jüngeren trifft das laut Report jedoch nicht zu, sie bleiben aktiv und konsumieren Social Media weiter. Ob diese Erkenntnis zu einer steigenden Altersgruppenschere führen wird, lässt sich aktuell nicht vorhersagen.
Sich die potenziellen Auslöser aus dem Bericht genauer anzuschauen, kann aber nicht schaden. Er zeigt, dass zwei Drittel der Befragten Deepfakes als äußerst problematisch finden. Vor allem, dass man diese häufig nicht als solche identifizieren kann. Und weiter:
»56 Prozent sehen in sozialen Netzen immer häufiger Inhalte ohne Mehr- und Unterhaltungswert, die offensichtlich KI-generiert sind.«
(Quelle: Media Consumer Trends 2026 von Deloitte)
Eins der Probleme scheinen also die schlechten AI Contents zu sein. Für Konsument:innen und für Gestalter:innen gleichermaßen. Die einen sind ermüdet, die anderen auch – und sie bekommen dadurch keine Inspirationen. Im Gegenteil.
Für kreative Werbetreibende in Agenturen und Unternehmen resultiert daraus zum Beispiel die Notwendigkeit, Zielgruppen und deren Mediennutzung vorab exakt zu durchleuchten.
Sollte sich die Kernzielgruppe von den sozialen Kanälen distanzieren, müssen datenbasiert diejenigen Alternativkanäle identifiziert werden, die das beste Potenzial für nachhaltige Reichweite bieten.