Best of TYPO 2011 – das Finale

Die TYPO 2011 endete mit Lachern, Christoph Niemann als Woody Allen der Illustration - und dem Ausblick auf 2012.



Der letzte Tag der TYPO 2011 nahm in der Zielgerade noch einmal ordentlich Fahrt auf – und beeindruckte auf ganz unterschiedliche Art.

Zuerst mit Thomas Lupo, Kreativdirektor bei Jung von Matt, der für fünf Monate in die brasilianische Favela Belo Horizonte ging, um dort mit Kindern ein Kreativprojekt zu starten. Angetrieben von dem Motor, dass Kreativität noch anders eingesetzt werden kann als für kommerzielle Projekte, von der Frage »wie kann ich etwas pflanzen, das nachhaltig ist?« und auch auf der Sinnsuche, arbeitete er in dem dortigen Kindergarten.

Von Monstern und Identität


Lieblingsmotiv der Kinder: Monster, die er mit ihnen erst malte, dann in Aufkleber umwandelte, die sie in der Favela und darüber hinaus klebten, in Collagen, schließlich in überlebensgroßen Selbstporträts der Kinder, die sie plakatierten, Papp-Gegenständen, die sie bastelten – von der Armbanduhr zu Computern und Band-Equipment, Monster Dolls, die sie nähten und an Türen, Straßenecken und Zäunen für andere hinterließen und kleinen Lochkameras aus Streichholzschachteln mit 35 mm Filmen mit denen die Kinder ihr Leben dokumentierten.

Ein großartiges Projekt, das in der Initiative arthelps mündete, die heute mit Kindern in Afghanistan und Südafrika arbeitet und mit Jugendlichen aus dem freien Strafvollzug in der Schweiz.

Grandezza und Hintersinn

Und dann kam er. Angekündigt als das Highlight des Tages – und sicherlich auch eines der gesamten Konferenz. Christoph Niemann aus Waiblingen, der elf Jahre in New York lebte, vor dreien mit seiner Familie nach Berlin zog – und seitdem auch hier stürmisch gefeiert wird. Für seine humorvolle und hintersinnige Arbeit, für grandiose Cover wie dem für The New Yorker, auf dem er nach der Katastrophe von Fukushima die blühenden Kirschblüten mit dem Zeichen für Strahlengefährdung ersetzte. Für seine gezeichnete Kolumne, seine aberwitzigen Kinderbücher, seinem Gespür dafür, unique Bilder zu finden, intellektuell aufgeladen und genau auf den Punkt.

Niemann führte durch seine Arbeit und in die Abgründe des Pendelns mit Delta Airlines zwischen Berlin und New York, in sein Universum und seine »Kuschelecke«, die er am liebsten nicht verlässt – und bis in sein Badezimmer hinein, das er nach dem Plan der New Yorker U-Bahn kachelte. Man muss das Vokabular der Zielgruppe nutzen, betonte er – und führte gleich vor Ort vor, wie gekonnt er das beherrscht.

Finally 2012


Ein hochkarätiger, gefeierter Abschluss beim Jürgen Siebert auch das Thema der Typo 2012 bekannt gab: »sustain«. Nicht der Blick in die Zukunft, sondern auf das Nachhaltige, was einen beständig begleitet und seinen Wert in kurzlebigen Zeiten nicht verliert.

Foto oben: Christoph Niemanns Replik auf das Verhältnis zwischen Kunden und Designern




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