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Nie war sie internationaler: Die Indiecon 2022

Morgen startet mit der Indiecon das Festival bei dem man dabei sein muss, wenn man sich für Indie-Mags interessiert. Mehr als 100 Macher:innen aus 19 Ländern sind vor Ort. Der Eintritt ist frei, das Programm enorm.

Indie Mags: Ayomide Aborowa vom Irin Journal
Ayomide Aborowa ist Geologin – und Magazinliebhaberin. So entstand ihr »ìrìn Journal«, das einen anderen Blick auf Afrika wirft.

Auch in diesem Jahr präsentiert die Indiecon Magazine, Bücher, Zines und andere »Printed Goods« – und das von über 100 Indie-Verlagen und Solo-Publishern und aus 19 Ländern.

Auch wir haben in den letzten dort immer wieder Entdeckungen gemacht. Hinterlands gehört dazu (hier im Interview), Ruhm & Ego und das Studio Superkolor mit seinen tollen Risografien. Es ist immer wieder eine Freude, die zahlreichen Tische mit den Indie-Mags und anderen Publikationen abzulaufen und vor allem auch, live mit den Macher:innen ins Gespräch zu kommen.

Spannende Indie-Mag-Macherinnen vor Ort

In diesem Jahr werden auch Ayomide ­Aborowa (Foto oben) aus Lagos und Olivia Spring aus Maine auf der Indiecon sein.

In ihrem »ìrìn Journal« zeigt die Geologin und Magazin-Enthusiastin Aborowa (hier im Interview), einen anderen Blick auf Afrika und hat das Magazin. Olivia Spring aus Maine hingegen betreibt Inklusives Storytelling in ihrem Indie-Mag SICK, das sie 2019 launchte. Das beschäftigt sich mit Menschen, die eben das sind: behindert oder chronisch krank. Ganz wie sie selbst. Elf Jahre alt war sie, als sie eines Morgens aufwachte und nichts mehr war wie zuvor. Chronische Lyme-Borreliose war die Diagnose und Tage ohne Schmerzen kennt die gebürtige New Yorkerin, die heute Mitte 20 ist, nicht.

Gemeinsam mit Maya Mounme, Herausgeberin des Journal Safar aus Beirut, werden sie auf der Indiecon Conference sprechen, die an zwei Abenden stattfindet. Gleichzeitig haben sie drei der sechs vergebenen Indiecon-Reisestipendien International Travel Grants erhalten, die internationalen Teilnehmer:innen trotz gestiegener Kosten und anhaltender Beschränkungen ermöglicht, live vor Ort dabei zu sein.

Take a look into the mirror: What do you see? Die #Indiecon2021 und ihre zahlreichen Ausstellenden Bild: Foto: Malte Spindler (c) Die Brueder Publishing

Magazine: Raus aus der Filterblase!

Spannend, was die drei Magazin-Macherinnen zu erzählen haben. Genauso wie die anderen Sprecher:innen auf der Indiecon Conference, zu denen u.a. Laura Naum & Petrica Mogos vom Kajet Magazin aus Bukarest gehören. Dazu gibt es Vorträge und Diskussionen – und mehr als 100 Ausstellende.

Darunter auch Ekin Balcioglu und Steve Weiner vom Hamam Magazin (hier im Interview), das sich von Taos, New Mexico aus der weltweiten Badekultur widmet. Happy Potato Press und das transform Magazin sind vor Ort, hinterlands, Kapsel und the modernist.

»Die Indiecon ist ein Familientreffen. Publisher aus der ganzen Welt kommen nach Hamburg um sich auszutauschen, um alte und neue Freund:innen zu treffen und neue Impulse für ihre Projekte zu sammeln«, sagt Indiecon-Mitgründer Malte Sprindler. »Besucher:innen finden Hefte, die ihnen in ihrer Filterblase vielleicht sonst nie begegnet wären und treffen die Menschen hinter den Magazinen – das verbindet!«

»Repetition is not a Repeat« heißt das diesjährige Festivalmotto. Und das soll nicht nur auf die Publisher verweisen, deren Arbeit sich im Spannungsfeld zwischen Wiederholung und Neuerfindung befindet, sondern auch darauf, dass Gesellschaften fortlaufend verhandeln, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Was bleiben und was anders werden soll, was man festhält und was man loslässt.

Das sind Diskurse, die sich auch in den Publikationen der Indiecon 2022 wiederfinden. Vom 2.-4. September 2022 führt sie um die Welt. Und das wegen Renovierungsarbeiten diesmal in der neuen Location Hammerbrooklyn.

Der Eintritt für Besucher:innen ist kostenfrei, nur anmelden muss man sich unter indiecon-festival.com.

Zum weiterlesen: Die besten Indie-Magazine

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