S-Bahn-Kampagne: Wie Scholz & Volkmer KI & echtes Leben kombiniert
»Echtes Leben fängt mit S an«: Für den RMV und die S-Bahn Rhein-Main hat Scholz & Volkmer eine Imagekampagne entwickelt, in der die Wiesbadener Agentur klassische Fotografie mit generativer KI kombiniert hat.

Ist der Claim Programm? Oder kann die Kombination aus klassischer Fotografie und generativer KI ein intelligenter Weg sein, die Menschlichkeit in Visuals zu bewahren und auch, sich gegen das Gefühl der Gleichgültigkeit zu stemmen, das mit dem Betrachten von KI-generierten Personen so oft einhergeht?
Die Wiesbadener Agentur Scholz & Volkmer ist diesen Weg in ihrer Imagekampagne für den Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) gegangen.
Rund 500.000 Fahrgäste nutzen die S-Bahn Rhein-Main täglich, sie ist integraler Bestandteil des Alltags und das möchte die Kampagne betonen.
Und zwar mit kleinen Szenen, wie sie sich täglich in den Zügen ereignen. In denen Paare in Partner-Freizeitkleidung in die Natur fahren, Nachtschwärmer am Morgen neben Frühaufsteher:innen sitzen oder plaudernde Schülerinnen neben dem Hipster, der, mit dem Laptop auf den Knien was erledigt.

Was ist heute zeitgemäß?
Mit dem Titel »Echtes Leben fängt mit S an« ist die Kampagne überschrieben und mit Claims wie »Nightlife fängt mit S an«, »Bildung fängt mit S an« oder »Freizeit fängt mit S an«.
Schon allein der Titel der Kampagne ist ein Grund das echte Leben nicht mit künstlich generierten Menschen einzufangen.
So wählte Scholz & Volkmer eine hybride Lösung und kombinierte klassische Fotografie mit KI.
Und ging dabei noch einen Schritt weiter: Denn als Models castete sie wirkliche Fahrgäste aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Dieser hybride Ansatz ist das Ergebnis von Diskussionen, die um Fragen kreisten wie »Ist ein klassisches Foto-Shooting im Jahr 2026 überhaupt noch zeitgemäß?«, »Wird der Einsatz von KI positiv oder negativ antizipiert?« oder »Braucht es angesichts der Möglichkeiten generativer KI einen anderen Produktionsansatz?«

Neues Arbeiten, unveränderter Anspruch
Wie es von Scholz & Volkmer heißt, sprach am Ende ein ganz praktischer Grund für KI: Da durch deren Einsatz die Zeit, die ein S-Bahn-Fahrzeug aufgrund der Produktion aus dem Betrieb genommen werden muss, bzw. nicht zur Verfügung steht, signifikant reduziert wird.
Da sie aber auf jeden Fall wirkliche Menschen abbilden wollten, wurden für die Zugszenen die Fahrgäste ins Studio geladen und fotografiert und anschließend in einem mehrstufigen KI-Prozess Personen, Interieur und Requisiten zu den Bildwelten zusammengeführt.
Die Kreativen beschreiben dieses Projekt als »Teil einer grundsätzlichen Auseinandersetzung damit, wie sich Produktionsprozesse in der Kreativbranche derzeit verschieben« und betonen, dass das Arbeiten zwar neu ist, der Anspruch aber unverändert.
Als Tools hat Scholz & Volkmer vor allem mit Figma, Weave und Magnific genutzt – und den Produktionsprozess in einem Making-of-Film und auf der Kampagnen-Website transparent gemacht.

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