»Between & Beyond«: Wie eine Identity Raum wird
Das Designstudio Schmid/Widmaier hat für eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, die sich mit Raum in der Kunst beschäftigt, genau diesen in eine Identity übersetzt – und das mit einer ganz eigenen Schrift.

Das Münchner Designstudio Schmid/Widmaier ist eine Klasse für sich. Es arbeitet vornehmlich im Kulturbereich, für Theater, Museen, Film, Musik oder Verlage – und hat die Identity und Website von Christoph Niemann gestaltet.
Eine interessante Aufgabe war auch die Gestaltung einer Identity samt Grafiken, Plakate und Werbemitteln für ein Ausstellungsprojekt in der Pinakothek der Moderne.
»Between & Beyond« heißt die Schau, die sich mit einem spannenden Thema beschäftigt: mit dem Raum, und damit, was er in der Kunst bedeutet, wie er die Bewegung und Wahrnehmung bestimmt und das Verhältnis zwischen Kunstwerk und den Betrachtenden.
Davon erzählt schon der Titel der Ausstellung, der sich auf die Minimal Artists der 1960er-Jahre bezieht. Sie haben den Raum, der ihre Arbeiten umgibt, entweder als deren festen Bestandteil gesehen, der »between« Werk und Betrachtenden steht, oder ihn als imaginären, übernatürlichen Raum gesehen, der »beyond« durch Licht, Schatten und Bewegung erfahrbar wird.
Bild: Reiner Hofer / reinerhofer.de
Schrift als Raum
Davon, was passiert, wenn der Ausstellungsraum selbst Teil der Kunst wird, handelt die Schau – und auch die Identity von Schmid/Widmaier.
Denn was geschieht dann mit den Besuchenden der Ausstellung selbst? Werden sie Teil des Kunstwerks – und das aus den verschiedenen Perspektiven, die sie immer wieder einnehmen?
Diesen Gedanken übersetzen die Kreativen in eine speziell für die Ausstellung entwickelte Schrift, die selbst Raum wird. Die sich wölbt und in die verschiedenen Richtungen dreht, nach vorne lehnt und sich nach hinten drückt.
Das greift das Designsystem auf, das durch die Ausstellung führt und ebenfalls mit Perspektiven spielt.

In Bewegung
Gleichzeitig wird die räumliche Typografie Teil der Ausstellung, findet sich auf Wandtexten und anderen Erläuterungen wieder.
Ganz schlicht in schwarz auf weiß ist die Identity gehalten – und wird für Print und Social Media in ein leuchtendes Rosa und Türkis getaucht, das durch zusätzliche Farbschattierungen im Hintergrund die Schrift zusätzlich in Bewegung geraten lässt.
Noch bis zum 29. August 2027 ist die Ausstellung »Between & Beyond« in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen.

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