Corporate Design

Corporate Design, kurz CD, bezeichnet das Konzept und die gestalterische Umsetzung des einheitlichen Erscheinungsbildes eines Unternehmens. Es folgt nicht nur rein ästhetischen Gesichtspunkten, sondern soll auch die Politik und Kultur im Unternehmen öffentlichkeitswirksam und mitarbeitermotivierend widerspiegeln. Corporate Design wirkt sich stets auf die interne als auch auf die externe Kommunikation eines Unternehmens oder einer öffentlichen Institution aus.

Im Idealfall resultiert daraus eine erkennbare Corporate Identity, kurz CI. Die Corporate Identity stützt und befördert die Bindung und Motivation der Mitarbeiter und stärkt zudem das Bild in der Öffentlichkeit. Gelingen CD und Corporate Identity, wirkt sich dies markenstärkend aus. Nicht zuletzt ist auch die Akquise neuer Mitarbeiter und Kooperationspartner ein nicht zu unterschätzendes Motiv für ein stimmiges Corporate Design.

Bei der Entwicklung eines Corporate Designs steht stets der praktische Nutzen im Vordergrund. Dem Gestaltungsgrundsatz »Form follows function« folgend, entwirft der Corporate Designer das Logo und die Farbkonzepte des CDs eines Unternehmens trifft die Auswahl der Hausschriften und konzipiert und gestaltet auf dieser Grundlage ganze Geschäftsausstattungen und nimmt Einfluss auf Webauftritte und sortimentsübergreifende Produktdesigns. Im Prinzip zählen auch alle anderen Werbe- und Kommunikationsmittel dazu, die ein Unternehmen extern in Auftrag gibt und die zu diesem Zweck in einem Corporate-Design-Handbuch dokumentiert werden müssen. Auch dies ist Aufgabe des Corporate Designers.

mehr

Wind: E-Scooter mit Superhelden-Image

Um auf dem stark umkämpften Markt der E-Scooter zu bestehen, hat die Agentur Ragged Edge die Marke Wind mit einem neuen prägnanten Branding versehen. mehr

Das sagen Design-Experten zum neuen VW-Markenauftritt

Ein losgelöstes W, ein ausgrenzender Frame, nerdy-technoides Design: Das sagen Rüdiger Goetz von KW43 und Olaf Stein von Factor zum neuen VW-Erscheinungsbild.

mehr

Nicht weniger als der Start einer neuen Ära: VW mit neuem Markenauftritt

New Volkswagen: Neuer Markenauftritt für VW – und erstmalig auch ein Soundlogo. mehr

Blick in die Zukunft: Neues Berliner Museum Futurium

Heute eröffnet im Berliner Regierungsviertel das Futurium – mit einem Erscheinungsbild des Designbüros Heine/Lenz/Zizka und einer Kampagne von Scholz & Friends und zehn Illustratoren. mehr

Anzeige

Was hat Cidre mit Flamingos und Heißluftballons zu tun?

Das zeigt das Studio lg2 in ihrem Corporate Design für den Verband der Cidre-Produzenten von Quebec … mehr

Umwerfend schön: Identity für das Produktdesignstudio Noto

Das Studio Onogrit hat ein Corporate Design entworfen, das Typografie und Farben charmant kombiniert. mehr

Jochen Rädeker über die Zukunft von Design in Zeiten von KI

Wenn eine Designagentur ein Tool entwickelt, das automatisch Layouts generiert, stellt sich unweigerlich die Frage: Schaffen sich Designer jetzt selbst ab? Jochen Rädeker, Gründer und Geschäftsführer von Strichpunkt, sagt nein. Das Gegenteil sei der Fall.

mehr

Teaser PAGE EXTRA CD/CI Ranking 2019

PAGE Ranking 2019: Corporate Design und Identity

Das PAGE Ranking 2019 für Corporate Design und Identity listet die Top 20 unter den CD/CI-Büros und -Agenturen – jetzt als Beilage in der aktuellen PAGE. mehr

Anzeige

Flex Mussels: Herrlich maritimes Corporate Design

Wie ein Tag am Strand: Studio Butter lässt maritime Sommerfrische durch die Corporate Identity des Restaurants Flex Mussels wehen. mehr

Bildung für alle – mit Paukenschlag! Johnson Banks redesignt Teach First

Die britische Organisation Teach First kämpft für gleiche Chancen aller Schulkinder. Die Londoner Agentur Johnson Banks unterstützt das mit einem großartig prägnantem und launigem Redesign. mehr

Wohl bekomm’s: Studio Oeding gestaltete Kinfelts Kitchen and Wine

Von hochwertigen Visitenkarten bis zum mittäglichen Instagram-Post: 
Studio Oeding hat dem Hamburger Restaurant Kinfelts Kitchen & Wine ein stimmiges Erscheinungsbild verliehen – mit ganz viel Liebe zum Detail.

mehr

Designt bald die KI für uns?

Strichpunkt hat für die Deutsche Post DHL Group ein neues Markenmanagement-Portal entwickelt – samt einem KI-Tool, das automatisch Layouts kreieren kann.

mehr

Anzeige

Toast Ale: Mit Bier den Klimawandel verhindern

Die Londoner Agentur B&B hat die Biermarke Toast Ale redesignt und setzt dabei auf dessen ungewöhnliche Herstellungsmethode. mehr

Rosa Pizza: Romantisches Corporate Design

Das Estudio Mundial verwandelt das Erscheinungsbild für die Pizzeria Rosa in eine Liebeserklärung. mehr

Zeichen & Wunder gestaltet Landesfischereiverband Bayern neu

Moderner Natur- und Gewässerschutz: Mit klarer Typografie, frischen Illustrationen und den Farben von Seen und Flüssen redesignt Zeichen & Wunder das Corporate Design des Landesfischereiverbands Bayern. mehr

Dumpling Darlings: Illustriertes Corporate Design voller Geschichten

Foreign Policy Design versieht das Teigtaschen-Bistro Dumpling Darlings mit einem illustrierten Erscheinungsbild, das Geschichten von dem Mädchen Jo und ihrem Schweinchen Pork Chop erzählt. mehr

Anzeige

Wie Metallschrott bei einem Marken-Relaunch zu Kunst wird

Die Agentur Beauford 8 relauncht den Markenauftritt von Lang Recycling auf sehr ungewöhnliche Weise. mehr

Le Rosé Bleu: Mit Wein gegen Meeresplastik

Die Brandingagentur Anagrama hat den Wein Le Rosé Bleu mit einem Corporate Design versehen, das vom Meer inspiriert ist. mehr

Nach dem Launch oder Relaunch eines Corporate Designs dokumentieren Corporate Designer alle analogen und digitalen Kommunikationsmittel und deren Nutzungsweise in einem Corporate-Design-Handbuch. Meist zeigt ein solches CD-Manual die Möglichkeiten der Verwendung anhand von Beispielen.

Der Wiedererkennungswert ist eines der wichtigsten Merkmale von Corporate Design. Wie prägnant oder unauffällig, aufdringlich oder unaufdringlich ein Corporate Design ausfallen sollte, ermitteln Konzepter und Designer im Verbund mit dem Auftraggeber. Nicht selten wirken Agenturen in einem solchen Designprozess auch als Berater, denn sie müssen die Motive, Businessideen und Ziele des Unternehmens oder der auftraggebenden Institution verstehen, um eine Wort-Bild-Marke zu entwickeln, die sich schlüssig und Corporate-Identity-wirksam in die Unternehmensphilosophie einfügt, diese erst sichtbar macht und, nicht zuletzt, bei der Zielgruppe gefällt.

Corporate Designer kreieren Gestaltungskonzepte, die immer wieder die positive öffentliche Präsenz und die Kernkompetenz eines Unternehmens vermitteln. Zudem polieren sie bestehende Corporate Designs immer wieder auf, damit diese auch Jahre und Jahrzehnte später noch zeitgemäß und modern wirken, um neue Zielgruppen zu finden oder bestehende zu halten.

Imagepflege ist aber nicht zuletzt auch in der internen Kommunikation enorm wichtig geworden, da Mitarbeiter ihr Unternehmen dann passend repräsentieren, wenn sie sich mit ihm identifizieren können. Hier können CD-Manuals und -Leitfäden unterstützend wirken, weil sie dem Mitarbeiter Orientierung in der Außenkommunikation geben und die Corporate Identity nach innen sicht- und im Idealfall auch fühlbar machen.

In der Designgeschichte finden sich keine eindeutigen Informationen über die erste Verwendung des Ausdrucks »Corporate Design«. Möglicherweise führte der Architekt und Industriedesigner Peter Behrens als einer der Ersten für AEG ein einheitliches Erscheinungsbild ein. Diese Design-Beratung erfolgte wahrscheinlich zwischen 1907 und 1914. Seither ist Corporate Design als Wettbewerbsfaktor immer weiter in die unterschiedlichsten Branchen und Geschäftszweige vorgedrungen.

Corporate Design ist natürlich auch Studieninhalt. Ihr erstes umfassendes Corporate-Design-Thema bearbeiten nicht wenige Designer in ihrer Bachelorarbeit, indem sie ein Erscheinungsbild für ein Unternehmen aus einer beliebigen Branche oder einem beliebigen Wirtschaftszweig konzipieren und gestalten. Dies kann fiktiv oder konkret sein. Im Masterstudium dann wird Corporate Design eher unter marken- und businessstrategischen Gesichtspunkten behandelt.

Im Grunde berücksichtigt ein Corporate Design heute so viele Aspekte, dass man eher von einem ganzen CD-Ökosystem aus Design, Handling, Habitus, Wording, Tonalität und Timing sprechen könnte. Der Grund dafür liegt im tiefgreifenden Wandel, den Corporate Design angesichts von Digitalisierung und Globalisierung in Richtung Web 2.0 durchgemacht hat und immer noch durchmacht.

Äußerte sich ein Corporate Design auch früher bereits in gewissen Handlungsdirektiven gegenüber dem Kunden (Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln am Empfang oder in der Filiale), in einem klar definierten Wording am Telefonempfang oder im Callcenter, in der Vergabe gebrandeter Incentives oder einem klar umrissenen Mitarbeiter-Dresscode, so erstreckt sich die Entwicklung und Umsetzung des Corporate Designs heute weit über das Erscheinungsbild von Unternehmen hinaus bis in die Pflege einer markenspezifischen Tonalität und in ein persönliches Mitarbeiterverhalten hinein, das dem User und Kunden das Gefühl vermitteln soll, Teil einer Clique zu sein – Stichwort Community Building –, und zwar in vielen Fällen nicht nur online oder offline, sondern sowohl offline als auch online über alle Markenkanäle hinweg. Selbst die Auswahl der Kanäle, die ein Unternehmen in der Kommunikation nach außen (und innen) bedient, ist Bestandteil von Corporate-Design-Erwägungen.

Ein Corporate Design muss heute mehrkanalfähig sein und sich permanent in einer öffentlich sichtbaren Empfehlungskultur beweisen, die durch die Social-Media-Kanäle erst möglich wurde. Dadurch aber musste CD subtiler werden, was sich nicht nur darin zeigt, dass sich das Logo selbst »verflüssigt« – Stichwort generatives Logo – oder sich zum durch den Nutzer oder Kunden veränderbaren Objekt macht, sondern ebenso darin, dass Corporate Design sich auch auf den öffentlich gepflegten Habitus der Mitglieder und Kunden von Unternehmen erstreckt.

Im Effekt entstehen so Corporate Designs, deren Styleguides auch die Philosophie eines Unternehmens sichtbar machen oder durch Verhaltenskodexe inszenieren, indem sie die Verhaltensmuster der Mitarbeiter gegenüber Kunden und Usern durchdeklinieren – man könnte hier von markenspezifischen Umgangsformen sprechen oder von »Corporate Concepts«. So bedeutet Branding heute in gewissem Sinne auch, Zwischenmenschlichkeit in der Markenerfahrung zu inszenieren oder zu simulieren – und ersetzt damit den Support, der nur noch selten sein menschliches Antlitz zeigt oder zumindest eine menschliche Stimme hören lässt.

Letzteres jedoch kann im Fall von Service-Störfällen erhebliche negative Auswirkungen haben. Da die Kunden Produkt- und Servicemängel immer auch über die sozialen Medien abstrafen und transparent machen können, entsteht interessanterweise der Anspruch, authentisch und transparent zu kommunizieren und dabei gleichzeitig Wandlungsfähigkeit und Geschwindigkeit zu bezeugen. Auf diese Weise verschiebt sich der Handlungsrahmen von Corporate Design immer weiter in Richtung Kommunikationsstrategie und Customer-Relationship-Management oder muss diese Aspekte zumindest in seine Betrachtungen miteinbeziehen.

Man könnte sagen: Die klassischen Designmerkmale im Erscheinungsbild eines Unternehmens wie Logo, Wort-Bild-Marke, Corporate Sound, Farbigkeit und Schrift diffundieren in die Erkennbarkeit eines markenspezifischen Kontexts, der dem Kunden umgehend das Feedback gibt, das er sich wünscht, und dies im Idealfall überall.