Für wen macht eine Ausbildung zum Mediengestalter Sinn?

Wer ein Studium im Fach Grafik-, Kommunikations- oder Interaction Design erwägt, aber schon früh im Beruf stehen möchte, sollte über eine Ausbildung zum Mediengestalter nachdenken. Warum, erläutert Robert Glogowski, Leiter des Referats Berufswirtschaft im BDG – Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner.



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Robert Glogowski ist Leiter des Referats Berufswirtschaft im BDG. Seit über zehn Jahren ist er im Prüfungsausschuss Mediengestalter Print an der IHK Braunschweig und bildete in seiner Agentur geckodesign selbst schon viele junge Menschen zu Mediengestaltern aus. Im PAGE-Interview erklärt er, warum er eine betriebliche Ausbildung für eine gute Grundlage hält.

Ein Studium ist nicht der einzige Weg in Richtung Kreativbranche. Für wen macht eine Ausbildung zum Mediengestalter Sinn?
Viele junge Menschen sind nach der Schule erst einmal besorgt. Sie hören von hohen Lebenshaltungskosten während der Ausbildung und davon, dass der Arbeitsmarkt sich immer mehr verändert. Die Entscheidung, für eine Ausbildung anstelle eines teuren Studiums fällt dann unter Umständen nach sehr gewissenhaften Überlegungen, welches der sicherste Weg ins Berufsleben sein könnte.

Das klingt mehr nach einer pragmatischen als nach einer inhaltlichen Entscheidung.
Ist es sicherlich auch manchmal. Dass man in der Ausbildung bereits Geld verdient, während ein Studium jede Menge kostet, ist nicht zu unterschätzen. Aber natürlich gibt es auch inhaltliche Argumente für eine Ausbildung.

Welche Punkte sind das?
Wenn man gute Ausbilder hat, lernt man von Grund auf, wie Gestaltung geht und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Die Ausbildung berücksichtigt alle relevanten Gestaltungsprogramme und Techniken, die heute im Kreativberuf benötigt werden. Ein riesiges Plus ist auch die tägliche Nähe zum Business. Wer mehrere Tage in der Woche in einer Designagentur arbeitet, erfährt, was Belastbarkeit, Produktionsgeschwindigkeit und Teamplay bedeuten.

Was sollten Bewerber bei der Suche nach einem guten Ausbildungsbetrieb beachten?
Das Sich-Behaupten auf dem Arbeitsmarkt beginnt tatsächlich schon mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sicherlich kann man sich auf eine ausgeschriebene Stelle bei Agenturen, Medienhäusern oder Unternehmen bewerben – und dort möglicherweise auch Glück haben und viel lernen. Ich persönlich glaube aber, dass es viel mehr bringt, in einer kleinen Firma zu lernen. Vielleicht sogar bei einem einzelnen Designer, an dem man sehr nah dran ist, dem man jede Frage stellen kann und mit dem man mitleidet, wenn es in die Endphase eines Auftrags geht. Wer es schafft, so jemanden dazu zu bringen, dass er einen ausbildet, hat schon mal Überzeugungskraft bewiesen.

Die Chancen, von einem One-Man-Büro später übernommen zu werden, dürften dafür nicht so gut stehen wie in großen Häusern.
Das stimmt. Man sollte sich aber ohnehin überlegen, wie es nach der Abschlussprüfung weitergehen soll. Es ist gar nicht so unüblich, im Anschluss noch zu studieren. Gerade für Absolventen, die sich weiter auf den Bereich Gestaltung konzentrieren wollen, kann es sehr sinnvoll sein, das handwerkliche und betriebliche Wissen aus der Ausbildung mit dem ganzheitlichen Ansatz eines Designstudiums zu verbinden. Oder man entscheidet sich für ein ganz anderes Studienfach. Solche Hybridkarrieren mit Medienkompetenz haben in meinen Augen eine große Zukunft.

Was ist, wenn ich gar kein Abitur habe oder nicht studieren will?
Auch dann hat man als Mediengestalter Möglichkeiten, allerdings weniger in der Kreation als in der Exekution. Gute Chancen für eine Karriere in der Kommunikationsbranche hat man, wenn man sich spezialisiert. Wer im technischen Bereich stark ist, kann so zum Beispiel eine Karriere als Produktioner in einer Agentur anstreben. Auch, wem Kundenführung und verantwortungsvolle Projektleitung liegen, stehen viele Türen offen.

 

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