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Klimakiller Wolle: Packender, toll illustrierter Bericht

Von wegen Schafe, die friedlich grasen und beizeiten geschoren werden: Ein anschaulich gestalteter Report des Center for Biological Diversity und von Collective Fashion Justice zeigt, wie verheerend die Wollproduktion ist.

Die Wollindustrie hat ganze Arbeit in Sachen Marketing geleistet. Denkt man an Wolle, denkt man daran, wie natürlich sie ist, hochaufgeladen mit Tradition und deswegen gleichzeitig auch umweltfreundlich.

Dass das aber vor allem Greenwashing ist, zeigt ein Bericht des Center for Biological Diversity und der Initiative Collective Fashion Justice.

Noch gibt es keine zentral zugänglichen Daten die belegen, welche Auswirkungen die Wollproduktion auf Land, Wasser, Klima und Artenvielfalt hat, deswegen wurde er aus verschiedenen internationalen Quellen zusammengetragen.

1.1 Prozent der gesamten weltweiten Textilproduktion machte Wolle 2019 aus, führend sind Australien mit 25 Prozent, China mit 18 Prozent und die USA mit 17 Prozent. Und man kann denken: nur 1.1 Prozent, das ist nicht viel, aber Wolle ist ein natürliches Produkt, Schafe brauchen Land und zudem muss die Wolle stark bearbeitet werden, bevor sie verwendet werden kann.

Deshalb ist die Emission von Treibhausgasen, sind die Nutzung von Land, der Verlust von Artenvielfalt und Verschmutzung besonders hoch.

Und zwar gleich fünf Mal so hoch wie bei der herkömmlichen Herstellung von Baumwolle, heißt es in dem Bericht »Shear destruction: Wool, Fashion and the Biodiversity Crisis«.

Einladung zum Verstehen

Um diese Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit anschaulich zugänglich zu machen, wurden das Berliner Studio Very Good Looking und die Illustratorin Ari Liloan beauftragt.

Mit viel Weißraum, licht, strukturiert und einnehmend von Very Good Looking gestaltet und mit Schrift in Rot, Schwarz und hellblau versehen, schafft der Bericht einen klaren Überblick, ist informativ ohne mit Textmengen zu erschlagen und lädt zum lesen ein.

Die begleitenden Illustrationen stammen von Ari Liloan, ebenfalls aus Berlin, die komplexe Zusammenhänge in packend gesampelten Bildern darstellt.

Sie verwandelt Schafe in Landschaften und zeigt, wie beim Scheren gleichzeitig Boden, Bäume und Pilze mit weggeschoren werden und lässt dazu dunklen Rauch aufsteigen. Sie illustriert, wie der Wollschere gleichzeitig auch Koalas, Vögel und andere Tiere zum Opfer fallen oder wie an den eigenen Stricknadeln neben dem hübschen Selbstgerickten gleich jede Menge Emissionen hängen.

Gerade mal 57 Seiten lang ist der Bericht und absolut sehens- und vor allem auch lesenswert. Herunterladen kann man »Shear destruction: Wool, Fashion and the Biodiversity Crisis« auf der Website von Collective Fashion Justice oder direkt hier.

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