Der Trend geht zu animierten Plakaten

Schluss mit statischen Postern! Warum Plakate in Zukunft immer häufiger animiert sein werden …



 Immer häufiger bekommt man Plakate nicht auf der Straße zu sehen, sondern in Social Media, Email-Einladungen oder auf Websites.

Genau das ist der Grund, warum Illustrator und Designer Gonçalo Duarte aus Lissabon begann, seine Plakate zu animieren. Die Musikclubs, für die er arbeitete, ließen für ihre Veranstaltung meist höchstens eine Handvoll Plakate drucken, die sie im Eingang und im Club selbst aufhängten. Die eigentliche Ankündigung des Events verbreiteten die Plakate über Social Media. So entstand auch das oben gezeigte Poster für den zweiten Geburtstag des Damas Clubs in Lissabon – mit einer animierten Illustration zweier Damen.

Gleichzeitig bieten Plakatdisplays der Outdoor-Werbefirmen immer mehr technische Möglichkeiten für Plakate in Bewegung. Zunehmend müssen Plakatgestalter also darüber nachdenken, ob sie mit statischen Postern noch auskommen. Studio Feixen aus Luzern zum Beispiel würde diese Frage wohl verneinen. Die Schweizer experimentieren mit neuen Event-Ankündigungsformen. Für das Festival Oto Nové Swiss kreierten sie sogar ein interaktives animiertes Plakat, das die Leser online mitgestalten können. Im Web können Plakate sogar responsiv werden, wie ein weiter unten gezeigter Entwurf von Studio Feixen für das Luzerner Theater zeigt.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade Schweizer Gestalter, die ja schonmal in den fünfziger und sechziger Jahren das Plakatdesign mit dem Swiss Style revolutionierten, die Vorreiter beim Thema animiertes Plakat sind. Auch Josh Schaub liebt dieses neue Genre. Der Züricher Designer, den wir anlässlich des 30. Jubiläums von PAGE als eines von 30 Talenten unter 30 Jahren vorstellten, spielt auch eine wichtige Rolle in einem Artikel in der aktuellen PAGE 11.2017. Dort geht es darum, wie Design, Illustration und Animation im Grafikdesign immer stärker ineinander greifen – und bald gar nicht mehr voneinander unabhängig gedacht werden können.

Weiter unten sind auch Arbeiten zu sehen, die Josh Schaub für einen ganz anderen Verwendungszweck herstellte. Und zwar für die Microsite, die die Schriftenschmiede Grilli Type für ihre Fontfamilie GT Walsheim gestaltete. Die Schrift beruht auf dem Lettering der klassischen Poster des 1961 verstorbenen Otto Baumberger. Für die Website wurden eine Reihe seiner alten Plakate in Bewegung gesetzt. Was Baumberger sich garantiert nie hätte träumen lassen!

Weitere Beispiele zeigen, wie vielseitig die animierten Poster daherkommen können. Zum Beispiel diese animierten Plakate von Happy Little Accidents für Vorträge und Gesprächsabende aus der Reihe »Berlin Urban Protocols«:

 

 

 

 

 

Das Pariser Duo Violaine & Jérémy entwickelte das Erscheinungsbild für die Saison 2017/2017 des Théâtre des Bouffes du Nord – einschließlich animierter Plakate:

 

 

 

 

 

 

Drei Arbeiten von Studio Feixen aus Luzern, darunter die animierten Plakate zur oben erwähnten interaktiven Poster-Website www.otonoveswiss.co.uk:

 

 

 

 

 

Zwei Plakate von Josh Schaub für die Website der Font-Familie GT-Walsheim von Grilli Type, ein Poster für die Soirée Graphique sowie ein Plakat für das Luzerner Fest – die Gestaltung übernahmen hier Till Lauer und Mahtola Wittmer, Josh Schaub sorgte für die Animation:

 

 

 

Till, Mahtola & Josh! Es bewegt sich! Gratuliere!

Posted by Erich Brechbühl on Dienstag, 20. Juni 2017

 

Man kann ein Plakat auch einfach mal qualmen lassen, wie es das Studio UNFUN aus Nürnberg hier tut:

 

 

Plakat mit Illustrationen von PAGE-Mitarbeiterin Karin Kraemer für das Comicfestival Hamburg: Die charmanten Charaktere empfangen den Besucher auch auf der Website:

 

 

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