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Zeichner:innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus

»Auch wir sind zu lange sprachlos geblieben«, sagt eine Gruppe Zeichner:innen und startet heute die Plattform »Wie geht es dir?« Dort veröffentlichen sie Geschichten, die im Dialog mit Betroffenen von Antisemitismus, Hass und Rassismus entstehen.

Eine Gruppe Zeichner und Zeichnerinnen haben sich zusammengefunden, um nach dem »grauenhaften Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und die schrecklichen Ereignisse seither«, mit ihren Möglichkeiten Sichtbarkeit für die betroffenen Menschen zu schaffen.

Initiiert haben »Wie geht es dir?« die Zeichner:innen Hannah Brinkmann, Nathalie Frank, Michael Jordan, Moritz Stetter, Birgit Weyhe und Barbara Yelin.

Und es ist sicherlich nicht leicht gewesen, inmitten der aufgeladenen Diskussionen und der komplexen Situation, einen gemeinsamen Ausdruck zu finden – und sich angreifbar zu machen.

Gegen die Sprachlosigkeit

Es gäbe ein kontinuierliches Lernen in diesem Projekt, hat Mit-Initiatorin Birgit Weyhe in einem Corso-Interview gesagt. Und vor allem auch, dass es nicht um die Zeichner:innen selbst geht. Sondern um Betroffene von Antisemitismus, Hass und Rassismus.

»Zu erfahren, dass sich jüdische Menschen in Deutschland isoliert und bedroht fühlen, dass sie wieder vermehrt Angst haben müssen, weil sie Juden:Jüdinnen sind, erschüttert uns zutiefst«, heißt es auf der Plattform. »Gleichzeitig sehen wir mit Schrecken, dass auch Muslimfeindlichkeit und rassistische Diskriminierungen zunehmen. Rechtsextremismus, Hass und Hetze werden immer sicht- und spürbarer, dennoch herrscht oftmals Sprachlosigkeit.«

Dieser Sprachlosigkeit setzten sie individuelle, gezeichnete Geschichten entgegen, die im Dialog mit Betroffenen entstanden sind und mit Menschen, die sich mit menschenfeindlichen Ideologien beschäftigen.

Verschiedene Stile und Perspektiven

Unterschiedliche Geschichten werden nebeneinander stehen. Zu Beginn erzählen sie Nathalie Frank, Barbara Yelin und Birgit Weyhe. Und wöchentlich wird auf der Website, und auch auf Instagram, eine neue hinzukommen.

»Gerade die Zeichnung und der Comic können unserer Erfahrung nach individuelle Geschichten erzählen, aufklären und Nähe schaffen, ohne Menschen und ihre persönlichen Schicksale dabei auszustellen«, sagen die Zeichner:innen.

Nathalie Frank erzählt von ihrer Großmutter Ruth, Barbara Yelin schildert, wie die Holocaust-Überlebende Emmie Arbel nach dem 7. Oktober in Ravensbrück gestrandet ist, Birgit Weyhe beschäftigt sich mit Trauma und Trauer.

Dass die Kürze der Geschichten eine Herausforderung ist, merkt man ihnen an. Und zahlreiche Zeichner:innen, die ihre Mitwirkung bereits zugesagt haben, stellen sich ihr.

Begleitet wird die Initiative zudem durch Dr. Véronique Sina der Goethe-Universität Frankfurt, dem Team des Internationalen Comic-Salons Erlangen sowie die Pressestelle der Stadt Erlangen.

 

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