Was macht einen genialen Illustrator aus? Christoph Niemann zeigt das

Sushi aus Lego oder Wi-Fi aus Laub: Für die Ausstellung »Unterm Strich« hat Deutschlands derzeit berühmtester Illustrator Christoph Niemann 200 seiner besten Arbeiten zusammengestellt.



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Elf Jahre lebte Christoph Niemann in New York bevor der Süddeutsche 2008 mit seiner Familie nach Berlin zog.

Beobachtete man vorher aus der Ferne seine verblüffenden Cover-Illustrationen für The New Yorker, ob das der »strahlende« Kirschblütenbaum zu Katastrophe in Fukushima war oder die Papier-Panzer und Starfighter zu den amerikanischen Staatsausgaben.

In der Ausstellung »Unterm Strich« im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, die in ähnlicher Form bereits in Wien zu sehen war, zeigt Niemann, warum er der derzeit berühmteste deutsche Illustrator ist.

Vor seinem Auge verwandeln Bananen sich in Pferdeärsche, Mohnbrötchen in ein Kinn mit Bartstoppeln, Kindersocken werden zum T-Rex und Gingo-Blätter zum Wi-Fi-Symbol.

Dazu hat er in seiner Lego-Serie »I lego New York« die Stadt mit ein paar Steinchen und Strichen augenzwinkernd auf den Punkt gebracht, zeigt, wie Zahnpasta sich an die Bürste krallt oder fertig auf einem Flug zwischen New York – Berlin ein Visual Diary an, das von Armlehnen-Eroberungen zu vergeblichen Schlaf-Verrenkungen auf den Punkt bringt, was ein Langstreckenflug zu bieten hat.

Auch Erich Kästner würde sich über Niemanns Arbeiten freuen. Dessen Aphorismen über Maniküre oder vergebliche Schönfärberei (»Wollen die Kinder erben, / müssen die Eltern sterben«) bringt Niemann mit nur wenigen Strichen auf den Punkt – und beweist darüber hinaus in eigenen, kleinen Texten, dass er den Jux nicht nur beim Zeichnen, sondern durchaus auch beim Dichten beherrscht.

200 Arbeiten sind im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen, Cartoons, Fotografien, Drucke und Animationen, Zeichnungen und Texte.

Eröffnet wird »Unterm Strich« heute am 19. Januar um 19 Uhr. Anschließend geht die Ausstellung bis zum 10. April 2016.




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