Strichpunkt legt Awards-Pause ein

Das Thema Awards wird derzeit heiß diskutiert. Strichpunkt tut es nun Jung von Matt und Scholz & Friends gleich und setzt die Teilnahme im nächsten Jahr erstmal aus.



Das Designbüro gehört zu einem der meist ausgezeichneten Deutschlands und belegt in Ranglisten wie dem PAGE-Kreativranking stets Top-Plätze. Über 600 Preise heimste das Studio bereits ein – ein Großteil davon hängt im Hauptquartier in Stuttgart auf den Toiletten (siehe Bilder). In der aktuellen PAGE (Ausgabe 01.2013) prangerte Strichpunkt-Mitinhaber Jochen Rädeker bereits die explodierende Anzahl von Kreativpreisen (und deren Teilnahmegebühren) an, jetzt hat er sich zum vorübergehenden Verzicht entschlossen. Ab 2014 will Strichpunkt nur noch an wenigen, ausgewählten Wettbewerben teilnehmen.

Hier das Statement von Jochen Rädeker im Wortlaut:

»In den letzten Jahren haben sich im Designbereich neben einigen wenigen, seriösen Contests zunehmend Awards am Markt positioniert, die eine extrem hohe Auszeichnungsquote aufweisen und mit exorbitanten Veröffentlichungsgebühren lediglich auf die eigene Gewinnmaximierung statt auf einen echten Leistungsvergleich abzielen. In den daraus resultierenden Kreativrankings stehen zunehmend nicht mehr die tatsächlich Besten eines Jahres vorne, sondern diejenigen mit den größten Wettbewerbsbudgets. Unsere Branche braucht eine Denkpause. Wir möchten diesen Prozess aktiv anstoßen und setzen deshalb mit unseren Wettbewerbseinreichungen für ein Jahr aus, bis sich in der Diskussion mit unseren Designerkollegen ein “relevant Set” von Awards herauskristallisiert hat, über die ein aussagekräftiger Vergleich der Besten wieder möglich ist.«

Die Entwicklungen in der Werbebranche und die Intiative des ADC für ein neues Ranking begrüßt Rädeker: »Die angekündigte Award-Abstinenz der marktführenden Agenturen hat die Werbe-Kreativrankings 2013 schon jetzt zur Makulatur gemacht – und endlich bewegt sich grundsätzlich etwas. In der Designbranche gehören wir zu den Top-Playern und können mit unserer Award- Pause einen vergleichbaren Prozess in Gang setzen. Nach wie vor halten wir seriöse Kreativawards für einen wichtigen Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Marktteilnehmer und sind ab 2014 bei ausgewählten Wettbewerben wieder dabei.«

Für Kreative ebenso wie für kleinere Agenturen sind Awards nach wie vor eine wichtige und bewährte Währung, die bei der Positionierung, Kudnengewinnung und im Recruiting eine wesentliche Rolle spielt. Daher geben wir in PAGE 1.13 einen Überblick über seriöse nationale und internationale Awards, bei denen sich die Einreichung lohnt.


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2 Kommentare


  1. CCI

    Es ist erfreulich festzustellen, dass sich eine aktuelle Entwicklung gegen die Preishysterie unter den Agenturen abzeichnet.

    Seit einiger Zeit beschäftigt sich das Corporate Communication Institute unter der Leitung von Prof. Gisela Grosse mit der Qualität von Designwettbewerben. Die große Anzahl verschiedener Wettbewerbe und ausgelobter Preise erschwert sowohl den Designern als auch potenziellen Auftraggebern eine Orientierung. Die inflationäre Vergabe von Preisen schadet der Glaubwürdigkeit von Wettbewerben und stellt deren Unabhängigkeit und Objektivität in Frage.

    Um Designern und Auftraggebern eine Hilfestellung für die Beurteilung von seriösen Wettbewerben zu geben veröffentlichte das CCI eine Übersicht, in der Informationen zu Qualitätskriterien von 35 Wettbewerben zusammengetragen wurden. Diese ist auf der Website des Corporate Communication Institute der FH Münster zu finden.


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