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Die wahre Reise des Mister K

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ister K und Franz Kafka bei Mota Italic Berlin.


Um Kafka dreht sich ab heute Abend alles in der Typo-Galerie Mota Italic am Prenzlauer Berg. Im Mittelpunkt: der Scriptfont »FF Mister K«, den die finnische Typedesignerin Julia Sysmäläinen aus Kafkas kapriziöser Handschrift entwickelte. Die Bögen des E’s kringelte der Schriftsteller wie eine Dirigierbewegung, zog das S wie einen Violinschlüssel nach unten, versetzte dem Balken des T’s ordentlich Wumms und ließ die einzelnen Zeilen ineinanderfließen.

In einem farbenfrohen »kafkaesken« Mix aus typografischen Installationen, ausgelaserten Schrift-Objekten, Zitaten von Kafka, die in der »FF Mister K« gesetzt sind, Tafeln mit Kafkas Originalschrift, Plakaten, Buchreihen von Mendelsund und dem Fischer Verlag, kreist die Ausstellung um Kafka selbst – und erzählt darüber hinaus »Die wahre Reise des Mister K«, die von Kafkas Handschrift zur digitalisierten Schreibschrift »FF Mister K« führt.

Begleitend zur Ausstellung erscheint das wunderbar charmante kleine Büchlein »Too long to tweet« mit 620 Zeilen über Berlin.

Zu ihnen gehören wunderbar ironische Texte aus Kafkas Tagebüchern über Berlin, in denen er erzählt, wie er unter den Linden auf einem Sessel sitzt und einen Kontrolleur beobachtet, der sein Amt allzu ernst nimmt, wie er davon träumt, nach Berlin zu ziehen (und auch zu hungern dafür), wie er sich im »Askanischen Hof« beim Essen beobachtet fühlt, aber dennoch tapfer in einen unreifen Pfirsich beißt.

Ergänzt werden Kafkas Bonmots Geschichten von Berliner Designern. Erik Spiekermann ist darunter, Jan Middendorp, Jürgen Siebert, Luc(as) de Groot – und 11 mehr. Sie erzählen von Berlin-Schneekugeln und ominösen U-Bahn-Situationen, von Lieblingsschuhen aus Berlin Steglitz, von Zwergtiraden auf der Landsberger Allee, dichten über Friedrichshain und amüsieren sich über die Prenzlauer-Berg-Schwaben – und alle Geschichten sind in verschiedenen Schnitten der »FF Mister K« gesetzt.

Gerade mal 10 Euro kostet »Too long to tweet«, ist bei Mota Italic erhältlich, im Buchstabenmuseum und bei ffmisterk zu bestellen (Versand inklusive).

ister K und Franz Kafka, Mota Italic, bis 27.10.2012, Eröffnung, heute, 21.9., ab 18 Uhr

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Bild: Julia Sysmäläinen
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