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Bewegend und wütend: Kampagne gegen Gewalt an Kindern

Zum heutigen Weltkindertag, mit prominenter Unterstützung und einer starken Kampagne klagt der Deutsche Kinderverein die vielfältige und steigende Gewalt an Kindern an – und fordert zum Handeln auf!

Die Zahlen sind furchtbar. Und erst Recht die Schicksale, die sich dahinter verbergen. Laut Kriminalstatistik sind die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland 2021 um 6.3 Prozent auf 15.500 Fälle gestiegen.

Die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen stieg sogar um 108.8 Prozent auf 39.000 Fälle. Das geht auch auf die vermehrten Hinweise zurück, sagt das Bundeskriminalamt. Die Dunkelziffer aber liege um ein Vielfaches höher.

145 Kinder sind 2021 gewaltsam zu Tode gekommen, 118 von ihnen waren jünger als sechs Jahre. Ein Tötungsversuch erfolgte in 83 Fällen und darüber hinaus wurden 4.465 Kindesmisshandlungen registriert.

14-jährige entwirft das neue Logo

Weil sie es nicht mehr hinnehmen wollten, dass die Zahl schlecht geschützter Kinder in Deutschland so alarmierend hoch ist, gründeten sieben Freunde 2012 den Deutschen Kinderverein e.V.

»Guter Kinderschutz ist machbar und bezahlbar. Eine Demokratie braucht den guten und tabufreien
Schutz aller Kinder«, sagt der Deutsche Kinderverein – und unterstützt seine Forderungen zum 10-jährigen Bestehen mit einem neuen Erscheinungsbild und mit einer Kampagne, die von der Kölner Agentur vow to the new entwickelt wurde.

Das Logo, das den Deutschen Kinderverein fortan bestimmt, stammt von der 14-jährigen Mia Kühn. Sie hat eine schwarze Grundfläche entworfen, die darüber hinaus auch der Hintergrund für die verschiedenen Aussagen der Kampagne sind und auf einem T-Shirt zu sehen, das gemeinsam mit ArmedAngels entstand.

Schmerz, Scham und Wut

»Die schwarze Hintergrundfläche ist der Ankerpunkt der Kampagne und steht für die verletzte Kinderseele, die keine Worte und Bilder für den Schmerz, die Scham und die Wehrlosigkeit hat«, sagt Oliver Grüttemeier, Geschäftsführer von vow to the new. »Alles ist ein tiefes Schwarz, das das Geschehene unsichtbar machen soll.«

Der neue programmatische Schriftzug des Logos reflektiert die wütende Haltung, dass so viele Kinder ungeschützt sind, erklärt die Kreativdirektorin Christina Schilde, die federführend das Re-Branding und die Kampagne verantwortet.

Das Logo findet sich auf den T-Shirts von ArmedAngels, die von Prominenten wie Jürgen Vogel, Max Mutzke oder Roman Weidenfeller getragen werden, die die Kampagne unterstützen.

Sie stehen zum Verkauf und der Erlös geht an das Projekt Auberge des Deutschen Kindervereins, das Kindern und Pflegeeltern einen geschützten Aufenthaltsort bietet.

Von der Kampagne zur Bewegung

In Sachen Reichweite unterstützen Medienhäuser wie Hubert Burda Media, meinestadt.de und Zeit Media die Kampagne und zahlreiche weitere ehrenamtliche Partner haben sich um die digitale Umsetzung gekümmert, die Landingpage, AR und Pressearbeit.

»Gewalt gegen Kinder darf nicht verborgen bleiben. Wir dürfen vor allem nicht wegsehen, wenn Personen aus dem familiären Umfeld den Kindern Gewalt antun«, sagt Rainer Rettinger, Geschäftsführer des Deutschen Kindervereins. »Wir wünschen uns deshalb sehr, dass aus unserer Kampagne eine große Bewegung entsteht.«

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