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Inhalte des »NEINhorn« tauchten bei ChatGPT auf

NEIN, das ist wirklich eine Frechheit, würde der illustrative Kinderbuch-Charakter dazu sagen. Der Carlsen Verlag klagt gegen OpenAI, weil Texte und Illustrationen fast identisch bei ChatGPT angezeigt wurden.

Neinhorn Illustrationen Cover
Cover: Das NEINhorn. Von Marc-Uwe Kling, Autor, & Astrid Henn, Illustratorin, erschienen im Carlsen Verlag

Das »NEINhorn« ist die Hauptfigur eines bekannten und humorvoll umgesetzten Kinderbuches des Autors Marc-Uwe Kling, das von Astrid Henn illustriert wurde. Vor einiger Zeit tauchten »nahezu identische«, wie der Verlag selbst sagt, Zeichnungen in ChatGPT auf. Eine Freigabe für KI-Trainings gab es zuvor nicht. Jetzt klagt der Carlsen Verlag gegen OpenAI.

Hervorzuheben ist auch, dass nur sehr einfache Prompts nötig waren, um NEINhorn-Geschichten angezeigt zu bekommen. Die Illustrationen gleichen dem Original stark. Und es gibt weitere Vorschläge von ChatGPT zu rechtsverletzenden Illustrationen sowie Texten – ohne jede Erwähnung des Ursprungs.

Neinhorn Illustrationen Cover - original versus Fake
Gegenüberstellung von Original (links) und Fake (rechts, generiert von ChatGPT)

 

Viele Unsicherheiten

Urheberrechtsfragen zu Texten und Bildern sind bisher nicht ausreichend geklärt, was zu viel Unsicherheit führt – und zu rechtlichen Schritten wie in diesem Fall. Denn hier scheint es offensichtlich, dass die Illustrationen und Texte zum Training von Sprach- und Bildmodellen genutzt wurden.

Der Verlag kommentiert:

»Die von ChatGPT erzeugten Illustrationen lassen sich vom Original-NEINhorn kaum unterscheiden.«

Und weiter sei es außerdem so, dass »ChatGPT ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer falschen Bestellnummer und Verlagslogo anbiete.«

Eine Prise Humor trotz Empörung

Obwohl die Urheber sich das nicht gefallen lassen wollen und nun rechtlich dagegen vorgehen, kommentieren sie es mit Humor. Und zwar wie das Neinhorn sagen würde: »NEIN« zum Klau von menschlich gefertigten Inhalten. Die Empörung ist natürlich trotzdem stark.

»OpenAI klaut einfach alle Kunst und Kultur der ganzen Welt und glaubt, damit durchzukommen? Da fällt dem NEINhorn nur ein Wort dazu ein: Nein!« (Marc-Uwe Kling, Autor)

Die Original-Illustrationen von Astrid Henn zum »NEINhorn« sind übrigens aktuell in einer großen interaktiven Familien-Sonderausstellung mit rund 30 Original-Illustrationen, Skizzen und Mitmach-Stationen im Karikaturmuseum Krems in Österreich (laufend bis zum 30. Juni 2027) zu sehen.

Die Rechtsfragen über Inhalteklau in Zeiten von ChatGPT und Co. gehen weiter, denn geklärt ist hier erst mal wenig. Dagegen vorzugehen, ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Was aber, wenn einzelne Illustrator:innen sich mit dieser Problematik konfrontiert sehen, ohne dass ein Verlag dahintersteht?

Helfen kann dabei eine Rechtsschutzversicherung für Freelancer:innen. Man sollte aber genau prüfen, inwiefern Plagiate durch KI und KI-Trainings abgedeckt sind.

 

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