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»Doppelgänger«-Magazin – auf der Suche nach dem Original

Inspiration oder Ideenklau? Im Magazin »Doppelgänger« befasst sich Jasmin Kugel auf 136 Seiten theoretisch und praktisch mit dem Thema Urheberschaft und führte Interviews mit Kreativen.

Merz Akademie, Stuttgart. Weil sie auf Social-Media-Plattformen wie Instagram immer seltener auf überraschende Inhalte stieß und stattdessen vielfach Fälle von Ideenklau beobachtete, griff Jasmin Kugel dieses Themenfeld in ihrer Bachelorarbeit im Fach Visuelle Kommunikation auf – und zwar in Form ei­nes 136-seitigen Magazins.

Kunst ist ins Internet gewandert, alles ist vernetzt, und wir werden ununterbrochen mit den Kreationen anderer Menschen konfrontiert. Ich hatte das Gefühl, dass wir das Gespür für den Umgang mit dem geistigen Ei­gen­tum anderer verlernt haben,

berichtet Jasmin Kugel. »Meine Arbeit soll die Leser sensibilisieren und ihnen ein Verständnis für den Umgang mit krea­­tivem Eigentum vermitteln.«

Theorie des geistigen Eigentums

Kugels Magazin »Doppelgänger« beginnt mit ei­nem einführenden Essay der Absolventin, gefolgt vom theoretischen Teil ihrer Thesis: In den Kapiteln »Theorien zur Autorschaft«, »Von der Kopie zur Massenproduktion«, »Die Erschöpfung des Neuen« und »Copy & paste: Kunst im digitalen Zeitalter« setzt sie sich aus kunsthistorischer, philosophischer und kul­turkritischer Sicht mit dem Thema auseinander.

Daneben führte Kugel Interviews mit Gestaltern und einem Tänzer sowie mit Professoren und Kom­mi­litonen. Im Gespräch mit Letzteren stellte sie fest, dass ihnen das Thema sehr wichtig ist und dass gerade im Studium die Auseinandersetzung mit rechtlichen Fragen nicht zu kurz kommen sollte.

Inspirationsquellenverzeichnis

Im Sinne eines visuellen Essays wird jedes Ka­pitel von zwei Illustrationen begleitet, die sich im Farb­schema des Magazins – Rosa, Rot, Schwarz und Weiß – bewegen und sich immer aus zwei starken Symbolen zusammensetzen. Der rote Kreis steht für den Autor, das schwarze Viereck für die kreativen Werke.

Mit auffälligen Fußnotenziffern – weiße Typo in roten Kreisen –, den rosa hinterlegten und rot gesetzten Autorennamen und Titeln der zitierten Werke sowie den in einer größeren Schrift auf Rot gesetzten Fußnoten legt Jasmin Kugel auch visuell den Schwerpunkt auf Urheberschaft. Das in Schweizer Broschur gebundene Magazin erschien in einer Auflage von 20 (inzwischen vergriffenen) Exempla­ren – mit einem Plakat, einer Postkarte und einem Sticker in Seidenpapier gewickelt und exklusiv verpackt in ­einer Box. 

Ein schönes Detail: Jasmin Kugel unterscheidet in ihrem Magazin »Doppelgänger« nicht zwischen literarischen und gestalterischen Fußnoten und nennt unter ihren Illustrationen sogar Inspirationsquellen. Außerdem kennzeichnet sie die Werke anderer Designer mit einem Copyrightelement.

Jasmin Kugel legt großen Wert darauf, mit ihren Arbeiten Lösungen für das zu finden, was sie in der Welt stört. Neben ihrer Arbeit als Kommunikations­designerin ist sie Tänzerin und vereint beide Leidenschaften in ihrer Bachelorarbeit

 

 

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Das ist doch gerade der Witz, sie kennzeichnet doch sogar Inspirationsquellen ihrer Illustrationen, eben keine schwache sondern eine sehr starke Leistung, zumal es der Hochschule obliegt, diese zu beurteilen.

  2. Interessant, dass Frau Kugel das Thema “Ideenklau” ebenfalls mit einer billigen Kopie bekannter Illustrationen beschreibt. Das Prinzip von zwei Elementen die durch das Schriftstück führen, ist lediglich eine Kopie. Schwache Leistung.

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