Blick ins Studio: Scholz & Friends

Früher Schiffsschraubenfabrik, seit Kurzem neues Kreativquartier mit Luftkissendach: Wir haben uns im Zeisehof bei Scholz & Friends in Hamburg-Ottensen umgesehen.



Scholz & Friends Hamburg
Das imposante Foyer des Zeisehofs. © Scholz & Friends / Carsten Brügmann

Die »Buddenbrooks von Altona« wurde die Unternehmerfamilie Zeise genannt, die etwa 100 Jahre lang in einer Fabrik im Hamburger Stadtteil Ottensen Schiffsschrauben herstellte. Nach dem krisenbedingten Aus 1979 siedelte sich auf dem Gelände nach und nach das Kulturzentrum Zeisehallen an. Diese sind heute Sitz eines Kinos, mehrerer Restaurants und Geschäfte, einer Filmhochschule sowie einiger Verlage und Unternehmen.

Die neuen Nachbarn: Scholz & Friends. Mit etwa 400 Mitarbeitern zog die Agentur im Mai von der Hamburger HafenCity in den neu erbauten Zeisehof um, der ebenfalls auf dem ehemaligen Fabrikgelände liegt. 13.500 Quadratmeter Fläche und sechs Etagen bieten genug Platz für 14 weitere Agenturen und Unternehmen der WPP-Gruppe, die einander ergänzen: Beispielsweise ist die PR-Agentur Nicole Weber im Erdgeschoss des Zeisehofs vertreten, die Werbekollegen von Young & Rubicam sitzen im zweiten Stock. Insgesamt arbeiten etwa 800 Menschen unter einem sehr besonderen Dach: Es besteht aus einer Konstruktion aus Folienkissen und Holzbalken.

Das Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners hat das Gebäude entworfen und dabei auf einige Elemente gesetzt, die an die frühere Fabrik erinnern: etwa die Klinkerfassade oder unverputzte Wände und Decken. Auch im Interior Design tauchen einige industrielle Stücke auf, die Lampen zum Beispiel. Außerdem wurden die offenen Großraumbüros von Scholz & Friends mit viel Holz und natürlich ganz viel Gelb eingerichtet.

Scholz & Friends Hamburg
Restaurant Kaiserwetter und die bepflanzte Wand. © Scholz & Friends / Carsten Brügmann

Die beiden Terrassen im vierten und fünften Stock bieten insgesamt eine Fläche von 530 Quadratmetern und eignen sich ziemlich gut für sommerliche Grillpartys. Und noch eine beachtliche Zahl: Im Gebäude sind 36 verschiedene Pflanzenarten eingetopft worden. Unter anderem an einer bewachsenen Wand im Erdgeschoss, die zum im Haus gelegenen Café Kaiserwetter führt.

Das Foyer mit dem verspiegelten Empfangstresen, der an einen Schiffsbug erinnert und von allen »Affenfelsen« genannt wird, ist groß genug für Veranstaltungen, zum Beispiel Konzerte. Und die offenen Gänge der einzelnen Etagen sorgen dafür, dass man auch mal Leuten begegnet, die nicht für dieselbe Agentur arbeiten.

Ganz unumstritten waren der Neubau und seine Bewohner anfangs nicht: Eine Reihe Ottenser hatte sich mit einem Bürgerbegehren dagegen ausgesprochen – sie fanden allerdings kein Gehör. Die Agentur versucht nun mit Nachbarschaftsevents milde zu stimmen.

Weitere Eindrücke zeigen wir in der Galerie. Und hier geht’s zu allen »Blick ins Studio«-Beiträgen.

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