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ADC Festival 2020: The Power of No!

Erste Speaker, mehr Workshops und jede Menge Food for Thought: Der Art Directors Club Deutschland macht mit einem Warm-up Lust auf sein Festival im Mai.

Die diesjährige Festival-Kampagne stammt von Steffen Vetterle © Steffen Vetterle / Shutterstock / ADC

»The Power of No – For a new Diversity of Thinking«, so lautet das Motto des diesjährigen ADC Festivals, das im Mai abermals in Hamburg stattfinden wird. Als kleinen Vorgeschmack lud der Art Directors Club Deutschland am Donnerstag zu einem Warm-up im Auditorium von Mutabor ein.

Dort beschwor Mutabor-Chef und ADC-Präsident Heinrich Paravicini vor rund 80 Gästen die Kraft des »Neins« und überreichte dann das Mikro an Cradle-to-Cradle-Erfinder Prof. Dr. Michael Braungart, der den anwesenden Kommunikationsexperten die Leviten las. »Nachhaltigkeit ist ein dümmliches Konzept«, sagte der Chemiker etwa – oder auch: »Klimaneutral ist man nur, wenn man gar nicht existiert.«

Er plädierte für eine Kultur der Großzügigkeit, in der Effektivität über Effizienz steht – und bildete damit den Gegenpol zum Geschäftsmodell der meisten Kreativagenturen. Diese sollten ein umfassendes Qualitätsbewusstsein haben (»Wer Schrott bewirbt, ist ein Idiot«) und – jetzt kommt’s – eben auch mal Nein zu Bestehendem sagen. Denn Bestehendes zu optimieren reiche einfach nicht: »Wenn ich falsche Dinge perfekt mache, dann sind sie perfekt falsch.«

Prof. Dr. Michael Braungart bei seinem äußerst unterhaltsamen Impuls-Vortrag

Carsten Brosda, Senator für Kultur- und Medien in Hamburg, relativierte im Anschluss die Lobpreisung des »Neins«: »Wer nein sagt, muss auch eine Alternative parat haben.« Ein Nein müsse immer ein Diskurs-Starter sein – nur mit radikalem Verweigern käme man nicht weiter. Als Politiker ist Brosda ein Verfechter des Kompromisses: »Entscheidend ist, dass wir uns auf der Grundlage unterschiedlicher Meinungen und Perspektiven auf etwas Gemeinsames verständigen können.« Dazu gehöre unbedingt auch respektvolle Kommunikation: »Wir müssen anders miteinander reden und zu Beginn eines Gesprächs davon ausgehen, dass der andere auch recht haben könnte, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen.«

Dem stimmte Dörte Spengler-Ahrens zu, CCO von Jung von Matt/Saga und ADC-Präsidiumsmitglied: »Wir wollen das Nein nicht nur zelebrieren, sondern es nutzen.« Jede Innovation starte mit einem Nein. Ziel des Festivals und des Kongresses sei es unter anderem, der Kreativbranche Mut zu machen – denn den brauche es für klare Neins.

Mal sehen, wie die Speaker beim ADC Kongress im Mai in Hamburg das Thema aufgreifen und weiterdrehen!

Die ersten zugesicherten Sprecher:

  • Fernando Machado, CCO von Burger King
  • Oobah Butler, der größte Prank Großbritanniens
  • Corinna Falusi, CCO und Partner von Mother New York
  • Tim Mälzer, TV-Koch und Unternehmer
  • David Carson, Designlegende
  • Oliviero Toscani, Star-Fotograf
  • Cécile Dormeau, Illustratorin
  • Stefan Sagmeister, Beauty-Spezialist
  • Und Prof. Dr. Michael Braungart ist natürlich auch dabei.

Alle Infos zum Festival:

  • 12.-24. Mai 2020
  • Kongress: 14. und 15. Mai, Kampnagel
  • Award Show und Party: 15. Mai, Kampagel
  • Ausstellung: 14.-24. Mai, Museum der Arbeit
  • Tickets gibt es auf www.adc.de – noch mit Frühbucher-Rabatt!

Das Motto 2019 war übrigens »Creative Intelligence«. Und hier sehen Sie die Gewinner des ADC Wettbewerbs vom vergangenen Jahr.

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