Dreister Fall von Bilderklau

Bildrecht adé? Wie Chervelle Fryer eine ihrer Illustrationen auf Socken im Amazon-Shop wiederfand …



 

 

Im April 2018 hatte Chervelle Fryer per Mail eine Anfrage der Firma Good Luck Sock bekommen, eine kanadische Firma, bei der es mit bunten Illustrationen bebilderte Strümpfe und Unterwäsche gibt. Man bot an, für 200 Dollar die Nutzungsrechte für Fryers Motiv »Forest Clutter« zu erwerben. Daraus sollten »ungefähr« 500 Paar Strümpfe werden, bei weiterer Nutzung versprach man eine erneute Zahlung.

Es handelt sich um ein Dschungel-Muster, das vier der am meisten gefährdeten indischen Tiere zeigt.

Illustratorin Chervelle Fryer ist keine Unbekannte. Die aus Cardiff in Wales stammende Zeichnerin, die derzeit in Schweden lebt, wird von der renommierten Illustratorenrepräsentanz Jelly London vertreten, bei der auch die Anfrage eingegangen war. Sowohl Fryer als auch Jelly lehnten das Angebot ab.

Erstaunlicherweise scheint das die Hersteller der »Designer«-Socken, die auf ihrer Website keinerlei Angaben über ihren Firmensitz machen, sondern nur ein Kontaktformular anbieten, nicht sonderlich gestört zu haben. Jedenfalls fand Chervelle Fryer zu ihrer Überraschung nun jüngst Strümpfe mit ihrem Muster auf der Amazon-Website.

 

 

Bildrecht international oft schwer durchzusetzen

Die Agentur Jelly trat daraufhin mit GoodLuckSock in Kontakt, forderte eine Unterlassungserklärung sowie ein Feedback. Das Produkt verschwand dann relativ flott aus dem lieferbaren Amazon-Sortiment sowie von https://goodlucksock.com, aber Chervelle Fryer hat noch keine Antwort der Firma erhalten, etwa was eine Entschädigung für die unlizensierten Einkünfte aus dem Verkauf der Socken angeht.

Statt dessen schickten Follower auf ihre Twitter-Nachricht hin diverse Screenshots von Online-Shops, die ebenfalls ihre Dschungel-Socken verkaufen.

Offenbar verlassen sich Firmen wie diese einfach darauf, dass Illustratoren keine länderübergreifenden Prozesse anzetteln wollen und können. Eine ähnliche Vermutung hatten wir auch schon kürzlich in einem Artikel über »kostenlose« Stockfotos geäussert, die sich dann als geklaut und gar nicht so kostenlos entpuppen … Wildwest in Sachen Bildrecht.

 

 


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Eine Antwort zu “Dreister Fall von Bilderklau”

  1. Sybille sagt:

    Erschreckend, wie dreist manche sind, das ist eine unglaubliche Frechheit!

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