Das Tool liefert hochwertigen Bild-Output, aber was ist mit Kennzeichnung, Bildrechten, Transparenz und Datenschutz? Diese Punkte wurden in jedem Fall erstmal nicht beachtet.
Um die Plattform Meta war es hinsichtlich Bild-AI in den letzten Monaten eher ruhig geworden. Andere Anbieter preschten mit neuesten Bildgeneratoren vor. Dazu zählen Midjourney für ästhetisch hochwertige Bilder sowie ChatGPT/DALL-E, letzteres ist aufgrund der einfachen Bedienung sehr beliebt. Ebenso von Kreativen viel genutzte Tools sind Stable Diffusion und Adobe Firefly. Jetzt hat Meta nachgelegt und einen neuen Bildgenerator gelauncht: Muse Image kommt aus den Meta Superintelligence Labs. Und es gab umgehend eine Debatte zum Thema Datenschutz und Kennzeichnungspflicht.
Was kann Muse Image?
Die neue Funktion ist direkt in WhatsApp, Instagram und auf meta.ai integriert. Man kann dem Tool mehrere Referenzbilder gleichzeitig übergeben. Und der Generator ist dazu in der Lage, Personen bestimmte Objekte und Hintergründe aus verschiedenen Bildern zu extrahieren und in einer neuen Komposition zusammenzufügen. Das macht das Prototyping von Bildserien oder Moodboards sehr präzise.
Außerdem: Anstatt nur ein Bild neu zu generieren, lassen sich Bildbereiche markieren (Scribble/Markup) und feine Änderungen vornehmen. Eine weitere Sache sind Schriften und Texte, denn angeblich lassen sich hiermit fehlerfreie, lesbare Texte in Grafiken, Flyer etc. einbauen – ohne den sogenannten Buchstabensalat, den KI manchmal ausspuckt.
Bislang ist Muse Image kostenfrei in der Meta App nutzbar, aber es gibt ein großes Manko.
Viele User stoßen sich daran, dass Meta an dieser Stelle fleißig öffentliche Fotos von Instagram-Profilen als Grundlage für neue KI-Bilder nutzt, ohne dass man dem zugestimmt hat. In Sachen Urheberrecht und Datenschutz ein No-go.
Das Datenschutz-Problem und wie man die Funktion ausstellt
Muse Image verfügt also über die Funktion, mit der Nutzer:innen öffentliche Instagram-Bilder als Referenz in Prompts ziehen können. Aber wenn man als Creator, Kreative:r oder normaler User nicht möchte, dass Fremde die eigenen öffentlichen Bilder mit KI remixen, kann man diese Funktion in den Instagram-Privatsphäre-Einstellungen explizit per Opt-out deaktivieren. Allerdings ist dies so voreingestellt, dass man aktiv das Opt-out geben muss.
Berechtigterweise wird darüber gerade viel diskutiert. Viele kritisieren das Vorgehen auf Social Media, weil Transparenz hier nicht berücksichtigt wurde.
Es stellt sich zudem die Frage der Kennzeichnung. Denn sobald der Bild-Output immer hochwertiger wird, kann kaum jemand mehr den Unterschied zwischen KI-generiert und Originalen erkennen. Und bei wem dann die Bildrechte liegen, ist dann irgendwann auch nicht mehr nachvollziehbar.