So geht die Inklusion Sehbehinderter im Ausstellungsdesign!

Pionierarbeit gemeinsam mit Sehbehinderten: Für die Dauerausstellung zur Geschichte der Zeche Zollern entwickelte die Bochumer Agentur Oktober eine »Inklusionsebene« für den gleichberechtigten Museumsbesuch.



Überspannt wird sie von hunderten Karteikarten der Zwangsarbeiter

Die Zeche Zollern in Dortmund ist eine der eindrucksvollsten Zechenanlagen Europas – und mit ihren historischen Gebäuden, zwei Fördertürmen und der berühmten Jugendstil-Maschinenhalle ein Tourismus-Highlight im Ruhrpott.

Jetzt hat es seine erste Dauerausstellung zur eigenen Geschichte bekommen, mit 1500 Exponaten, verteilt auf zwei Etagen und in 15, zum Teil sehr kleinen, Räumen.

Dafür entwickelte das Bochumer Designbüro Oktober eine Ausstellungsgestaltung mit Raumstelen und mit Wandelementen, die sich deutlich von dem historischen Gebäude abheben. Sie sind direkt bedruckt und können sowohl Exponate als auch Texte und Bilder präsentieren.

Ein besonders auffälliges Ausstellungselement ist zudem eine große Tischvitrine in Form eines Hakenkreuzes über der Hunderte, an dünnen Fäden hängende Karteikarten mit Namen und Bildern von Zwangsarbeitern angebracht sind.

Gleichzeitig leistete die Agentur Pionierarbeit in der Inklusion blinder und sehbehinderter Menschen. Ihnen ein gleichberechtigtes Erlebnis einer Museumsausstellung zu ermöglichen, ist ein zentrales Anliegen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zu dem auch die Zeche Zollern gehört. Entwickelt wurde das Konzept unter Mithilfe von Gerd Kozyk, der selbst sehgeschädigt ist.

Gleich am Eingang erwartet sie ein Orientierungsplan in Braille- und Pyramidenschrift und von dort aus führt ein Leitsystem, das auf dem Boden angebracht ist, durch die Schau. Bedeuten Streifen, das man sich auf dem Weg befindet, informieren Noppen darüber, wo es sich lohnt, stehenzubleiben.

In den roten Raumstelen kann man eine Tafel herausziehen, die in einer Profilzeichnung den Plan des einzeln Raumes darlegt. Tastbilder erläutern das Thema des jeweiligen Ausstellungsraums, in Braille- und Profilschrift gibt es zusätzliche Informationen und auch darüber, was es dort zu fühlen, hören und tasten gibt.





Ein Kommentar


  1. Jonas

    Wieso wird hier allgemein von Sehbehnderten-Inklusion geredet, aber dann nur die Ebene für Blinde erwähnt? Ist doch bestimmt auch für Leute mit Farbsehschwäche ausgelegt?


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