Best-of Grafikdesign und Typografie: Die Gewinner des TDC 2018 – Teil 6

Visuelle Kommentare zur amerikanischen Verfassung, aufbäumen gegen Hate Speech – und eine besondere Identity für einen Elektriker: Wir zeigen exklusiv die Gewinner des Type Directors Club 2018.



Im letzten Teil unserer Serie über die Gewinner des diesjährigen Type Directors Club geht es noch einmal wort- und bildgewaltig zu.

»RESIST« nähten Sagmeister & Walsh auf das Cover des New York Times Magazine. In leuchtendem Rosa, angelehnt an die Pussy Hats des Womans March, der auf die Amtseinführung Donald Trumps folgte, feiert das New Yorker Designstudio das Stricken als Akt des Widerstands. Jeder der Buchstaben wurde aus einer Bahn gestrickten Stoffes herausgeschnitten und auf das Cover aufgebracht.

Auch in dem Plakat von Samantha Spaeth geht es um die neue amerikanische Regierung. Sie gehört zu den Studierenden der University of Washington, die einem Aufruf folgten, einen der 27 Artikel der amerikanischen Verfassung zu interpretieren. Spaeth gestaltete ein Plakat zur Bekämpfung von Hate Speech, die unter der gegenwärtigen US-Regierung zum Thema wurde.

Der Student Andrew Le beschäftigt sich mit Intersektionalität, der Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungen einer Person, während Issac Jaeger sich mit der NRA auseinandersetzt. Außerhalb der USA gab es in 20 Jahren 18 Amokläufe an Schulen, in den USA 18 in den ersten 35 Tagen diesen Jahres. Besonders perfide ist, dass zahlreiche Kongressabgeordnete von der NRA finanziell unterstützt werden – und die Gefahr von Waffen dementsprechend klein reden. John Thune, von der Waffenlobby mit 180.000 $ unterstützt, reagierte deswegen auf die traurige Realität mit dem unfassbaren Rat »Macht euch klein«, was soviel wie »duckt euch« heißt. Jaeger setzt der NRA ein Plakat entgegen.

Die amerikanische Verfassung war auch Gegenstand der Arbeit der New Yorker Branding Agency ThoughtMatter. Da die Constitution mit der neuen US-Regierung so vielen Anfeindungen ausgesetzt ist, fragten die Kreativen sich, wie viele Menschen sie überhaupt gelesen haben – und gestalteten sie neu. Leuchtend und als lebendiges, dynamisches und hochaktuelles Bändchen.

Preisgekrönt sind auch die Buchcover der koreanischen Grafikdesignerin Soomin Jung, die eine Shakespeare-Reihe mit dem jeweils ersten Buchstaben des Titels versah und darin den Inhalt des Stücks visualisierte. Für eine Fluxus-Ausstellung im Museum of Modern Art (MoMA) gestaltete Jung das Plakat in Anlehnung an eine Schlüsselfigur des Fluxus, George Maciunas.

Besonders ist auch das Design des Hoodies von Jefferson Heuer. Druckte er auf die Vorderseite des Kapuzenpullis ein handgeschriebenes »S«, verlängerte er die Kordeln der Kapuze auf 137 Zentimeter und verwandelt sie so in Linien, die über dem »S« liegen und es in ein Dollar-Zeichen verwandeln.

Und noch ein tolles Corporate Design zum Schluss. Werner Design Werks aus St. Paul tauchte die Geschäftsausstattung des Elektrikers John Oleson in ein umwerfendes Knallgelb. Details erinnern an die skandinavische Herkunft der Firma und dazu ist das Design bewusst offen gehalten, um bei geplanten neuen Geschäftszweigen flexibel angewendet werden zu können.

Alle Teile unserer exklusiven Serie der TDC-Gewinner 2018: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Teil 5

 

 


Schlagworte: , ,




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren