Best-of Grafikdesign und Typografie: Die Gewinner des TDC 2018 – Teil 2

Karibisches Musik-Branding, raffinierte Identitys aus New York und irischer Buchdruck wie 1920: Wir zeigen exklusiv die Gewinner des Type Directors Club 2018.



Spannend und international. Aus 55 Ländern stammen die eingereichten 2000 Arbeiten des diesjähriges Type Directors Club (TDC).

Und zu den mehr als 300 Preisträgern des Type Directors Club 2018 (TDC) gehört auch Weixi Zeng, der an der New Yorker School of Visual Arts studierte. Mittlerweile hat er seinen Abschluss gemacht, arbeitet als Motiondesigner und hat einen Film über Zensur gemacht. Ein Thema, das wieder erschreckend aktuell ist. Zengs Film kreist um die Sprache Newspeak, die George Orwell in seinem Roman »1984« für die totalitäre Regierung schuf.

Blumen sprechen lässt hingegen die kanadische Duftkerzen-Linie »Prune les fleurs«. Das Studio Polygraphe aus Quebec kreierte für jede Duftnote einen eigenen typografischen Auftritt, der sich über die Kerzen selbst, die Verpackungen, Poster und den Katalog zieht.

Mit einer Sammlung von irischen Gedichten aus dem Ersten Weltkrieg setzte sich hingegen das Dubliner Design- und Druckstudio The Salvage Press von Jamie Murphy auseinander. »Winter« ist der Titel der Publikation und handgedruckt wurde sie mit Lettern aus Holz und Metall, die aus der Zeit der Gedichte stammen. Während das Buch selbst ganz klar gestaltet ist, wird es von einem Portfolio typografischer Experimente begleitet, die sich auf die Gedichte beziehen.

Die erschreckenden Alternative Facts von Trump-Beraterin Kellyanne Conway haben weltweit Furore gemacht. Für die Typokonferenz Typeforce in Chicago knöpfte sich das Normal Studio eine Reihe von Trump-Zitaten vor und kombinierte sie mit den berühmten Truisms der Künstlerin Jenny Holzer. Übereinandergelegt symbolisieren sie die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft seit Trump die Präsidentschaftswahlgewann. Glück für die Teilnehmer der Konferenz: Als Give-away bekamen sie ein gedrucktes Büchlein mit den Zitaten.

Die Designerin Maria Sanoja stammt ebenso aus der Dominikanischen Republik wie The Side Project, ein kleines Eventunternehmen. Für eine Reihe von Undergrpund-Partys gestaltete Sanoja Plakate, deren Lettering auf der jeweiligen Form eines Tintenklecks basiert und in leuchtenden Farben den Beat von House und Disco zum vibrieren bringen.

!Konferansen heißt eine neue norwegische Konferenz von Frauen für Frauen, die im November 2017 zu ersten Mal stattfand. Das Erscheinungsbild gestaltete das Designstudio Larssen & Amaral aus dem norwegischen Haugesund und schreckte dabei auch vor der Farbe Rosa nicht zurück. Ganz im Gegenteil. Kombiniert mit Rot, Weiß und dynamischen grafischen Formen entwickelte es ein Branding, das Weiblichkeit mit Stärke verbindet – ganz wie die Konferenz selbst.

Für gleich zwei Arbeiten wurde das Designstudio Once-Future Office aus New York ausgezeichnet. Für das Erscheinungsbild der preisgekrönten Architekten Lever aus Portland, einer flexiblen Identity, die Grundrisse imaginiert und den Anspruch der Architekten, schöne und humane Orte zu entwerfen und das in innovativem, umweltfreundlichem Design.

Und für das Branding von do+litte, einer Haut- und Haarpflege Marke für Kinder. Deren Identity und erstes Produkt, die Sonnencreme Shiny Happy, tauchte Once-Future in leuchtendes, unbeschwertes Gelb.

Der dritte Teil der TDC-Preisträger folgt nächsten Freitag. Der erste Teil hier.

 


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