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»Design the AI Age«: Das erste Format dieser Art – inspirierend, kreativ, menschlich

Was bringt die Zukunft der Kreativbranche? Bei »Design the AI Age«, hosted by MetaDesign, hat PAGE die Kreativ-Community zusammengebracht, um drängende Fragen zu stellen, Probleme zu identifizieren und Lösungsansätze zu finden. Das Beste daran waren die verschiedenen Perspektiven!

PAGE live Event
Eventlocation im MetaHaus, Atrium. Foto: Sebastian Hoehn

Das weiße Blatt Papier, der leere Kopf: Manchmal dauert es eine Weile, bis kreative Ideen nur so heraussprudeln. Das kennen wir alle. Manchen fällt der Anfang leichter als anderen, aber nahezu jede:r Kreative saß schon einmal vor dem Nichts. Es ist eine echte Herausforderung, diesen Zustand auszuhalten.

Doch theoretisch müssen wir das heutzutage nicht mehr, da uns KI-Tools auf jede Frage eine Antwort liefern. Das weiße Blatt und die gedankliche Leere gehören damit scheinbar der Vergangenheit an. Aber wie gehen wir damit um, und was macht diese Entwicklung mit unserer Kreativität?

Um diese und viele weitere Fragen ging es beim ersten PAGE live Event »Design the AI Age«, hosted by MetaDesign, am 26. August 2026 in Berlin. Die Perspektiven und Vorträge waren dabei so vielfältig wie die Stimmungen der Gäste und Speaker selbst: gespannt und voller Vorfreude, nervös vor dem eigenen Vortrag, erleichtert nach dem Panel. Neugierig, verwirrt, überfordert, interessiert, konzentriert – all das waren spürbare Vibes an diesem Tag.

Message No. 1 vorab: Lasst uns voneinander lernen!

PAGE hat nicht zufällig ein neues Live-Format auf die Beine gestellt. »Design the AI Age« setzt da an, wo so viel Redebedarf in der Kreativbranche besteht. Denn der Elefant im Raum ist schon längst nicht mehr ganz so unbeholfen wie vor drei Jahren. KI hat sich längst in die Praxis kreativen Schaffens integriert – mal clever und sinnvoll, mal unnütz und sloppy.

Wir wollen den Austausch fördern, allen Stimmen zuhören und damit erreichen, dass wir alle voneinander lernen. Denn wir bei PAGE finden: Es braucht weiterhin mehr Dialog, denn es gibt unterschiedliche Meinungen zwischen jenen, die KI voll und ganz annehmen, und jenen, die sich weiterhin auf ihr traditionelles Handwerk konzentrieren möchten – oder sich mit KI nicht richtig wohlfühlen oder überfordert sind. Das eine schließt das andere jedoch nicht aus, finden wir, und sollte keinen langfristigen Gap schaffen.

Bei PAGE live »Design the AI Age« wurde vor allem eins deutlich: Klar zu definieren, worüber wir überhaupt sprechen, hilft immer. Denn es reicht längst nicht mehr aus, nur zu sagen: »KI ist jetzt da und wird die Menschen ja sowieso nie ersetzen.« In großen Teilen kann sie eben viele Aufgaben übernehmen und wird sich ständig weiterentwickeln. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, weiterzudenken und sich aktiv damit auseinanderzusetzen, sich um die kreative Zukunft zu kümmern, sie zu gestalten.

PAGE live Event
Stefan Lara Torres, PAGE Editor-in-Chief & Director Brand Partnerships, bei der Moderation. Foto: Sebastian Hoehn

»Mich hat es am meisten begeistert, als ein Junior Creative mir sagte, dass ihm PAGE live wirklich Orientierung geben konnte.« (Stefan Lara Torres)

Alle konzentriert, ein Tag mit viel Input

Das MetaHaus ist beim ersten Betreten sehr beeindruckend, die Decken ragen viele Meter in die Höhe, die Trafo Chambers bieten extra Räume – an diesem Tag für die geplanten Workshops. Und direkt zu Beginn lag vor allem eines in der Luft: Neugierde, was der Tag so mit sich bringen wird. Es war ja schließlich das erste Event seiner Art. Da die Veranstaltung ausverkauft war, wurde es auch ziemlich schnell wuselig, die Gäste fanden sich zu ersten Gesprächen zusammen. Viele waren begeistert von einer riesigen Stickerauswahl in einem der Trafo Chambers. Vor dem Tisch war es sofort beschäftigt, denn die Stickerkreationen waren für alle kostenlos zum Mitnehmen – und von Illustrator:innen eigens gestaltet.

Pünktlich zum Beginn der Veranstaltung saßen dann aber alle im Vortragsraum und hörten gespannt den Vorträgen und Panels zu, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Aber genau das machte den Tag auch so besonders: eine Mischung aus Vorträgen, Panel-Diskussionen, Workshops, Videoeinspielungen und Networking.

Mit dabei waren unter anderem MetaDesign, Strichpunkt, Monotype, onformative, Virtual Identity, YYYYYYY STUDIO, Stan Hema und viele mehr. Visuelle Eindrücke gibt es am Ende des Artikels. Das waren einige der Themen und Learnings im Überblick:

Neue Jobprofile, Wandel der Arbeitskultur und die Rolle von KI

Die Kreativbranche befindet sich weiter im Umbruch, der Berufsbilder, Workflows und Arbeitsmodelle grundlegend verändert. Spezialisierte Grafikdesigner:innen wandeln sich zu generalistischen Art Director:innen und Co-Curator:innen, und andere Disziplinen wie Agentic Branding, AI Art Direction oder System Design entstehen. Ein Handout, wie wir damit umgehen, gibt es natürlich nicht, aber einige Lösungsansätze.

In der Zukunft sollten Design, Strategie und Beratung stärker Hand in Hand arbeiten. Und Agenturen sollten Hierarchien abbauen und ihren Nachwuchs aktiv einbinden, wobei sich hier noch häufig die Frage nach dem Wie stellt.

Bei PAGE live »Design the AI Age« wurde zudem deutlich, dass einige Junior:innen-Talente die Arbeit mit künstlicher Intelligenz bereits clever für sich nutzen und eigene Agenturen gründen. Sie verbinden ihre AI-Kompetenzen mit klassischen Designdisziplinen.

Strategischer KI-Einsatz, Verantwortung und Markenführung

Die Frage zum Einsatz von KI erfordert zu Beginn jedes Projekts eine klare strategische Abwägung, damit niemand am eigentlichen Ziel eines Auftrags vorbeiarbeitet. Denn nicht für jedes Projekt ist es sinnvoll, KI zu nutzen. Geht es aber zum Beispiel um generative Gestaltung, Data driven Storytelling oder KI-native Videoproduktion, liegt es auf der Hand, dass hier KI zum Einsatz kommen wird.

Es gibt aber auch eine Kehrseite, denn bei blinder Delegation an Algorithmen kann es zu ästhetischer Inflation und einem Verlust eigener Fähigkeiten (De-Skilling) kommen, was Studien belegen. Und: Werte wie Vertrauen, Haltung und Verantwortung rücken in den Fokus – denn KI kann weder Bedeutung geben, Haltung zeigen noch echte Emotionen fühlen.

Damit ändert sich auch die Markenführung – unter anderem, weil sich Touchpoints verändern, Automationen ins Spiel kommen und neue Interfaces entstehen. Das sogenannte Empathic Web wird hierbei immer bedeutender.

Menschliche Exzellenz, Entschleunigung und die Freude am Experiment

Anstatt KI als Bedrohung zu sehen oder sie übermäßig ernst zu diskutieren, sollte sie als spielerisches Experimentierfeld und Erweiterung der eigenen Fähigkeiten verstanden werden, argumentieren viele.

Um aber wirklich starke Identitäten zu schaffen, braucht es mehr Entschleunigung, bewusste Reibung und Raum für Zufälle oder Langeweile-Momente.

Was die Branche jetzt dringend braucht, ist eine lebendige, positiv in die Zukunft schauende Arbeitskultur, die Kreativität das sein lässt, was sie im Kern ausmacht: mutig, skurril, haltungsstark und nah am Menschen. Der Spaß am Schaffen darf nicht auf der Strecke bleiben.

Denn bei aller technologischen Beschleunigung bleibt echte kreative Exzellenz mit all den Emotionen und Stimmungen zutiefst menschlich.

»Das Modell generiert. Den Film macht immer noch jemand.« (Younes Mohammadi, YYYYYYY Studio)

Gemeinsam erfolgreich die Zukunft gestalten

Mit dem neuen Format von PAGE live »Design the AI Age« haben wir einen Raum geschaffen, in dem Neugierde, offener Austausch und ehrlicher Diskurs im Mittelpunkt standen. Und genau das machte das Event so erfolgreich: Es ging nicht immer um fertige Antworten, sondern darum, verschiedenste Perspektiven auf eine Bühne zu bringen. Agenturen, Unternehmen und Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen der Branche kamen zusammen, um sich auszutauschen.

Unsicherheiten wurden offen angesprochen, Fakten aus dem Arbeitsalltag auf den Tisch gelegt und gemeinsam drängende Probleme identifiziert. Durch diese kollektive Energie der Community sind wertvolle Erkenntnisse entstanden, die uns allen Orientierung geben können.

Eine bleibende Challenge ist, dass sich Design und kreatives Arbeiten so grundlegend verändern wie nie zuvor. Aber es ist schön zu sehen, dass kreative Arbeit nicht obsolet werden wird. (Diana Martens)

Das war erst der Anfang: Wer die Ergebnisse im Detail nachlesen und tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet demnächst alle Inhalte im Printmagazin. PAGE hört weiterhin zu, greift genau diese Themen auf und wird die Debatte aktiv weiterführen.

Offene Fragen, keine Antworten? Macht nichts

Ich persönlich habe eine große Faszination für Science-Fiction-Literatur und -Filme – »Blade Runner« gehört seit jeher zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ich habe einige Bücher von Isaac Asimov im Regal stehen. Doch eine Frage ging mir am Abend nach dem Event nicht mehr aus dem Kopf: Warum irritiert mich KI eigentlich genau jetzt, wo sie immer realer wird? Weshalb fühlte es sich so absurd an, als Xiaomi im »Last Human«-Panel als KI-Persona anwesend war und – trotz einiger ebenso lustiger wie skurriler Momente – wahnsinnig beeindruckende Antworten lieferte?

Diese Frage stellen sich derzeit vielleicht viele Menschen. Zumindest konnte man diesen Vibe in Teilen beim Publikum spüren. Vor allem bei denjenigen, die zwar täglich mit KI arbeiten, sich mit der Technologie aber nicht richtig wohlfühlen. Eine fertige Antwort muss es darauf gar nicht sofort geben. Doch allein das Nachdenken darüber hilft uns, die Zukunft der Kreativität aktiv mitzugestalten: kritisch hinterfragend, aber gleichzeitig offen, neugierig und mutig.

»Creative Professionals müssen in die Bereiche gehen, wo es unangenehm ist – sich damit wohlfühlen, sich unwohl zu fühlen.« (Cedric Kiefer, onformative)

Gerade jetzt müssen wir gemeinsam weiterdenken. Es gilt, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um weiterhin herausragende kreative Arbeiten zu erschaffen – mit geballter kreativer Energie und manchmal vielleicht auch einfach wieder mit einem ganz klassischen, weißen Blatt Papier als Anfang.

PAGE freut sich auf alles, was kommt – und vor allem auf den inspirierenden Austausch mit euch!

Visuelle Eindrücke von PAGE live »Design the AI Age«: 

PAGE live Event
Stefan Lara Torres und Ivana Radovanovic bei der Moderation. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
MetaHaus Eingangsbereich mit Sticker am Fenster und Gästen. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
Lisa Krick (Head of Strategy & Member of the Management Board MetaDesign), Daniel Leyser (Global CEO bei MetaDesign). Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
Gäste vor einer der digitalen Screens im Atrium. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
Phillip Kortlang, Creative Director und Unit Lead & Nils Driever, Senior Strategist bei Strichpunkt beim Vortrag auf der Bühne. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
Friedrich Althausen, Creative Type Diretor bei Monotype, und Stefan Lara Torres auf der Stage. Foto: Sebastian Hoehn

Das Thema »Typographic Intelligence« beleuchtet Friedrich näher im aktuellen Webinar: »Typographic Intelligence« am 10. September um 11 Uhr.

PAGE live Event
SOFF, Artist, The Last Human Panel, im Atrium mit anderen Gästen. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event Stickertisch von StickerApp
Gäste am Tisch von StickerApp. Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event
v.l.n.r.: Sibel Bicer von PAGE, Jeannette Bergen (AI Artist), Melita Radocaj (AI Creative Direction), Simone Brauner (Co-Publisher The AI Art Magazine). Foto: Sebastian Hoehn

 

PAGE live Event The Last Human Panel
The Last Human Panel, v.l.n.r.: Simone Brauner (Co-Publisher The AI Art Magazine), SOFF (Artist), Stefan Lara Torres, Xiaomi (AI Curator). Foto: Sebastian Hoehn

 

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