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Starke Botschaft: KesselsKramer für das Deutsche Museum

ALLES ist Wissenschaft: Die Amsterdamer Agentur KesselsKramer, gefeiert für Botschaften in bold und für ihre Museums-Identitys, hat das Deutsche Museum neu positioniert und mit einer erfrischenden Kampagne versehen.

Dass die Amsterdamer Kreativagentur KesselsKramer neben witzigen Identities, royalem Merchandise und kühnen TV-Sender-Kampagnen auch Museen kann, hat sie unter anderem für das Kunst Forum Düsseldorf bewiesen.

Und jetzt einmal mehr für das Deutsche Museum in München, das zu den größten Wissenschafts- und Technikmuseen weltweit gehört und, 1903 eröffnet, über 125.000(!) Sammlungsstücke besitzt.

Seit 2015 wird es modernisiert, eröffnet diese Woche die erste Hälfte der frisch renovierten Ausstellungen und präsentiert Wissenschaft auf ganz neue Weise.

Genauso wie die Neupositionierung und Kampagne, die KesselsKramer entwickelte, um nicht nur bestehende sondern auch neue Besuchergruppen anzuziehen.

Eindrücklicher Claim

»Die Sammlung umfasst Telefone, Schiffe, ein Bergwerk, das rundeste Objekt der Welt, einen Covid-Impfstoff und historische Windmühlen, weil all diese Dinge ihr Dasein der Wissenschaft verdanken«, sagt Rens de Jonge, Kreativdirektor bei KesselsKramer. Die ganze Welt in der wir leben sei eigentlich wissenschaftlich geprägt.

So heißt die neue Botschaft »ALLES ist Wissenschaft«. Bold und in Versalien – und Schwarz auf Weiß. Und das könnte man in einer Zeit, in der immer wieder absurde Zweifel an der Wissenschaft geschürt werden, noch mal mit besonders wohltuendem Nachdruck lesen.

Im Fokus der Neupositionierung und der Ausrichtung auf ein neues Publikum sind unter anderem die Millennials. Da Studien zeigen, dass diese sehr stark auf die Entwicklung ihrer eigenen Person fixiert sind und nach einzigartigen Erfahrungen suchen, bieten die neuen Ausstellungen einem interaktiven Austausch und auch, sich selbst mit der Welt der Wissenschaft in Beziehung zu setzen.

Schickes visuelles Raster

So strukturiert das auch präsentiert wird, ist ALLES natürlich dennoch eine Menge. Und so bietet die Kampagne eine Struktur, die Ordnung in das riesengroße Angebot bringt.

In einem Raster angeordnet, lassen sich die Exponate vielfältig, aber dennoch sehr übersichtlich anordnen und immer wieder neu kombinieren, neue Zusammenhänge aufzeigen und zu neuen Bildern werden.

Fast lexikalisch wirken diese, ordentlich aufgreiht und klar– und sehr zeitgemäß.

Der Schriftzug ALLES hält die Exponate dabei durchgängig zusammen und betont unaufhörlich nicht nur die beeindruckende Fülle des Museums, sondern auch die Wichtigkeit der Wissenschaft an sich.

Ob es um Essen, um Organe, um Fotografie, Technik oder Musik geht. »Alles was du essen kannst« heißt es ebenso wie »Alles was in dir drin ist«. Und immer wieder »Alles ist Wissenschaft«. Und das kann man gar nicht oft genug betonen.

Wie toll, dass es jetzt auch ein »Ticket für ALLES« gibt.

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ist schon klar weshalb dieser Entwurf gewonnen hat:
    Weil Kunden, also die Verantwortlichen der Fimren, Unternehmen, Institutionen, … und auch der Museen IMMER möglichst ALLES zeigen wollen, was sie bieten können und könnten! Nur nichts weglassen! Das passiert eigentlich aus einer Angst heraus, nicht wirklich JEDEN angesprochen zu haben!

    Dabei passiert immer das gleiche: man zeigt ALLES und NICHTS! Sehr gut sieht man das in den großen Bannern an der Hausfassade: man sieht … ALLES und NICHTS!

    Im Falle eines Museums wirkt das auch noch komplett konzeptlos und macht die Rolle Rückwärts, als es noch keine Museen gab, sondern nur Sammelsurien und “Wunderkammern”! Darum wäre es die Aufgabe einer guten Agentur, dem Kunden diese Angst zu nehmen, und die Menschen gezielt zu locken … statt mit der Gießkanne!

    Aber irgendwie passt das ja auch zum Namen der Agentur: “KESSEL KRAMER”!!! … Was soll da rauskommen als “ein Kessel buntes” …

    Ich finde es schlimm und auch noch altbacken …

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