Gute Nacht, Edison!

Die Designerin Ines Gebhard geht auf wunderbar eigensinnige Art mit Licht um - und mit dem Verbot der Glühbirne.



Seit dem 1. September ist es aus und vorbei mit den Glühlampen. Mit dem warmen, angenehmen und beruhigendem Licht der Glühfäden. »Das ist schlimm für das Design«, sagt Ines Gebhard, die an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studierte – und seit jeher einen ganz besonderen Umgang mit Licht pflegt.

Sie arbeitet mit »smart textiles«, mit elektronischen Textilien, arbeitet Licht in Kleider, Kissen oder Schmuck ein, so dass man mit dem Licht interagieren kann, mit ihm spielerisch umgehen.

Wie bei der Lampe Corian, die man selbst zusammensteckt und die dabei immer heller wird, außerdem lässt sie Tanzkostüme erstrahlen und die Perle am Hals einer Frau, inszeniert eine »Kissenschlacht im Dunkeln mit hellen Momenten«, entwickelt karierte Tischdecken, die in der Sonne »bräunen« und wirft in ihren Arbeiten einen Blick in die Zukunft, zeigt neue Funktionsmodelle und fordert auf, sich mit ihnen auseinanderzusetzen – ohne dabei allerdings didaktisch zu sein.

»Strom ist gefährlich« bekommt man als Kind eingebläut und Ines Gebhard zeigt, wie angenehm er als Licht auf der Haut ist, wie herrlich er durch die Luft fliegt und was für tolle Spuren er hinterlässt. Zum Beispiel auf ihrer augenzwinkernden Lampe »Gute Nacht, Edison«, die ein herrlicher Nachruf auf die Glühbirne ist.

Denn Ines Gebhart verabschiedet sich auf ihre Weise von der Glühbirne, die Thomas Alva Edison vor über 125 Jahren erfand – und lässt sie weiterglühen. Mit Leuchtfarbe ist eine Glühbirne auf den Lampenschirm gedruckt und lädt sich auf, während die Lampe in Betrieb ist. Schaltet man sie dann aus, leuchtet die gedruckte Glühbirne auf – und strahlt, jenseits aller Verbote, in die Dunkelheit!


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