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Erst grau, jetzt großartig: Die Designerin Simone Post für Vlisco

Es ist das größte Mural der Niederlande: Die Designerin Simone Post hat das Headquarter von Vlisco, Hersteller afrikanischer Wachsdruckstoffe, mit bunten Mustern überzogen und lässt es in Bewegung geraten.

Bild: Ronald Smits Photography

Seit 175 stellt das niederländische Unternehmen Vlisco Stoffe im afrikanischen Wachsdruckstil her, Textil-Kunstwerke in leuchtenden Farben und mit vibrierenden Mustern.

Da passte es wenig, dass die Firma selbst in einem trostlosen grauen Betongebäude sitzt.

Für die Rotterdamer Designerin Simone Post, die an der Design Academy Eindhoven studierte und bekannt für ihre Teppiche aus alten Adidas Turnschuhen ist, für ihre Arbeiten für kvadrat, ihre gewebten Geldscheine und auch für ihre Entwürfe für Vlisco, wirkte das Gebäude eher wie ein Bunker.

Als »verschlossen, schwer, wie ein Block und veraltet« beschreibt sie es. Dabei ist Vlisco für sie »in Bewegung, Vorreiter in Sachen Design und Druck, vielfältig und vor allem: fröhlich und ermutigend.«

Mural als Zukunfts-Garten

2014 hat Simone Post bei Vlisco ein Praktikum gemacht und in den letzten sieben Jahren hat die Designerin, die sich mit der Widerverwendung von Materialien beschäftigt, immer wieder mit Textilien von Vlisco gearbeitet und aus den Stoff-Fehldrucken neue Teppiche und Wandbehänge hergestellt.

Als das Unternehmen sie fragte, ob sie Lust hätte den gesamten Außenbereich mit satten 2500 Quadratmetern zu gestalten, sagte sie sofort zu.

Mit Handroller und Pinsel und mit den Maler:innen des Kollektivs De Strakke Hand hat sie das Vlisco Headquarter in etwas verwandelt, das sie einen fantastischen Zukunfts-Garten nennt.

Bei den Formen und Farben hat sie sich von den Wildblumen inspirieren lassen, die sie aus den Fehldrucken von Vlisco herstellt und die für sie von Wachstum erzählen und davon, dass man immer in Bewegung bleiben sollte, sich nach vorne bewegen und niemals aus Angst stillstehen sollte.

Die Linien mit denen sie das Gebäude überzog, fügen sich zu den unterschiedlichen Formen zusammen, legen sich um Fenster, bringen die Hausecken in Bewegung und zitieren gleichzeitig die Musterwelten der Vlisco Waxprints.

Handarbeit mit Botschaft

Die gesamte Gestaltung wurden von Hand gerollt oder gepinselt, nichts wurde, wie oft üblich, gesprüht und es wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass man, ganz wie bei den Vlisco-Stoffen, die Handschrift sieht.

Auch deshalb kann man, egal wie oft man sich die Fassade anschaut, immer etwas Neues entdecken.

Die verschiedenen Formen stehen für Neugierde, für Kreativität und die Lust zum Wandel und dafür, sich ins Unbekannte zu wagen.

»Folgen Sie Ihrer Intuition und haben Sie keine Angst«, sagt Simone Post. Auch dazu soll ihre mitreißende Fassadengestaltung auffordern.

Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, das ganze Gebäude mit Fischauge fotografiertBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, FenstereckeBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, vier etagen sieht manBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, obere GebäudeeckeBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, Detail mit grünen und ornagenen LinienBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, obere Ecke mit blauem himmelBild: Ronald Smits Photography Mit bunten Wax-Print-Mustern überzogene Hausfassade des Stoffherstellers Vlisco, gestaltet von Simone Post, Eingang mit LogoBild: Ronald Smits Photography

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