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Die Neue: Reopening-Kampagne der Berliner Nationalgalerie

Nach sechs Jahren Sanierung wurde die Neue Nationalgalerie jetzt wiedereröffnet – als schwebende Schönheit und mit einer Kampagne der Markenagentur Stan Hema, die Architektur und Kunst auf den Punkt bringt.

Die Sanierung der Neuen Nationalgalerie ist ein Kunststück für sich. Sechs Jahre lang und hinter einem Bauzaun versteckt, hat das Architekturbüro David Chipperfield die Architekturikone von Mies van der Rohe Einzelteil für Einzelteil auseinandergenommen, saniert – und wieder neu zusammengesetzt.

Zu den über 35.000 Teilen gehören auch neu gewebte Teppiche und die riesigen Glaswände, die zuvor immer wieder beschlugen. Eine bittere Erkenntnis damals: je besser besucht eine Ausstellung war, desto mehr Kondenswasser an den Scheiben. Das war fatal für die Kunst und eine der vielen Gründe, den legendären gläsernen Bau generalzuüberholen.

Am diesem Wochenende wurde die Neue Nationalgalerie wiedereröffnet. Mit Skulpturen von Alexander Calder, Filmen Rosa Barbas, mit der Sammlung des Museums, das bedeutende Werke der klassischen Moderne besitzt – und mit einer Kampagne der Berliner Markenagentur Stan Hema.

Die kennt sich aus mit Kunst. Hat an dem Erscheinungsbild der kommenden documenta fifteen ebenso gearbeitet wie für das Museum Barberini in Potsdam, das Frankfurter Städel oder die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Beauftragt von den Freunden der Nationalgalerie, entwickelten die Kreative eine Kampagne, die das Wesentliche der Neuen Nationalgalerie in den Mittelpunkt stellt – und das gleich auf zweifache Weise.

Hommage an die Moderne

Mit dem Claim »Die Neue« versehen, der so vertraut und gleichzeitig so erwartungsvoll wirkt, besann sich Stan Hema auf die Einfachheit, die Klarheit und Kunst der Reduktion, die Mies van de Rohes letzten Bau so einzigartig macht und spiegelt diese in allen Gestaltungselementen wider.

In dem Font Matter SQ der Displaay Type Foundry, der zudem nur in einem einzigen Schriftschnitt benutzt wird, den Linien und Rastern im Hintergrund, den Flächen und in der Flexibilität, alle miteinander und auf unterschiedliche Weise zu kombinieren.

Ganz in Hellblau, in leuchtendem Rot oder Knallgelb gehalten, bringen die Plakate die Moderne mit nur wenigen Linien auf den Punkt und sind eine Hommage an von der Rohe selbst.

Neben den monochromen Plakaten, die den Claim »Die Neue« hervorheben, sind in einer anderen Reihe von Plakaten ausgewählte Motive aus der Sammlung der Klassischen Moderne der Neuen Nationalgalerie zu sehen, die ebenfalls mit den feinen geometrischen Linien unterlegt sind.

»Mein Ziel war eine zeitlose Gestaltung, die sich so weit wie möglich und so weit wie nötig zurücknimmt«, sagt der verantwortliche Designer bei Stan Hema, Peer Hempel. »Natürlich ist sie auch eine Referenz zum Gebäude. Das lichtdurchflutete Haus, das Schwebende, das Klare, das Sensible der Mies-van-der-Rohe-Ikone. Es war eine große Ehre, für solch ein Haus und für solche Auftraggeber:innen arbeiten zu können.«

Bereits jetzt ist die Neue Nationalgalerie für Wochen ausgebucht – um die neuen drei Ausstellungen zu sehen und vor allem auch die Architektur selbst.

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Schönes Konzept und ein wunderbare Umsetzung.

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