Cacao de Paz: Wie zwei junge Designerinnen die Zukunft mitgestalten

Sina Pardylla und Marie Christall von dem Grafikdesign-Studio NEA wollen die Welt nicht nur gestalten, sondern aktiv verändern. Ihr erstes Transformationsdesign-Projekt entsteht mit Kakaobauern in Kolumbien. Und wir sind begeistert!



 

»Kolumbianischer Friedenskakao« steht auf den pastellfarbenen Packagings, die NEA. Studio für neue Gestaltung in Braunschweig entwickelt hat. Und eben nicht nur die Verpackungen, das Corporate Design und die ganzen anderen Kommunikations-Tools haben die jungen Grafikdesignerinnen gestaltet, sondern die Marke auch gleich selbst ins Leben gerufen.

Und das als eigene Firma, der Yes Future GmbH, mit der Sina Pardylla und Marie Christall die Zukunft und vor allem die Globalisierung mitgestalten möchten, ohne deren Konsequenzen auf den Schultern der Anderen abzuladen.

Ihren Wunsch, sinnhafter zu arbeiten, haben die Designerinnen gemeinsam mit den Design-Thinking-Experten Kristof von Anshelm und Sarah Zerwas, dem Agrarethiker Uwe Meier und der Marke Cacao de Paz umgesetzt, die Kakaobohnen aus Kolumbien zu Schokolade, Kakao-Nibs und Trinkschokolade verarbeitet. Schließlich hat der Friedensvertrag der kolumbianischen Konfliktparteien, der 2016 geschlossen wurde und für den der Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis bekam, 50 Jahre Krieg und Gewalt beendet.

Damit die dortigen Kakaobauern, die die beiden persönlich kennen und regelmäßig besuchen, in eine friedvolle Zukunft blicken können, zahlt NEA faire Preise für deren Bohnen und lässt sie in Deutschland nachhaltig weiterverarbeiten.

Die Produkte ihrer ersten Edition sind alle limitiert, ihre Herkunft wird auf der Verpackung gekennzeichnet – und deren Design setzt sich bewusst farbenfroh von sonstigen Fair-Trade-Produkten ab und stellt ein Tier der Region in den Mittelpunkt: Das Caquetá Springäffchen, das erst nach der Friedensschließung entdeckt wurde, da sein Lebensraum zuvor nicht zugänglich war und seitdem gleichzeitig vom Aussterben bedroht ist.

Neben den fairen Preisen spielt auch die Verpackung in ihrem Transformation Design Ansatz eine Rolle. Auf Materialmixe haben die beiden dabei verzichtet, auf beschichtete Papiere und auf Aromaschutzverpackungen.

Gleichzeitig wissen sie aber, dass noch viel zu tun ist. Zum Beispiel beim Verpackungsmaterial für den Versand, damit die Tafeln heil beim Kunden ankommen und auch bei dem Transport des Kakaos von Kolumbien nach Deutschland.

Ein Manifest hat NEA bereits veröffentlicht, weitere Projekte werden folgen – und bis dahin kann man Cacao de Paz online über eine eigene Website erwerben.

Ein tolles Projekt, das zeigt, wie man mit Zuversicht und positivem Ansatz selbst aktiv werden kann, wie man Alternativen zu herkömmlichen Produkten aufzeigt, deren Kakaobohnen größtenteils in Afrika und unter prekären Bedingungen angebaut werden und wie man seine Arbeit als Gestalter – über das tägliche Business hinaus – einsetzen kann. Und das auch als kleines Studio in der großen weiten Welt.

 

 

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