3D-Druck im Designeralltag

Ob Prototypen, Packagings, Messestände oder Schriften – immer häufiger nutzen Kreative 3D-Drucker für ihre Projekte. Vor allem beim Modellbau leisten auch günstigere Geräte gute Dienste.



Insbesondere im Packaging Design hat sich der 3D-Druck zum festen Partner der Agenturen gemausert und verdrängt inzwischen so manche hausinterne Werkstatt. So steht bei der Peter Schmidt Group in Hamburg seit dreieinhalb Jahren ein MakerBot Replicator Z18. Die Mitarbeiter nutzen ihn rege – auch schon mal, um ein Ersatzteil fürs eigene Fahrrad zu produzieren.

»In der Formentwicklung spielen dreidimensionale Modelle eine große Rolle«, sagt Florian Schaake, Design Director im Structural-Packaging-Team der Peter Schmidt Group. »Früher hatten viele Designagenturen deshalb eine eigene Werkstatt im Haus und bastelten bei Bedarf schnell ein Arbeitsmodell. Bei Faltschachteln aus Karton machen wir das auch immer noch, bei Primary-Packaging-Projekten hingegen, also zum Beispiel für Shampoo- oder Getränkeflaschen, die keine weitere Verpackung benötigen, ist ein 3D-Drucker ideal.« Auch weil man keine Werkzeugformen wie etwa beim Spritzgussverfahren braucht und weil es keinen Materialverlust gibt. Von einer Spule läuft der Kunststoffdraht – das sogenannte Filament – in das Gerät, wird dort erhitzt, durch einen Druckkopf gepresst und Schicht für Schicht zu einem Objekt geformt. Verschnitt gibt es nicht.

Für den Kunden Guhl entwickelte die Peter Schmidt Group die komplette Haarpflege-Range und nutzte dafür den 3D-Drucker sehr intensiv – hier Design Director Florian Schaake beim Messen des Modells.

 

Kompliziert ist die Arbeit mit dem MakerBot nicht. Die Kreativen gestalten wie immer in CAD-Programmen wie Rhino oder Cinema 4D, die heute alle eine STL-Schnittstelle für 3D-Drucker haben. Beim Öffnen der Druckersoftware erscheint der Bauraum, in den man das modellierte Objekt laden, von allen Seiten betrachten und die Einstellungen bezüglich der Farbe und des Detailgrads der Oberfläche vornehmen kann – diese Faktoren sind es dann letztlich auch, die die Produktionszeit maßgeblich beeinflussen. Der Druck einer Flasche zum Beispiel dauert je nach Größe, Form und Detailliertheit zwischen zweieinhalb und acht Stunden. Und manchmal geht dann doch etwas schief: »Bei einem Objekt für eine Messe – einem digitalen Einkaufscaddy – hatte sich ein Fehler in den Datensatz eingeschlichen«, erzählt Florian Schaake. »Leider ließ sich der Druckauftrag nicht abbrechen. Am nächsten Morgen hatte der 3D-Printer dann ein fußballgroßes Wollknäuel fertiggestellt. Zum Glück hatten wir ausreichend zeitlichen Puffer eingerechnet und konnten den Druck erneut starten.«

Noch viele weitere Projekte und Informationen rund um den 3D-Druck finden Sie in PAGE 09.2018.

 

In der Software des 3D-Printers hat man die Möglichkeit, die Farbe und den Detailgrad der Oberfläche zu bestimmen.


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Eine Antwort zu “3D-Druck im Designeralltag”

  1. Micha sagt:

    Auch die Designer/-innen von formteam nutzen seit längerer Zeit für die Erstellung von ersten Prototyen einen 3D Drucker (Ultimaker3). Die hauseigene Modellbauwerkstatt ist jedoch noch nicht vollständig abgelöst, denn für erste Darstellung einiger Produkte nutzt man gerne nach wie vor das Modellieren mit Schaumstoffen.

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