Wer braucht Nutzungsrechte?

Christian Büning, Präsidiumsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner, empfiehlt, die Nutzungsrechte zu definieren.



Nutzungsrechte definieren im Designbereich

Kaum ein Thema verursacht mehr Boxkämpfe als die Nutzungsrechte. In der linken Ecke: Designer, die sehr exakt sämtliche gewünschten Nutzungen vergütet wissen wollen. In der rechten Ecke: Designer, die sich eher als Berater sehen und mit Nutzungsrechten am liebsten gar nichts zu tun haben möchten. Dann der Gong.

Beide Positionen sind jedoch schlüssig und zeigen die aktuelle Spannbreite der Designer. Die Frage der Nutzungsrechte offenbart sehr gut die Haltung zur eigenen Arbeit. Sehe ich mich eher als Urheber oder als Kurator? Der Urheber erstellt ein schöpferisches Werk und lebt von dessen Nutzung. Der Kurator lebt von der Dienstleistung und bietet einen Prozess. Designer sind meist beides in einem. Und dem Urheberrecht ist das ziemlich egal. Denn sobald wir etwas entwerfen, das eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht, greift das Urheberrecht. Und sobald dies der Fall ist, müssen wir Nutzungsrechte veräußern, selbst wenn wir anders wollten.

Die Frage ist daher nicht, ob wir Nutzungsrechte brauchen, sondern eher, wie wir damit umgehen. Werden Nutzungsrechte nicht definiert, bleiben alle Rechte beim Designer. Ein Nachteil für den Auftraggeber. Zudem riskiert der Designer dadurch, als Gewerbetreibender eingestuft zu werden.

Mein Tipp: Regeln Sie immer die Nutzungsrechte in Ihren Projekten. Regeln Sie nichts, schaffen Sie Quellen für Ärger und Missverständnisse. Egal, ob Sie sich als Urheber oder als Kurator sehen – das Urheberrecht gilt. Zum Glück.

Viel Erfolg.


content_size_SZ_141106_BDG_Buening_Foto

Christian Büning
Präsidiumsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner/
PAGE Kolumnist »Business Basics«

info(at)bdg-designer.de
http://www.bdg-designer.de

Christian Büning ist Inhaber des Büro Büning Informationsgestalter und Gründer des Werkstoff Verlags. Er ist Autor der BDG Gründerfibel und schreibt in der PAGE monatlich für Designunternehmer. Im BDG engagiert er sich für faire Märkte und professionelle Teilnehmer, von 2011 bis 2017 in der Funktion als Präsident. Er ist leidenschaftlicher Fan von schematischen Zeichnungen und kann sich oft stundenlang nicht zwischen der Unit und der Droid Sans entscheiden. Christian Büning lebt und arbeitet in Münster – mit Fahrrad, natürlich.

Mehr Tipps zu Fragen aus der Berufspraxis lesen.

 


Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel ist erstmals erschienen in PAGE 09.2015.

 


Schlagworte: ,




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren