Von Automatisierung bis Netzwerken mit Social Anxiety

Auch Profis haben manchmal Probleme mit dem Networking. Anissa und Karo von Ladies, Wine & Design Hamburg berichten von ihren Erfahrungen auf der Adobe MAX und geben Tipps.



Karo Berndt und Anissa Carrington

Anissa Carrington und Karo Berndt, Gründerinnen von Ladies, Wine & Design Hamburg, waren in diesem Jahr als Insider auf der Adobe MAX unterwegs. Dort haben sie nicht nur gelernt, was ihnen in Zukunft an Arbeit abgenommen wird, sondern konnten auch ihre Networking-Skills verbessern. Ihr Bericht:


Hinter uns liegt eine aufregende Zeit: Nach drei Tagen Adobe MAX in Los Angeles brauchen wir erstmal einen Moment, um tief durchzuatmen. Kreative aus aller Welt, spannende Talks und zahlreiche kleinere Sessions – das muss man erstmal sortieren. Neben neuen Freundschaften und einem Haufen Inspiration, gewannen wir vor allem die Erkenntnis, dass Zeit eines der wichtigsten Güter für Kreative ist. Wie kann man diese wertvolle Ressource also schonen?

Automatisierung spart Zeit

Erstmal zum Technischen: Zeitaufwendige händische Aufgaben werden in Zukunft noch stärker automatisiert. So können Grafikprogramme mittlerweile selbst intelligente Entscheidungen treffen. Tagelanges Objekte-freistellen wird dank einer Neuerung in Photoshop bald mit einem Klick erledigt sein. Auch im Audiobereich gibt es eine stete Weiterentwicklung von Sprach­­erkennung und Sprach­ver­arbeitung. Störgeräusche in Audiofiles sekundenschnell entfernen? Kein Problem. Auch werden die Werkzeuge der Kreativen immer mobiler mit Anwendungen fürs Tablet und Smartphone.

Unsere Grafiken für Instagram Stories während der Adobe Max haben wir zum Beispiel mit der App Adobe Spark vorbereitet. Diese stellt generative Entwürfe als Vorlage zur Verfügung, die man frei verändern kann. Das hat uns Zeit eingespart, die wir so anderweitig investieren konnten.

Netzwerken zum Erfolg

Für ein beruflich schnelles Vorankommen ist aber nicht nur eine beschleunigte Arbeitsweise essentiell. Auch die richtigen Menschen zu kennen kann einem Monate oder sogar Jahre einsparen, wenn es um den Karrierefortschritt geht.

»Everyone in this room is talented. But getting to know the right people and using certain platforms? That’s what’s going to get you to move forward«,

sagte Fotografin und Filmemacherin Bethany Mollenkof auf dem Adobe Insider’s Summit.

Fürs Netzwerken muss man nicht extra nach Los Angeles reisen: Lokale Organisationen bieten Kreativen verschiedene Möglichkeiten, einander kennenzulernen. Die internationale Initiative Ladies, Wine & Design zum Beispiel ist perfekt für weibliche und nicht-binäre Personen auf der Suche nach Kontakten. Über unsere monatlich stattfindenden Events in Hamburg haben wir schon Ladies kennengelernt, die wir bisher nur aus der Ferne angehimmelt haben. Jetzt trifft man sich zum Kaffee und unterhält sich über anstehende Projekte. Das ist ein tolles Gefühl.

Trotz unserer regelmäßigen Salon Nights, sind wir aber alles andere als Netzwerk-Profis. Für uns, wie auch für viele andere, bedeutet es eine gewisse Überwindung fremde Menschen einfach so anzusprechen. Networking mit Social Anxiety sozusagen. 

Die gute Nachricht: Alle haben Bock zu reden. Die schlechte Nachricht: Auch mit jahrelanger Erfahrung wird der erste Schritt auf neue Personen nicht unbedingt leichter. Bei Ladies, Wine & Design fangen wir deswegen immer mit einem Talk an. Der liefert nicht nur Informationen und eine inspirierende Speakerin, sondern gibt den Teilnehmerinnen auch gleich einen guten Einstiegspunkt, um Leute anzusprechen: Hey, wie hat dir der Vortrag gefallen?, Was sagt du zu XY?…

Bei der Adobe Max kamen wir auch mit einem »Hey, where are you from?« ganz gut an – ein Vorteil bei großen internationalen Konferenzen. Neben dem Austausch von Visitenkarten, war vor allem das gegenseitige Folgen auf Instagram das Kontakttool Nummer 1.

Zusammen besser arbeiten

Im besten Fall entstehen aus frisch geschlossenen Kontakten Kollaborationen. Denn Zusammenarbeit schürt eine ganz neue Art von kreativem Feuer. Und die gegenseitige Verantwortung sorgt für Wachstum auf beiden Seiten.

»If you commit to working with somebody, you have to put in the work. You don’t want to be the kid in the group project who does nothing. Be excited about challenging yourself!«,

so die neuseeländische Kreativbloggerin Charli Marie.

Auch unsere Events bei Ladies, Wine & Design leben von Kollaborationen. Monat für Monat arbeiten wir mit jeweils anderen Ladies aus der Kreativbranche zusammen, um eine Salon Night zu organisieren. Am Anfang ist nur klar: Lass uns was zusammen machen! Thema, Umfang und Präsentationsform entwickeln sich erst im Laufe der manchmal wochenlangen Gespräche. Diese Kollaborationen sind es, die jedes unserer Events einzigartig machen.

Kreativität braucht Zeit

Effizientes Arbeiten, das Entwickeln neuer Fähigkeiten und das Schließen der richtigen Kontakte: All das hilft den Kreativschaffenden, langfristig Zeit einzusparen. Diese Zeit können wir dann sinnvoll in die Umsetzung der eigenen Projekte investieren. Oder in was auch immer euch inspiriert.

Und wenn dann doch nicht alles so schnell funktioniert, wie gewünscht, ist das halb so wild. Denn kreative Entwicklung ist ein stetiger Prozess. Ähnlich sieht das auch die Illustratorin Robin Eisenberg:

»If you sometimes doubt yourself, just think of it this way: Wherever you’re at now is probably where you wanted to be at some point.«

Wir können Robin nur zustimmen, sind dankbar für die Erfahrungen auf der Adobe MAX genauso wie bei unseren eigenen Events – und freuen uns auf alles, was noch kommt.

Hier ein kleines Videos mit Eindrücken von drei Tagen Adobe MAX:

 


Vom 02. – 11. November fand die weltweit größte Kreativkonferenz in Los Angeles statt: Die Adobe MAX. Anissa und Karo von Ladies, Wine & Design Hamburg waren als Adobe Insider vor Ort. Ladies, Wine & Design ist eine Initiative, die 2016 von Jessica Walsh in New York gegründet wurde, um den Austausch der Frauen* in der Kreativbranche zu fördern. Mittlerweile gibt es über 250 Chapter weltweit. Die zwei HamburgerInnen gründeten ihr Chapter im März 2018 und organisieren seitdem monatlich stattfindende Treffen zu branchenrelevanten Themen.


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Dieser Beitrag wurde erstmals am 20. November 2019 veröffentlicht.


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