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Passagier-Leitsystem Firefly: Folg meinem Licht!

Neue Nahverkehrskonzept sind gefragter denn je. Mit dem Lichtleitsystem könnten sich Passagiere besser auf dem Bahnsteig und in Zügen verteilen.

Firefly Concept Johannes Müller
Das Modell und die Skizze zeigen, wie sich die Firefly-Module an den neben den Fahrschienen verlaufenden Stromschienen befestigen lassen

weißensee kunsthochschule und Freie Universität Berlin. Schon vor dem Einsteigen in S- oder U-Bahn wis­sen, wo sich ein freier Platz befindet, könnte in Zeiten des Physical Dis­tanc­ing hilfreich sein – damit sich neu Zusteigende entsprechend an den Haltestellen verteilen können. Realisieren will dies Johannes Müller, Masterstudent an der weißensee kunst­hoch­schu­le berlin, basierend auf dem Firefly-Konzept eines Studierendenteams aus den Fachgebieten Interaction Design (wei­ßen­see kunsthochschule) und Human – ­Centered Computing (FU Berlin).

Die­ses sieht vor, dass an den Stromschienen des Streckennetzes angebrachte Lichtmodule etwa anderthalb Minuten vor Einfahrt der Züge anzeigen, wo sich noch freie Sitzplätze befinden. Je leerer ein Waggon, desto heller leuch­ten sie. Dazu nutzt Firefly die Auslas­tungs­daten der vorherigen Haltestelle, wobei diese entweder über Kameras und Objekterkennungssoftware oder durch 3D-Infrarot-Lichtsensoren erhoben werden könnten.

Firefly Concept Johannes Müller
Die Firefly-Lichtmodule zeigen auf dem Bahnsteig in drei Stufen an, wo im einfahrenden Zug der meiste Platz verfügbar ist. Je heller, desto größer der freie Raum. Um den »Personal Health Space« einhalten zu können, muss Firefly auf höchster Stufe leuchten
Firefly Concept Johannes Müller
Kaum technischer Aufwand: Die Module lassen sich ganz einfach nachrüsten und in das bestehende Schienen­netz integrieren

Das Firefly-Konzept entstand bereits im Dezember 2019, ausgehend von der Frage, wie sich das Wohlbefinden in Großstädten durch mehr persönli­chen Raum im öffentlichen Nahverkehr steigern ließe. »Vor wenigen Monaten noch ein Luxusproblem, wird der persönliche Bewegungsradius in der pandemischen Situation zum Personal Health Space. Firefly hilft dabei, diesen Schutzraum einzuhalten«, erklärt Johannes Müller. Er hat die Idee bei der Initiative #HackTheCrisisBerlin von CityLAB Berlin eingereicht und hofft auf eine testweise Umsetzung mit der BVG.

Inzwischen hat auch der Spiegel über sein Konzept berichtet und Müller konnte Firefly als Vorschlag beim Regional Traffic 2020 Startup-Program der DB mindbox einreichen. 

Firefly Concept Johannes Müller
Der rote Umriss markiert die Grenze des »Personal Health Space«

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 3. Juli 2020 in PAGE 08.2020.

Johannes MüllerJohannes Müller, Masterstudent im Fach Produktdesign mit Schwerpunkt Interaction Design an der weißensee kunsthochschule berlin, erkannte die Bedeutung des interdisziplinären Projekts mit der Freien Universität Berlin und will es nun ­weiterentwickeln.

 

PDF-Download: PAGE 8.2020

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Produkt: eDossier »Ausstellungsdesign – Cases, Insights, Perspektiven«
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