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Grafikdesign ist nicht unschuldig

»Graphic Design Is (…) Not Innocent« will Gestalter:innen zu einem selbstkritischen Blick aufs eigene Tun animieren.

Mit harscher Kritik am aktuellen Stand grafikdesignerischer Betätigung beginnt dieser Aufsatzband. Eigentlich sei der Berufsstand prädestiniert als Vermittler zwischen verschiedenen Arten zu denken, zu kommunizieren und zu leben. Doch dieses Potential werde vom »Hipster-Mainstream« nicht ausgeschöpft. Statt ständig die gleichen visuellen Moden zu reproduzieren, wären mehr Experiment, kritisches Hinterfragen, Dialog und Vielstimmigkeit wünschenswert, so Ingo Offermanns, seines Zeichens Professor für Grafik an der HFBK Hamburg.

Eine umfassende Diskussion will er mit diesem Aufsatzband anstoßen, der konsequenterweise multiperspektivisch mit Texten von 26 Autor:innen daherkommt. Ein paar Beispiele: Anoushka Khandwala schreibt vom »Fetisch des Minimalismus«, der im Grafikdesign kulturelle Vielfalt genauso einebne wie die globale Gentrifizierung von Städten mit Glaspalästen und Coffee-Shops. Das Kollektiv Feminist Internet denkt über ein faireres Netz für alle nach oder Kay Jun aus Südkorea über Statushierarchien zwischen Design aus großen Metropolen und »Provinz«. Sie selbst arbeitet nicht in Seoul, sondern in Daegu, das »nur« mit zweieinhalb Millionen Einwohnern aufwarten kann. Viele interessante Ansätze, um Denkrichtungen auch mal zu ändern.

 

 

Ingo Offermanns (Ed.): Graphic Design Is (…) Not Innocent
valiz, Amsterdam 2022
288 Seiten
25 Euro
978-94-92095-90-9

 

 

 

 

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