»Frauen, ihr wisst, was ihr könnt«

Christiane Wolff, Chief Corporate Communications Officer bei Serviceplan und Gründerin des Frauennetzwerks Nettwerk, über den Gender-Pay-Gap.



Ja, Frauen verdienen immer noch weniger als Männer in vergleichbaren Positionen – auch in der Kommunikationsbranche. Das liegt sicher da­ran, dass sie zurückhaltender in Ge­halts­ver­handlun­gen gehen und weniger fordern, während Männer sich eher überschätzen.

Meine Empfehlung an junge Kolleginnen: Traut euch, eure männlichen Kollegen zu fragen, was sie wirklich verdienen! Aus meiner persönlichen Erfahrung habe ich zwei wei­tere Ratschläge: Einmal habe ich mit einer neuen Stelle, die ich angeboten bekommen habe, nicht nur mein Gehalt stark verbessern können, sondern auch noch einen neuen Titel erhalten. Ein anderes Mal habe ich statt einer Ge­haltserhö­hung eine sehr kos­ten­intensive Fortbildung verhandelt. Auch hier dürfen Kreative gerne kreativ werden!

Mein Appell: Frauen, ihr wisst, was ihr könnt und was ihr wert seid! Und das solltet ihr in prägnanten, einfachen Sätzen formulieren. Bei Gehaltsverhandlungen im bestehenden Job ist der Zeitpunkt wichtig: Wann erwische ich den Vorgesetzten ohne Stress in entspannter Umgebung – sowohl zeitlich als auch örtlich. Behaltet das stärkste Argument bis zum Schluss als Ass im Ärmel. Und übt eure Gesprächsstrategie. Mit Freundinnen, vor dem Spiegel, mit der Videofunktion des Handys – oder gönnt euch einen professionellen Coach. Das Geld holt ihr locker wieder rein.

Solange es keine wirklich freiwilligen Veränderungen hin zu gleicher Bezahlung und Gleichberechtigung in Führungspositionen gibt, scheint ein Equal-Pay-Gesetz, wie es in Island Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, übrigens eine zumindest übergangsweise erfolgreiche Maßnahme. Die dann – hoffentlich – zeitnah wieder abgeschafft werden kann.


Mehr zum Thema »Tipps für die Gehaltsverhandlung« gibt’s in PAGE 11.2018.

 


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