ADC: Fachvorstand Mathias Jahn über die Veränderungen im Club

Vergangene Woche hat der Art Directors Club für Deutschland seine neu gewählten Fachvorstände bekannt gegeben – ein Schritt, mit dem der Club erneut betont, dass er kein reiner Werberclub sein will. Eine namentliche Disziplin »Werbung« gibt es nach den neuen Statuten dennoch. Wir haben Mathias Jahn, der den Vorstand dieses Bereichs übernehmen wird, um ein

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Vergangene Woche hat der Art Directors Club für Deutschland seine neu gewählten Fachvorstände bekannt gegeben – ein Schritt, mit dem der Club erneut betont, dass er kein reiner Werberclub sein will. Eine namentliche Disziplin »Werbung« gibt es nach den neuen Statuten dennoch. Wir haben Mathias Jahn, der den Vorstand dieses Bereichs übernehmen wird, um ein Statement gebeten.

»Der ADC ist. Er ist gut und schlecht, innovativ und altbacken, mutig und mutlos – je nach Perspektive, Interesse und Talent des Beurteilenden. Aber er ist nun mal da. Vieles von dem, was der Verein tut, ist wichtig: von der jährlichen Bestandsaufnahme beim Awardfestival bis zur Nachwuchsarbeit.

Die Frage ist aber nicht, was ist, sondern: Was sein könnte. Die Welt um uns herum verändert sich. So sehr, dass Verleger Dankgebete für Steve Jobs und sein iPad sprechen. So sehr, dass Nahrungsmittelmultis vor facebook-Pages in die Knie gehen. So sehr, dass Cannes nächstes Jahr nicht mehr International Advertising Festival heißen möchte – weil das Wort Advertising die Realität des Festivals nicht mehr widerspiegelt. Werbung allein genügt nicht mehr. Die Trennung von Kanälen, Medien, Kompetenzen ist eine künstliche. Denn dem ADC geht es um Qualität, nicht um ein Periodensystem der Elemente. Die Königskategorie ist nicht Film oder Design oder Online oder Integriert. Sondern DIE IDEE

Die »Öffnung« des Clubs gegenüber anderen Fachbereichen ist der erste Schritt – weil Kommunikation nicht beim Medium anfängt oder aufhört. Ich würde mir zum Beispiel Produktdesigner im Club wünschen – weil das Design eines Audi A5 schon die halbe Miete für gute Kommunikation ist. Oder auch Spieleentwickler, Regisseure, Architekten… eben alle, die kommerziell kreativ tätig sind. Das Ziel: Ein Club der kreativen Klasse im Sinne der Wirtschaftstheorie von Richard Florida. Insofern wäre die Abschaffung der Fachbereiche der letzte Schritt – weil wir sie dann nicht mehr brauchen. Die Reklame ist tot. Die Werbung riecht ein bisschen. Es lebe die Kommunikation.«

Mathias Jahn, Creative Director, ADC-Mitglied seit 1997, Vorstandsmitglied Fachbereich Werbung ab 2010


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