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Video-Game für Fashion-Victims

Balenciaga präsentiert seine neueste Modenschau als Videospielwelt, die man auch ohne VIP-Karte im Browser erkunden kann.

Was tun, wenn keine Fashion-Shows mehr stattfinden, aber Video-Games boomen? Richtig, man macht einfach aus dem einen das andere. Dachte sich jedenfalls Demna Gvasalia, Kreativdirektor des Luxus-Modelabels Balenciaga. Schon im April, kurz nach Beginn der Corona-Krise, begann sein Team die Spielewelt zu entwickeln. Jetzt präsentiert »Afterworld: The Age of Tomorrow« die Kollektion für Herbst 2021 als aufwändiges Game, das sich am coolsten mit VR-Headset, aber auch im Web-Browser erleben lässt.

Als Player sieht man sich in die nahe Zukunft des Jahres 2031 versetzt und durchwandert fünf verschiedene Zonen – von einem minimalistischen Balenciaga-Store über die Straßen einer »post-apokalyptischen« Stadt, auf der die Passanten auch mal rückwärts gehen bis zum Rave in einem magischen Wald (sowas soll zu Corona-Zeiten ja auch schon anno 2020 stattgefunden haben). Am Ende, so sei zart gespoilert, wird’s fantastisch-mystisch.

 

So wurde das Balenciaga-Videogames produziert

Der realistische Look von »Afterworld« entsteht natürlich durch Fotogrammetrie. Mit dieser Art von 3D-Scans hatte Balenciaga schon bei einer ziemlich verrückten Social-Media-Kampagne für die Sommerkollektion 2019 geworben, damals mit Unterstützung des Mixed-Reality-Studios Makropol aus Kopenhagen mit Regisseur Yilmaz Sen. Das Video unten zeigt einige der Animationen, die dabei zum Einsatz kamen.

Bei »Afterworld« arbeitete das Fashion-Label mit Streamline Studios zusammen. Die in den Niederlande gegründete Firma, die inzwischen Büros in Kuala Lumpur, Tokio und Las Vegas hat, zählt Game-Publisher, Filmstudios und Marken wie Coca-Cola und die BBS zu ihren Kunden. Als Art-Outsourcing-Company war Streamline Studios an Spielen wie »Final Fantasy«, »Street Fighter« oder »Bioshock Infinite« ebenso beteiligt wie am 3D-Film »Avatar« von James Cameron.

 

Video-Games und Fashion – ein Trend-Traumpaar

Keine Frage, auch unter den Kunden von Luxusmode gibt es immer mehr Gamer … So kommt es, dass Labels wie Marc Jacobs oder Valentino für Spiele wie »Animal Crossing« inzwischen sogenannte Skins anbieten, also virtuelle Outfits für Game-Avatare. Burberry launchte ein Surf-Wettkampf-Spiel im aufwändigen 3D-Look, Louis Vuitton kooperierte schon mit »League of Legends« und so weiter.

Aber auch andersherum funktioniert die Beziehung. Das Trendlabel Ottolinger ließ sich bei den Entwürfen seiner Frühjahr-Sommer-Kollektion 2021 durch den Look von Computerspiel-Avataren inspirieren. Wie Ottolinger die Modelle dann im Video inszeniert, erinnert allerdings stark an die Balenciaga-Kampagne von 2019 …

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