Tsukuba-Narita: Japan am 13. März 2011

Andere Welt: Jens Liebchen fotografiert zwei Tage nach der Erdbeben-Katastrophe in Japan.



Tsukuba ist ein Städtchen 60 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegen. Der Fotograf Jens Liebchen, der in Berlin und in Tokio lebt, machte sich am 13. März 2011 von dort aus auf dem Weg zum Flughafen Narita. Rund 60 Kilometer sind das, zurück gelegt im Bus an einem sonnigen Sonntag Morgen – an dem 80 Aufnahmen entstanden.

Eine Frau mit Mundschutz an einer Kreuzung. Trägt sie den immer? Oder versucht sie sich so gegen Radioaktivität zu schützen? Eine andere Frau, die ihren kleinen Hund ausführt. Ein Auto auf dem Parkplatz von McDonalds. Und immer wieder verwaiste Straßen.

Zwei Tage zuvor erschüttert das stärkste Erdbeben in der Geschichte Japans das Land. Dann fällt im Atomkraftwerk Fukushima die Notkühlung aus. 30.000 Menschen werden evakuiert, der Flugzeugträger USS Ronald Reagan, der 100 Meilen vor der Küste liegt, meldet eine Kontamination.

Die ganze Welt ist fassungslos, während in den Medien in Endlosschleife Bilder des Tsunamis laufen, Schiffe, die durch Ortschaften gespült werden, Städte, die weggerissen werden. Alle schauen immer wieder hin, um zu begreifen, was nicht zu begreifen ist.

Jens Liebchen hat woanders hin geschaut. Still sind seine Bilder. Unspektakulär und doch irgendwie unheimlich. Eine Art »Roadmovie« aus dem Busfenster heraus fotografiert, wie der Raum für Zweckfreiheit, im der die Arbeiten noch bis zum 1. Juli zu sehen sind, es nennt.

Dazu ist das Buch つくば–成田  2011/03/13  TSUKUBA–NARITA bei Spector Books erschienen.


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