PAGE online

Retro-Food-Fotografie

Mit einer Mischung aus Faszination, Kopfschütteln und teils plötzlichem Appetitverlust betrachtet man die Food-Fotografie im »Fülscher-Kochbuch«.

Mit einer Mischung aus Faszination, Kopfschütteln und teils plötzlichem Appetitverlust betrachtet man die Food-Fotografie im »Fülscher-Kochbuch«.

Es gibt ja viele Gebiete, wo sich menschlicher Fortschritt kaum oder gar nicht feststellen lässt. Wenn sich aber etwas grundlegend geändert hat, dann ist es die Food-Fotografie. Ich bewahre ein altes, schon zerfallendes Dr.-Oetker-Kochbuch auf. Das lohnt allein wegen der unfassbar plumpen Weise (die jeden »Beef«-Magazin-Leser erschauern ließe), wie dort im Basisinfoteil verschiedene Fleischsorten als graue Klumpen fotografiert wurden …

Dem Oetker-Koch an Beliebtheit und Verbreitung vergleichbar ist das erstmals 1923 erschienene »Fülscher Kochbuch« von Elisabeth Fülscher, die von 1934 bis 1966 die erste private Schweizer Kochschule in Zürich führte. Beim Verlag Hier + Jetzt erschien nun ein Faksimile der Ausgabe von 1966. Darin lassen sich sozusagen alle historischen Steps der Bebilderung von Kochbüchern genießen:

– die Original-Tuschezeichnungen von Johanna Fülscher,

– die aus heutiger Sicht verstörend minimalistischen Schwarzweißbilder von Hans Finsler, berühmter Wegbereiter der Neuen Sachlichkeit, die in den vierziger Jahren ins Buch kamen

– und die Farbfotos des Finsler-Schülers Bernhard Moosbrugger aus den sechziger Jahren.

+ Interessante Essays zum Wandel der Ernährungs- und Kochkultur

Die erste im Oktober erschienene Ausgabe war sofort vergriffen, die zweite folgt ihr auf dem Fuß. Zu den Originalrezepten im Buch gibt es die Website elisabeth-fuelscher.ch, wo Fülscher-Rezepte zeitgemäß neu aufbereitet werden

Das Fülscher-Kochbuch
Hg. von Susanne Vögeli und Max Rigendinger
828 Seiten, 38 farbige und 57 schwarzweisse Abbildungen, zahlreiche Illustrationen

Format 16,3 x 21,4 cm, gebunden
ISBN 978-3-03919-300-4

79 Franken, 59 Euro

 

Zum Vergleich: aktuelle Food-Fotografie von David Loftus, der seit 15 Jahren entscheidend zum Erfolg von Jamie Oliver beiträgt.

Französische Omelette, ungarische Eier und verlorene Eier
1/12
Entrecôtes
2/12
Fricandeau farci
3/12
Früchteschale, Cocktail Rote Grütze, Kirschensuppe, Tomatenkaltschale
4/12
Leberspiesschen nach Zürcher Art
5/12
Ein leckerer Mix
6/12
Ochsenschwanzsuppe
7/12
Käsebrezel-Rezept
8/12
Roastbeef auf englische Art
9/12
Doppelseite mit Tuschezeichnungen von Elisabeth Fülscher
10/12
Spinatpudding und gefüllte Lauchröllchen mit Speck
11/12
Hätten Sie’s erkannt? Die eigentlich sehr leckere Apfelcharlotte
12/12
Produkt: PAGE 02.2020 Digital
PAGE 02.2020 Digital
Fotografie: Comeback in Kommunikation, Branding und UX Design ++ Behavioural Design: Wie wir mit Design Verhalten gezielt verändern können ++ Vegan drucken – so geht’s ++ Creative Coding für Designer ++ Framing als Kreativmethode ++ Dos & Don’ts: Mit UX an die Spitze ++ John Maeda im Interview

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren