Jung von Matt: Gute Nachrichten im Kampf gegen Rechts
Druck18, der Onlineshop, über den der Thüringer Rechtsextremist Tommy Frenck einschlägiges Merchandise vertrieben hat, und dessen Markenrechte sich Laut gegen Nazis e.V. und JvM gesichert haben, ist derzeit nicht mehr zu erreichen.

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass Jung von Matt an der Seite des Vereins Laut gegen Nazis e.V. steht und ihre Kampagne »Recht gegen Rechts« läuft.
Die Idee, die dahinter steht, ist nicht nur sehr smart, sondern auch sehr erfolgreich.
Verein und Kreative sichern sich beim Europäischen Markenamt die Markenrechte von Kürzeln, die in der Nazi-Szene verwendet werden. Sobald sie den Zuschlag erhalten, dürfen Produkte mit diesen Kürzeln nicht mehr von den einschlägigen Shops vertrieben werden und müssen sofort aus dem Sortiment entfernt werden.
Wird das nicht eingehalten, droht ein hohes Ordnungsgeld.
Kommt es dazu, wird dieses Geld für die Finanzierung weiterer »Recht gegen Rechts«-Aktionen eingesetzt.
Selbstbewusst gegen Rechts
Bekannte Codes wie »VTRLND«, »HKNKRZ«, «HTLR« oder »enness« (für NS – Nationalsozialismus) konnten bisher markenrechtlich blockiert werden.
Und zuletzt haben Verein und Agentur begonnen, sich auch die Markenrechte an dem Online-Shop »Druck18« zu sichern. Das ist der größte Nazi-Online-Shop Deutschlands und wird von dem bekannten Thüringer Rechtsextremen Tommy Frenck betrieben.
Der Shop darf nicht mehr unter dem Namen »Druck18« weitergeführt werden, wobei die 18 auf den ersten und achten Buchstaben des Alphabets verweist und somit auf die Initialen Hitlers.
Jetzt aber bieten die neuen Besitzer Laut gegen Nazis e.V. und JvM auf der regulären »Druck18«-Website Merch an, der sich gegen Rechts wendet.
Geldhahn abdrehen
Tommy Frenck ging vor Gericht erfolglos gegen den Kontershop vor – und jetzt ist sein eigener Onlinestore offline.
Die Gründe sind Laut gegen Nazis und Jung von Matt nicht bekannt.
Aber in Zeiten wie diesen, in denen der Rechtsruck immer stärker wird und in Sachsen-Anhalt bald eine Partei regieren könnte, die als »gesichert rechtsextrem« gilt, ist das eine Nachricht, über die man sich umso mehr freuen kann.
Nicht nur ist der Verkauf von Kleidung und Merchandise eine wichtige Geldquelle für die rechte Szene, die so abgedreht wird. Gleichzeitig zeigt die erfolglose Klage der Rechten, wie stabil die juristische Grundlage ist, auf der Laut gegen Nazis und Jung von Matt agieren – und das hoffentlich noch sehr lange tun.

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