Typografie-Symposium 20 plus X

Ein echtes Plus: Mit dem nagelneuen Typo-Symposium »20 plus X» ging die Hochschule München an den Start.



Ein echtes Plus: Mit dem nagelneuen Typo-Symposium »20 plus X» ging die Hochschule München an den Start. Mit seinen Studierenden stellte der seit 2009 für Typografie berufene Professor Xuyen Dam einiges auf die Beine und wurde mit ausverkauftem Haus (370 Anmeldungen) belohnt. Zum Thema »Umbruch» gab es 11 Vorträge an 2 Tagen, sowie einen vorausgehenden Workshop-Tag für Studierende verschiedener Hochschulen.

Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen viel vor allem die lockere, ungezwungene Atmosphäre auf, von der sich die Referenten ganz offenbar anstecken ließen. Im Plauderton wurden nicht nur interessante Arbeiten präsentiert, sondern auch vielfach hinter die Kulissen geblickt. So gaben etwa Ruedi Baur, Niklaus Troxler, Andreas Übele oder Bernard Stein die ein oder andere kurzweilige Kunden-Anekdote zum besten.
Doch nicht nur große Namen waren vertreten, auch die jüngere Generation fand ihre Plattform: Yanone stellte die Entstehung seiner Schrift für die jordanische Stadt Amman vor und gab dabei gleich noch einen Anfängerkurs für Arabisch; »Pixelgarten« zeigten Arbeiten, die irgendwo zwischen Fotografie, Illustration und Installation anzusiedeln sind; und die Züricher Jungs der »Raffinerie« präsentierten unter anderem das mutige, auf Zusammenstellungen von Wörtern aufbauende Erscheinungsbild für das altehrwürdige Burgtheater in Wien.

Am zweiten Tag vollzogen »Binnenland« den Entwurf ihrer unkonventionellen Schriftfamilie »Korpus» nach, während das Wiener Designbüro Strukt auf die Vorstellung eigener Arbeiten (fast) verzichtete. In ihrer amüsant dargebrachten Overhead-Projektion zeigten sie Beispiele generativer Gestaltung und brachen eine Lanze für das freie Ideen Entwickeln, ohne zu früh schon an die Umsetzung zu denken. Zur Not schreibt man sich das passende Progamm eben selbst. Auch Bernd Kuchenbeiser zeigte, dass das Nachdenken über Design keine altmodische Angewohnheit ist. Auch wenn man nicht jede seiner Thesen teilen mag, so überzeugte er dennoch mit durchdachten Konzepten und tiefgründigen Arbeiten.

Am Ende fiel die Präsentation von Tomato, den – wie Xuyen Dam es formulierte – »Helden unserer Jugend«, leider ein wenig ab. »Type in a multidisciplinary studio», wie der Vortragstitel lautete, gehört wohl eher nicht zu Kernkompetenzen des Londoner Studios.

Fazit: München ist um eine gut gemachte Veranstaltung reicher. Die Organisatoren haben es geschafft, eine gute Mischung zwischen »zugkräftigen Namen», Arbeitspräsentationen und inhaltlichen Vorträgen zusammen zu stellen. Auch wenn sich vor allem Studierende angesprochen fühlten, entstand keineswegs ein unprofessioneller Eindruck. Den Machern, denen man nur gratulieren kann, ist zu wünschen, dass sich die Veranstaltung bald etabliert – momentan ist ein zweijähriger Rhythmus angedacht.


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