Typo Berlin 2014: Back to the Roots

Zum Start der TYPO Berlin 2014 erklärte Holm Friebe warum die Strategie »Stay Calm and Carry On« eine gute ist – und Daniel Gjode, warum man nie, aber wirklich nie, pitchen sollte.



Zum Start der TYPO Berlin 2014 erklärte Holm Friebe warum die Strategie »Stay Calm and Carry On« eine gute ist – und Daniel Gjøde, warum man nie, aber wirklich nie, pitchen sollte.

1700 Gäste, Applaus für diejenigen, die aus Südkorea, Singapur und Australien angereist sind, dazu überall das große orange Logo mit dem Konferenzthema Roots darauf. Wenn man weiß wo man herkommt, weiß man auch wo man ist, erläuterten die Moderatoren der TYPO Berlin 2014 das diesjährige Motto.

Los ging es dann mit so tollen Wörtern wie Gegenwartseitelkeit im Eröffnungsvortrag von Holm Friebe, (Leiter Zentrale Intelligenz Agentur, Trendforscher und Autor »Wir nennen es Arbeit«) – und Phrasen wie Kindchenschema des Neuen und dazu beschwor er, passend zu seinem aktuellen Buch »Die Stein Strategie – Von der Kunst nicht zu handeln« die Kunst des Abwartens und Aussitzens und führte ins Land der roten Königin aus »Alice hinter den Spiegeln« wo man so schnell rennen musste wie man nur kam, nur um am selben Platz zu bleiben und zeigte anhand zahlreicher namhafter Personen, dass ein »Handeln durch Nichthandeln« durchaus erfolgreicher ist. 

»Gras wächst auch nicht schneller wenn man daran zieht« heißt schließlich ein afrikanisches Sprichwort und legte dar, dass nach einstigen bahnbrechenden Erfindungen wie das Auto, Antibiotika oder die Toilette, die Innovationen heute eher bescheiden sind. »Wir wollten fliegende Autos. Statt dessen bekamen wir 140 Zeichen« zitierte er den PayPal-Investor Peter Thiel.

Und ließ am Ende die Geschichte des Plakates »Stay Calm and Carry On« Revue passieren, das im Zweiten Weltkrieg in Großbritannien entstand und in einer Auflage von mehr als 2.5 Millionen als Poster über die Städte verteilt wurde.

Dass Listen, gerade im Web allgegenwärtig, auch im analogen populär sind, zeigte Daniel Gjøde vom dänischen Studio Stupid, der herrlich pur, lakonisch und im Pünktchenpulli in einem 13-Punkte-Plan erst die tollen Arbeiten von Stupid zeigte und dann dafür plädierte nie zu pitchen und seine Arbeitskraft einfach zu verschenken, immer mal wieder auszusteigen, sich nicht allzu vereinahmen zu lassen, das Telefon mal abzustellen und die Arbeit nicht das Gegenteil von Spaß seien zu lassen – bevor er sich in eine achtmonatige Auszeit verabschiedete.

 

Danach gab es noch eine Reihe visueller Perlen – von den magischen Handarbeiten Sarah Illenbergers zu den Schätzen des Neon Muzeum Warzaw.




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