TagesWoche – Das Hybridmedium

Die neue »TagesWoche« aus Basel ist eine Mischung aus Print, Online, Zeitung und Magazin. Die Designer Matthias Last und Manuel Bürger entwickelten die Corporate Identity und erklären das Konzept im Interview.



Bild Tageswoche

Die neue »TagesWoche« aus Basel ist eine Mischung aus Print, Online, Zeitung und Magazin. Die Designer Matthias Last und Manuel Bürger entwickelten die Corporate Identity und erklären das Konzept im Interview.

Vergangene Woche ist die »TagesWoche« gestartet, eine neue Zeitung aus Basel, die regional wie überregional berichtet und die sich selbst als »Hybridmedium« bezeichnet. Sie spielt sowohl mit dem Magazin- als auch mit dem klassischen Zeitungsformat, neben Artikeln finden sich großformatige Bilder und Fotostrecken. Das 30-köpfige Redaktionsteam veröffentlicht täglich Neuigkeiten auf der Webseite und wöchentlich Hintergrundberichte in der Printausgabe. Im Netz werden die Inhalte zudem durch eine Online-Community ergänzt.

Für die Entwicklung der Corporate Identity von Zeitung und Webseite der »TagesWoche« waren die Designer Matthias Last und Manuel Bürger verantwortlich. Sie übergaben ihre Entwürfe dem Design Department vor Ort, weshalb die Layouts größtenteils aus der Entwicklungsphase stammen. Wir sprachen mit ihnen über das Konzept des neuen Nachrichtenmediums:

Wie will sich die »TagesWoche« von anderen, bereits etablierten Zeitungen unterscheiden?

Die TagesWoche will gezielt die Kraft des Printmediums mit den Vorteilen des Internet verbinden. Bisher ist es oftmals der Fall, dass der Onlineauftritt einer Zeitung wenig mit der Printausgabe zu tun hat, beide autonom nebeneinander betrieben werden, und der Synergieeffekt ausbleibt.

Die »TagesWoche« nennt sich selbst »Hybridmedium« – wie sind die Webseite http://www.tageswoche.ch/ und die wöchentliche Zeitung verknüpft und wie sollen sie im Redaktionsalltag zusammenspielen?

Allein schon das Redaktionssystem ist darauf ausgelegt, Artikel gleichzeitig im Web zu veröffentlichen als auch in das Layout der Printausgabe zu speisen. Das ist noch recht einzigartig. Unter anderem gibt es daher auch einen sechsstelligen Webcode, der Artikel sofort zugreifbar macht und in der Printausgabe schnell den Zugriff ins Web ermöglicht. Viele Formate wie die »Wochendebatte« sind gezielt darauf ausgelegt, den Dialog im Web auf das Printmedium zu übertragen und verschiedene Diskurse in Basel, in der Schweiz, zu beleben.

Welche Rolle spielt die Online Community? Wie soll sie eingebunden werden? Und wie setzt sich dies in der Gestaltung fort?

Die Community der TagesWoche soll eine wichtige Rolle einnehmen, was sich definitiv auch in der Gestaltung zeigt. Alle Mitglieder werden – wie auch die TagesWoche – mit einem grünen Strich unterstrichen. Das grüne Dreieck auf der Internetseite ist das Kommunikationstool, welches die Mitglieder verwenden, um sich einzumischen oder mit Kommentaren anzuecken. Kommentare werden dabei nicht in kleinerer Schriftgröße gezeigt, sondern bekommen das gleiche Gewicht wie der Artikel selbst. Die Redakteure wählen interessante Aussagen und versuchen direkt Anschlusskommunikation zu erzeugen. Einige Kommentare werden besonders hervorgehoben: in größerer Type und in grüner Farbe, sowohl im Web als auch Print. Damit wird die Community am Zeitungsmachen beteiligt. Hier gibt es ebenfalls Formate wie das »Storyboard«, das die Community gezielt in die Recherche von Artikel mit eingreifen lässt.

Was ist der Kern der von Ihnen entwickelten CI der »Tageswoche« auf den verschiedenen Kanälen?

Das Ziel war eine einfache und dennoch starke CI zu entwickeln, die von einer kleinen Redaktion steuerbar ist. Mit drei Elementen – dem TagesWoche Logo (grün unterstrichen, Founders Grotesk), dem grünen Kommunikations-Dreieck und der frei zugänglichen und äußerst demokratischen Webfont Georgia – können im Baukasten-System viele CI Aufgaben bewältigt werden und zeigen einen eigenständigen und visuell wirksamen Look.



Warum gerade Grün – und verschiedene Grüntöne auf den unterschiedlichen Kanälen? Es gibt ja sogar unterschiedliche Farbnuancen auf den unterschiedlichen Online-Kanälen.

Wer schon einmal in Basel war, weiß warum Grün das öffentliche Leben der Stadt wiederspiegelt. Die omnipräsenten Stadtbahnen sind größtenteils in dieser tatsächlich zur Zeit inflationär oft benutzten Farbe gestrichen. Was die TagesWoche allerdings recht mutig bestreitet, ist eine Zweiteilung des Grüntons, der sich an die Medien anpasst. Im Web wollen wir die starke Kraft dieser Farbe auch ausschöpfen – das Grün hat demnach vielmehr Leuchtkraft als das Grün der Druckausgabe, welches eben nur herkömmlich aus maximal 100 Prozent Cyan und 100 Prozent Yellow zusammengestellt werden kann. Die Trennung dieser Nuancen ist natürlich kein einfaches Unterfangen, was man im beta Status der Website noch sieht. Das sollte in den nächsten Tagen ausgemerzt werden. Danach strahlt die TagesWoche – auf jedes Medium zugeschnitten – frisch und neu. 

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Bild: Die Webseite zur Tageswoche

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Bild: Titelseite »TagesWoche« Print

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Bild: »Inhalt« aus der Printausgabe

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Bild: »Kultur« aus der Printausgabe

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Bild: »Bildblog« aus der Printausgabe


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