Die schönsten deutschen Bücher 2017

Wir zeigen die von der Stiftung Buchkunst preisgekrönten schönsten Bücher und fragen Jury-Mitglied Alexandra Kardinar nach ihren Eindrücken.



Ein Gespräch mit Alexandra Kardinar vom Berliner Illustrationsstudio Drushba Pankow über die Jury-Sitzung beim Wettbewerb Die schönsten deutschen Bücher.

Auf dem Foto zu sehen: Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, mit den Jurymitgliedern Katrin Schacke (Gestalterin aus Offenbach), Alexandra Kardinar (Studio Drushba Pankow, Berlin / Professorin für Illustration an der HAWHamburg) und René Kohl (Buch- und Medienversand Kohlibri, Berlin)

 

Welcher war ihr Favorit unter den Preisträgern?

Alexandra Kardinar: Sofort einig war sich die Jury bei »Dominas« von Max Eicke. Man findet darin Porträts von Frauen, die einen sehr direkt anschauen. Die etwas kleineren Fotoseiten sind eingebunden in Doppelseiten mit Punktrastern, die man erst auf den zweiten Blick als intimere Fotos der Arbeit der Frauen erkennt. Ein überraschendes Spiel mit Distanz und Nähe, die diesen Berufsstand kennzeichnen.

 

Mit zwei Ebenen spielt auch »Soirée Fantastique« über Plakate aus einer Leipziger Druckerei des 19. Jahrhunderts.

Ja, die sehr kraftvollen Plakate sind als »Stapel« zu sehen. Verbunden mit historischer Straßenfotografie vermittelt sich so ohne große Erklärungen ein Gefühl für die Umgebung, in der die Plakate damals zu sehen waren. Wiederum ein Mix ist aus Reportage und Kochbuch ist »Monsieur Vuong«, das zu einer Reise durchs Leben eines vietnamesischen Kochs einlädt – perfekt mit Rezepten gemischt.

 

Welches der prämierten Bücher würden Sie Gestaltern empfehlen?

Natürlich »Vom Blatt zum Blättern«, ein extrem klug gemachtes Buch übers Bücherbinden.

 

Worüber wurde in der Jury diskutiert?

Etwa über den Sinn und Unsinn von Bauchbinden, die dies Jahr sehr oft zu sehen waren. Richtig gepasst hat die Binde nur bei »Rex, Roxy, Royal«, einem wunderbaren Buch über die Schweizer Kinolandschaft. Vor allem aber haben wir in Jury überlegt, was eigentlich ein schönes Buch ausmacht. Es ist wohl ein Bündnis von Inhalt, Bild, Typo, Herstellung und so weiter, das im besten Fall zu einer Liebesgeschichte wird. Egal, welche finanziellen Mittel dahinterstecken – ob Kammermusik oder groß orchestriert, es muss einen Gesamtklang geben.

 

Und hier alle preisgekrönten Bücher in einer Bildergalerie.


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