Die 25 »schönsten deutschen Bücher« 2016

Der Wettbewerb über »Die schönsten deutschen Bücher« ist entschieden! Katharina Hesse, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, erzählt im Interview von ihren Eindrücken



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Katharina Hesse blättert in dem von Irma Boom gestalteten Fotoband »Umbra« von Viviane Sassen – in dem sich Gedichte verstecken © Foto: Nina Faulhaber

Was war ihr Highlight unter den 25 prämierten Einsendungen?
Als Objekt hat mich das von Irma Boom gestaltete Buch über Olafur Eliasson fasziniert. Es gab diesmal diverse Einbände aus gefärbter Folie. Hier macht das aber inhaltlich Sinn und weckt Lust auf den Künstler.

Wie groß ist das Interesse am »altmodischen« Medium Buch noch?
Mit 788 Beiträgen von 448 Einsendern hatten wir einen Zuwachs von fast 14 Prozent. Die technische Qualität war fast durchweg sehr gut. Nur beim Aufschlagverhalten hakt es öfters, selbst bei fadengehefteten Büchern wird oft zu viel Leim aufgetragen.

Manche der ausgezeichneten Bücher wirken auf den ersten Blick unspektakulär.
Es geht nicht darum, eine Materialschlacht hinzulegen, sondern sich Gedanken darüber zu machen, was zum Inhalt passt. Der Architekturführer Köln etwa ist so klar strukturiert, dass man wirklich immer weiss, wo man ist. Warum gibt es nicht mehr solche Reiseführer? Die Farbwahl orientiert sich am Grün der Kölner Brücken – das muss man nicht wissen, es ist aber ein wunderschönes Detail. Oder nehmen wir das Jugendbuch »Opfer«, das ohne das für diese Zielgruppe sonst oft betriebene Brimborium auskommt und darum sehr fokussiert wirkt. Das Cover ist stark, der Satzspiegel hat genau die Größe der Zielscheibe und lässt viel Raum für die Bleiphobie von Jugendlichen.

Ungewöhnlich geht auch das Buch »Was glaubt ihr denn« mit dem Thema Religion um.

Der sehr gelungene Schutzumschlag mit Fotos von Andrea Huber passt zu dem, was darunter ist! Man steigt in jedes Kapitel mit einer Fotostrecke ein, an deren Größe sich der Satz anpasst. Wobei der Text mal wie Lyrik, mal als Fließtext gesetzt ist.

Ein Trend zu Gedichten? Im Bildband der niederländischen Fotografin Viviane Sassen gibt es ebenfalls welche.
Ja, aber versteckt in gefalzten Blättern. Überhaupt bietet das Buch ein komplexes Blättererlebnis, das die Bilder fast Collagen-artig verbindet. Sehr sehens- und befühlenswert.




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